Startseite TechnologieUSA entwickeln schwimmende Atomkraftwerke: Bluecore kauft Uran für einen 10-MW-Reaktor. Alle Informationen zu Tests, Investitionen und Genehmigungen.

USA entwickeln schwimmende Atomkraftwerke: Bluecore kauft Uran für einen 10-MW-Reaktor. Alle Informationen zu Tests, Investitionen und Genehmigungen.

von Johanna Richter
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USA entwickeln schwimmende Atomkraftwerke: Bluecore kauft Uran für einen 10-MW-Reaktor. Alle Informationen zu Tests, Investitionen und Genehmigungen.

Die Vereinigten Staaten treiben die Entwicklung schwimmender Atomkraftwerke voran, die Küstenregionen mit Strom versorgen sollen, ohne dass dafür herkömmliche Kernkraftwerke an Land gebaut werden müssen. Das amerikanische Unternehmen Bluecore Energy hat den Kauf einer ersten Menge angereicherten Urans für einen geplanten Reaktor mit einer elektrischen Leistung von 10 Megawatt bekannt gegeben. Gleichzeitig arbeitet das US-Energieministerium mit dem American Bureau of Shipping an technischen Standards und Vorschriften für den Einsatz nuklearer Anlagen in der Schifffahrt. Die Projekte befinden sich derzeit in der Entwicklungsphase sowie in der Vorbereitung von Tests und Genehmigungsverfahren. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu Bluecore Energy.

USA entwickeln Vorschriften für schwimmende Atomkraftwerke

Am 13. Oktober 2026 unterzeichneten das US-Energieministerium (DOE) und das American Bureau of Shipping (ABS) eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei zivilen maritimen Nukleartechnologien. Die Vereinbarung sieht gemeinsame Untersuchungen zum Einsatz kompakter Kernreaktoren auf schwimmenden Plattformen, Handelsschiffen und anderen maritimen Anlagen vor.

Im Mittelpunkt stehen die technische Sicherheit, die Wirtschaftlichkeit und die Entwicklung eines geeigneten regulatorischen Rahmens. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob amerikanische Häfen und Werften für den Bau und die Wartung nuklearbetriebener Anlagen ausreichend vorbereitet sind.

Das Programm umfasst mehrere Schwerpunkte:

  • Entwicklung schwimmender Atomkraftwerke zur Stromversorgung von Küstenregionen.
  • Untersuchung des Einsatzes von Kernreaktoren auf kommerziellen Schiffen.
  • Planung spezieller maritimer Transportkorridore für nuklearbetriebene Schiffe.
  • Vorbereitung der Hafeninfrastruktur und der Schiffbaukapazitäten.
  • Entwicklung technischer Standards für Betrieb und Wartung nuklearer Energiesysteme.

Ein Teil der branchenübergreifenden Forschungsarbeiten wird durch die Maritime Nuclear Applications Group unter Beteiligung des ABS koordiniert.

ABS-Chef John McDonald erklärte, dass die Weiterentwicklung moderner Nukleartechnologien eine frühzeitige Vorbereitung der maritimen Industrie auf deren praktische Anwendung erfordere.

Bluecore Energy kauft erstmals Uran für schwimmenden Kernreaktor

Das amerikanische Start-up Bluecore Energy gab am 13. Oktober bekannt, niedrig angereichertes Uran für seine erste schwimmende Energieanlage erworben zu haben. Das Unternehmen entwickelt einen kompakten wassergekühlten Reaktor, der auf einer speziell ausgerüsteten Barge installiert werden soll.

Für den geplanten Reaktor wurde Uranhexafluorid (UF₆) mit einem Anreicherungsgrad von 4,95 Prozent des Isotops Uran-235 beschafft. Der Kauf erfolgte über das Unternehmen WMC. Das Material wird derzeit in einer spezialisierten Kernbrennstoffanlage in den Vereinigten Staaten gelagert.

Der Uranankauf markiert einen wichtigen Entwicklungsschritt, bedeutet jedoch nicht, dass der Brennstoff bereits unmittelbar im Reaktor eingesetzt werden kann.

Zunächst muss das Uranhexafluorid in Urandioxid umgewandelt werden. Anschließend werden daraus Brennstofftabletten hergestellt und zu Brennelementen verarbeitet.

Der fertige Kernbrennstoff muss die vorgeschriebenen Prüf- und Qualifizierungsverfahren durchlaufen. Erst nach Abschluss der notwendigen Tests und Erteilung der regulatorischen Genehmigungen kann das Unternehmen die nächsten Phasen seines Energieprojekts umsetzen.

Schwimmendes Atomkraftwerk soll Strom für 15.000 Haushalte liefern

Bluecore Energy plant ein mobiles Kernkraftwerk, das über Wasserwege transportiert und in Küstennähe an die vorhandene Energieinfrastruktur angeschlossen werden kann.

Die elektrische Leistung der ersten Anlage soll rund 10 Megawatt betragen. Nach Berechnungen des Entwicklers könnte diese Kapazität ausreichen, um etwa 15.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die tatsächliche Zahl hängt vom jeweiligen Stromverbrauch ab.

Im Gegensatz zu stationären Kernkraftwerken soll sich der schwimmende Reaktor bei Bedarf an einen anderen Standort verlegen lassen. Die erzeugte Elektrizität soll über Unterwasserkabel an Land übertragen und anschließend in lokale Stromnetze eingespeist werden.

Als potenzielle Abnehmer nennt das Unternehmen insbesondere:

  • Seehäfen und Logistikzentren.
  • Große Rechenzentren.
  • Industrieunternehmen in Küstenregionen.
  • Einrichtungen der kritischen Energieinfrastruktur.
  • Standorte mit eingeschränktem Zugang zu leistungsfähigen Stromnetzen.

Darüber hinaus sieht das Konzept längere Betriebsintervalle ohne häufigen Brennstoffwechsel vor. Nach den Planungen von Bluecore könnten zwischen zwei Brennstoffwechseln mehrere Jahre liegen.

Schwimmendes Atomkraftwerk erhält vorläufige technische Zustimmung

Bereits im Juni 2026 erhielt das Konzept von Bluecore Energy vom American Bureau of Shipping ein sogenanntes Approval in Principle (AiP). Diese vorläufige technische Zustimmung bestätigt, dass das vorgeschlagene technische Konzept grundsätzlich für eine weitere Entwicklung nach den Kriterien des ABS geeignet ist.

Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um das erste in den USA entwickelte schwimmende Atomkraftwerk, das eine solche Zustimmung von der Klassifikationsgesellschaft erhalten hat.

Allerdings ist das Approval in Principle weder eine Bau- noch eine Betriebsgenehmigung für einen Kernreaktor. Vor der Umsetzung müssen die detaillierte technische Planung abgeschlossen, die Sicherheitssysteme überprüft und sämtliche regulatorischen Anforderungen erfüllt werden.

Im September 2026 gab Bluecore Energy außerdem bekannt, Investitionen in Höhe von 50 Millionen US-Dollar eingeworben zu haben. Das Kapital soll in die Weiterentwicklung der Technologie, die Vorbereitung von Tests und die erforderlichen Genehmigungsverfahren fließen.

Welche Tests schwimmende Kernreaktoren bestehen müssen

Schwimmende Atomkraftwerke müssen nicht nur die nukleartechnischen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Auch die technischen Systeme für den Betrieb auf dem Wasser müssen überprüft werden. Anders als bei landgestützten Anlagen sind zusätzliche maritime Betriebsbedingungen zu berücksichtigen.

Zu den zentralen Fragen gehören die Stabilität der schwimmenden Plattform, die Zuverlässigkeit der Kühlsysteme, der Schutz des Reaktors vor äußeren Einwirkungen sowie die Organisation von Notfallmaßnahmen und der sichere Umgang mit Kernbrennstoffen.

PrüfbereichWas nachgewiesen werden muss
KernbrennstoffEinhaltung der Anforderungen an Zusammensetzung und Eigenschaften
ReaktoranlageZuverlässiger Betrieb und Funktionsfähigkeit der Sicherheitssysteme
Schwimmende PlattformStabilität der Konstruktion und Eignung für maritime Bedingungen
KühlsystemeSichere Wärmeabfuhr unter den vorgesehenen Betriebsbedingungen
Elektrische AnlagenZuverlässige Stromübertragung an Land
StrahlenschutzEinhaltung der geltenden Sicherheitsgrenzwerte
BetriebVorbereitung des Personals sowie Wartungs- und Notfallverfahren

Die konkreten Prüfprogramme richten sich nach der Bauweise der Anlage, ihrem vorgesehenen Standort und den Anforderungen der zuständigen Genehmigungsbehörden.

USA bereiten Genehmigungsverfahren für Kernreaktoren auf See vor

Eine zentrale Herausforderung für die Entwicklung schwimmender Atomkraftwerke bleibt die Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen den amerikanischen Aufsichtsbehörden. Der Betrieb von Kernreaktoren auf See berührt gleichzeitig Vorschriften zur nuklearen Sicherheit, zur Schifffahrt und zum Umweltschutz.

Im Juli 2026 vereinbarten amerikanische Behörden, die für die Nutzung maritimer Ressourcen und die nukleare Regulierung zuständig sind, ihre Aufsicht über mögliche Kernkraftanlagen in Bundesgewässern stärker zu koordinieren.

Auch die US-Küstenwache ist an der Ausarbeitung regulatorischer Anforderungen beteiligt. Ihre Zuständigkeit betrifft insbesondere die maritime Sicherheit, die Schifffahrt und entsprechende Aspekte des Betriebs schwimmender Anlagen.

Die Behörden müssen unter anderem festlegen, wie Genehmigungsverfahren ablaufen sollen, welche Anforderungen für die Standorte gelten und welche Vorschriften für Transport, physischen Schutz, technische Wartung und den Umgang mit abgebranntem Kernbrennstoff erforderlich sind.

Im Oktober 2026 befindet sich das Projekt von Bluecore Energy weiterhin in der Entwicklungsphase und in der Vorbereitung weiterer Prüfungen. Einen konkreten Termin für die kommerzielle Inbetriebnahme der ersten Anlage hat das Unternehmen in den vorliegenden Mitteilungen nicht genannt.

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