Startseite Aktuelles41 Prozent der Eltern in Deutschland vertrauen künstlicher Intelligenz bei Erziehungsfragen mehr als sich selbst. KI wird zunehmend für Beziehungen, Gesundheit und den Alltag genutzt.

41 Prozent der Eltern in Deutschland vertrauen künstlicher Intelligenz bei Erziehungsfragen mehr als sich selbst. KI wird zunehmend für Beziehungen, Gesundheit und den Alltag genutzt.

von Johanna Richter
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41 Prozent der Eltern in Deutschland vertrauen künstlicher Intelligenz bei Erziehungsfragen mehr als sich selbst. KI wird zunehmend für Beziehungen, Gesundheit und den Alltag genutzt.

In Deutschland sind 41 Prozent der Eltern der Meinung, dass künstliche Intelligenz ihren Kindern Werte wie Empathie, Respekt und Fairness besser vermitteln kann als sie selbst. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „KI-Nutzung im privaten Alltag 2026“, die von der Krankenkasse Pronova BKK unter 3.485 Befragten durchgeführt wurde. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu berliner-zeitung.

Die Ergebnisse zeigen, dass künstliche Intelligenz mittlerweile ein fester Bestandteil des Alltags vieler Menschen geworden ist. Bereits 75 Prozent der Befragten nutzen KI für private Zwecke. Unter Eltern minderjähriger Kinder greifen 58 Prozent auf KI-Systeme zurück, um Orientierung und Unterstützung bei Erziehungsfragen zu erhalten.

Die Studie dokumentiert außerdem eine zunehmende Nutzung von Chatbots im Bereich persönlicher Beziehungen. Fast jeder vierte Befragte zwischen 18 und 29 Jahren verwendet KI als Dating-Berater. Gleichzeitig gaben 45 Prozent dieser Altersgruppe an, sich romantische oder erotische Beziehungen mit einem Chatbot vorstellen zu können. 65 Prozent halten sogar eine teilweise oder vollständige Ersetzung menschlicher Beziehungen durch künstliche Intelligenz für denkbar.

KI wird im Privatleben intensiv genutzt, bleibt aber gesellschaftlich umstritten

Die Autoren der Studie weisen auf eine auffällige Entwicklung hin. Einerseits ist die Nutzung von KI-Anwendungen längst Alltag geworden: Menschen wenden sich an Chatbots mit Fragen zu Schlafproblemen, Gesundheit, Partnerschaft oder Kindererziehung. Andererseits wird die Nutzung solcher Technologien im öffentlichen Raum weiterhin kontrovers diskutiert.

In vielen Bereichen kann das offene Eingeständnis der KI-Nutzung noch immer Kritik oder negative Reaktionen hervorrufen. Dadurch entwickelt sich die tatsächliche Verbreitung der Technologie deutlich schneller als ihre gesellschaftliche Akzeptanz.

Soziologen beschreiben diese Situation als Übergangsphase, in der eine neue Technologie bereits weit verbreitet ist, kulturell und gesellschaftlich jedoch noch nicht vollständig integriert wurde.

Experten ziehen Parallelen zur Einführung des Taschenrechners in Schulen

Die Studie verweist auf historische Vergleiche mit der Verbreitung von Taschenrechnern in Westdeutschland in den 1970er-Jahren. Damals befürchteten Pädagogen und Teile der Öffentlichkeit, dass Schülerinnen und Schüler grundlegende Rechenfähigkeiten verlieren könnten und die Qualität der Bildung darunter leiden würde.

Zunächst war der Einsatz von Taschenrechnern im Unterricht und bei Prüfungen stark eingeschränkt. Ende der 1970er-Jahre erlaubten jedoch die meisten Bundesländer die Nutzung im Mathematikunterricht. Die befürchteten negativen Folgen traten nicht ein, und Taschenrechner wurden schließlich zu einem festen Bestandteil des Bildungsalltags.

Nach Ansicht der Studienautoren könnten sich ähnliche Entwicklungen nun auch beim Einsatz künstlicher Intelligenz abzeichnen.

Jüngere Menschen vertrauen KI stärker als ältere Generationen

Patricia Tamm, Wirtschaftspsychologin und Beraterin für Gesundheitsförderung bei Pronova BKK, erklärt, dass künstliche Intelligenz heute für zahlreiche Aufgaben eingesetzt wird – von der Schlafanalyse und Ernährungsplanung bis hin zur Unterstützung des psychischen Wohlbefindens.

Gleichzeitig zeigt die Studie eine interessante Entwicklung: Menschen unter 30 Jahren nutzen KI besonders häufig und bringen ihr das größte Vertrauen entgegen. Dennoch bewerten sie die erhaltenen Empfehlungen seltener positiv als ältere Nutzergruppen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Vertrauen in die Technologie nicht automatisch mit Zufriedenheit über deren Antworten gleichzusetzen ist.

Eltern nutzen KI zunehmend als Orientierungshilfe bei Erziehungsfragen

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Untersuchung dem Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Kindererziehung. Die Familienpsychologin Nina Grimm geht davon aus, dass etwa 20 Prozent der alltäglichen Herausforderungen in Familien durch KI-Lösungen unterstützt oder erleichtert werden können. Dazu zählen Rezeptideen, Spielvorschläge, Lerninhalte oder Antworten auf praktische Fragen des Alltags.

Der überwiegende Teil familiärer Situationen betrifft jedoch emotionale Themen und zwischenmenschliche Beziehungen. Diese erfordern Empathie, persönliche Erfahrungen und direkte Kommunikation. Deshalb kann künstliche Intelligenz nach Einschätzung der Expertin die Rolle von Eltern nicht ersetzen.

Besonders häufig greifen Eltern von Kindern unter sechs Jahren auf KI zurück. In dieser Lebensphase sind Unsicherheiten bei Erziehungsentscheidungen besonders verbreitet, weshalb viele Mütter und Väter zusätzliche Informationsquellen suchen.

In welchen Bereichen künstliche Intelligenz am häufigsten genutzt wird

Die Studie zeigt, dass künstliche Intelligenz inzwischen fest im privaten Alltag vieler Deutscher verankert ist. Zu den wichtigsten Einsatzbereichen gehören Kindererziehung, persönliche Beziehungen, Gesundheit sowie psychisches Wohlbefinden.

Gleichzeitig zählen diese Bereiche nach Einschätzung der befragten Experten zu den anspruchsvollsten Anwendungsfeldern für KI-Systeme, da sie emotionale Intelligenz, persönliche Erfahrungen und individuelle Einschätzungen erfordern.

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