Startseite TechnologieVolkswagen ruft Millionen Autos wegen möglicher Korrosion an der Lenkung zurück. Welche Modelle von VW, Audi und Seat betroffen sind und was Halter tun müssen.

Volkswagen ruft Millionen Autos wegen möglicher Korrosion an der Lenkung zurück. Welche Modelle von VW, Audi und Seat betroffen sind und was Halter tun müssen.

von Johanna Richter
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Volkswagen ruft Millionen Autos wegen möglicher Korrosion an der Lenkung zurück. Welche Modelle von VW, Audi und Seat betroffen sind und was Halter tun müssen.

Der Volkswagen-Konzern startet eine umfangreiche Rückrufaktion wegen möglicher Korrosion an einem Befestigungselement der Lenkung. Allein in Deutschland müssen vorsorglich fast eine Million Fahrzeuge verschiedener Konzernmarken überprüft werden. Betroffen sind Modelle von Volkswagen, Audi und Seat aus unterschiedlichen Produktionszeiträumen zwischen 2013 und 2024. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu tagesschau.

Auslöser der Aktion ist eine kleine Befestigungsschraube, deren Zustand unter bestimmten Bedingungen die Sicherheit der Lenkung beeinträchtigen könnte. Halter potenziell betroffener Fahrzeuge sollen über die notwendigen Werkstattmaßnahmen informiert werden.

Worin besteht das Problem mit der Lenkung?

Der mögliche Defekt betrifft eine Befestigungsschraube des Lenksystems. Bei längerem Kontakt mit Feuchtigkeit und Streusalz kann sich an dem Metallteil Korrosion bilden.

Besonders relevant ist dies bei Fahrzeugen, die über Jahre hinweg in Regionen eingesetzt wurden, in denen Straßen im Winter regelmäßig mit Salz behandelt werden. Gelangt Feuchtigkeit an die Befestigungsstelle, kann das Metall nach und nach korrodieren. Bei fortgeschrittener Korrosion besteht die Gefahr, dass der Schraubenkopf beschädigt wird oder abbricht.

Dadurch könnte die sichere Befestigung des Lenkgetriebes beeinträchtigt werden. Der Hersteller stuft dieses Szenario als potenziell sicherheitsrelevant ein.

Entdeckt wurde das Problem im Rahmen interner Qualitätskontrollen. Als wichtiger Risikofaktor gilt insbesondere die langfristige Belastung durch Streusalz.

Kann die Lenkung im schlimmsten Fall ausfallen?

Bei starker Korrosion könnte die Befestigung des Lenksystems so weit beeinträchtigt werden, dass sich dies auf dessen Funktion auswirkt. Im ungünstigsten Fall könnte der Fahrer Schwierigkeiten bekommen, das Fahrzeug sicher zu lenken.

Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Rückrufs waren jedoch keine Verletzungen oder Sachschäden im Zusammenhang mit diesem Defekt bekannt.

Trotzdem wurde das Problem als sicherheitsrelevant eingestuft. Deshalb sollen die betroffenen Fahrzeuge vorsorglich überprüft und das entsprechende Bauteil ausgetauscht werden.

Welche Volkswagen-Modelle sind vom Rückruf betroffen?

Die Rückrufaktion umfasst mehrere weit verbreitete Volkswagen-Modelle. Dazu gehören:

  • Volkswagen Tiguan;
  • Volkswagen Touran;
  • Volkswagen Caddy;
  • Volkswagen Golf Variant;
  • Volkswagen Golf Sportsvan.

Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum von September 2013 bis Juli 2024.

Der ungewöhnlich lange Zeitraum hängt mit der Art des Problems zusammen. Korrosion entwickelt sich möglicherweise nur langsam und kann sich deshalb erst nach mehreren Jahren bemerkbar machen.

Insgesamt betrifft die Volkswagen-Aktion potenziell rund 2,16 Millionen Fahrzeuge weltweit. Davon befinden sich etwa 900.000 in Deutschland.

Auch Audi Q3, Seat Ateca und Tarraco betroffen

Das Problem beschränkt sich nicht auf Fahrzeuge der Kernmarke Volkswagen.

Auch Audi Q3 aus dem Produktionszeitraum vom 31. Oktober 2017 bis zum 23. Mai 2024 können betroffen sein. Weltweit geht es potenziell um rund 700.000 Fahrzeuge. In Deutschland betrifft die Aktion etwa 58.500 Autos.

Eine weitere Rückrufaktion betrifft den Seat Ateca und den Seat Tarraco. Hier geht es um Fahrzeuge, die zwischen April 2016 und September 2024 produziert wurden.

Für die einzelnen Marken gelten unterschiedliche Rückrufcodes:

  • Volkswagen – 48VS;
  • Audi – 48LG;
  • Seat – 48T7.

Der jeweilige Code kann bei der Kontaktaufnahme mit einem Händler oder einer autorisierten Werkstatt hilfreich sein.

Dürfen betroffene Autos weiterhin gefahren werden?

Ein generelles Fahrverbot für die vom Rückruf erfassten Fahrzeuge besteht nach Angaben des Herstellers nicht.

Zwar wurde die potenziell problematische Befestigungsschraube in Fahrzeugen bestimmter Produktionsreihen verbaut, ihr tatsächlicher Zustand kann jedoch unterschiedlich sein. Entscheidend sind unter anderem das Alter des Autos, die Einsatzbedingungen sowie die Belastung durch Feuchtigkeit und Streusalz.

Dass ein Fahrzeug unter die Rückrufaktion fällt, bedeutet daher nicht automatisch, dass die Schraube bereits korrodiert ist. Betroffene Fahrzeuge sollen in einer Werkstatt überprüft werden, wo das entsprechende Bauteil im Rahmen der Rückrufaktion ausgetauscht wird.

Wie können Halter prüfen, ob ihr Auto betroffen ist?

Halter potenziell betroffener Fahrzeuge sollen schriftlich über die Rückrufaktion informiert werden. In dem Schreiben werden die erforderlichen Schritte sowie die Möglichkeiten zur Terminvereinbarung erläutert.

Zusätzlich können sich Autobesitzer an einen offiziellen Servicepartner der jeweiligen Marke wenden.

Für eine eindeutige Prüfung wird die Fahrzeug-Identifizierungsnummer, kurz VIN beziehungsweise FIN, benötigt. Sie befindet sich unter anderem in den Fahrzeugpapieren und an verschiedenen Stellen am Fahrzeug selbst.

Modell und Baujahr allein reichen für eine zuverlässige Prüfung nicht immer aus. Ob ein bestimmtes Fahrzeug tatsächlich unter die Rückrufaktion fällt, lässt sich anhand seiner individuellen Fahrzeug-Identifizierungsnummer feststellen.

Was passiert in der Werkstatt?

Im Mittelpunkt der Reparatur steht der Austausch der betroffenen Befestigungsschraube des Lenksystems.

Nach Angaben des Herstellers kann die notwendige Arbeit bis zu einer Stunde dauern. Für Fahrzeughalter ist die Reparatur im Rahmen der offiziellen Rückrufaktion kostenlos.

Wie lange der gesamte Werkstattaufenthalt dauert, kann allerdings von der Auslastung des jeweiligen Servicebetriebs und der Terminplanung abhängen.

Rückrufaktionen sind in der Autoindustrie keine Seltenheit

Rückrufe gehören bei großen Autoherstellern zum regulären Umgang mit möglichen technischen oder sicherheitsrelevanten Problemen. Ursachen können unter anderem Defekte an Bremsanlagen, Airbags, Batterien, Kraftstoffsystemen, elektronischen Komponenten oder der Fahrzeugsoftware sein.

Für Volkswagen ist die aktuelle Aktion bereits eine von mehreren Rückrufmaßnahmen im Jahr 2026.

Im März wurden zudem rund 100.000 Elektrofahrzeuge wegen eines möglichen Überhitzungsrisikos der Batterien zurückgerufen.

Beim aktuellen Rückruf geht es dagegen um ein vergleichsweise kleines mechanisches Bauteil: eine Befestigungsschraube des Lenksystems. Aufgrund ihrer Bedeutung für die sichere Funktion der Lenkung sollen Fahrzeuge der betroffenen Baureihen überprüft und das Bauteil gegebenenfalls ersetzt werden.

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