Startseite TechnologieAldi Talk Flex: Erste monatlich kündbare Tarife – was Selbstständige und kleine Betriebe vorher rechnen sollten

Aldi Talk Flex: Erste monatlich kündbare Tarife – was Selbstständige und kleine Betriebe vorher rechnen sollten

von Wolfgang Baumer
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Aldi-Nord-Filiale mit Parkplatz in Hamburg-Wilhelmsburg

Aldi Talk verkauft erstmals monatlich kündbare Postpaid-Tarife: Flex 75 mit 75 GB für 14,99 Euro im Monat und Flex 150 mit 150 GB für 19,99 Euro, jeweils im 5G-Netz von Telefónica. Für Selbstständige und kleine Betriebe ist das interessant, weil die Rechnung auf einen Kalendermonat läuft und Guthaben-Aufladen entfällt. Rechnet man ein Jahr durch, schlägt Flex 150 sogar das bisherige Prepaid-Paket mit 100 GB. Vorsicht ist beim Smartphone-Bundle geboten, denn die Raten laufen auch dann weiter, wenn der Tarif gekündigt ist.

Was Aldi Talk Flex kostet

Nach rund 20 Jahren Prepaid bietet der Discounter damit laut WinFuture zum ersten Mal Verträge an. Abgebucht wird nachträglich zum Monatsende per Lastschrift oder PayPal. Kündbar ist monatlich zum Ende eines Kalendermonats. Die Größe lässt sich jederzeit wechseln.

Flex 75 Flex 150
Datenvolumen pro Monat 75 GB 150 GB
Preis pro Monat 14,99 Euro 19,99 Euro
Download / Upload bis 100 / 25 Mbit/s bis 100 / 25 Mbit/s
Nach Verbrauch des Volumens 64 kbit/s 64 kbit/s
Mit Smartphone (24 Raten à 25 Euro) 39,99 Euro pro Monat 44,99 Euro pro Monat

Was im Tarif steckt und was fehlt

Enthalten ist eine Allnet-Flat für Telefonie und SMS innerhalb Deutschlands, ungenutztes Datenvolumen verfällt am Monatsende. Neukunden zahlen für das Starterset des reinen Tarifs bis zum 22. November 2,99 statt 9,99 Euro; beim Smartphone-Bundle ist es kostenlos und enthält 10 Euro Startguthaben. Bestandskunden buchen in der Aldi-Talk-App. Zu EU-Roaming und Auslandstelefonie machen die Berichte, die uns zum Flex-Tarif vorliegen, keine Angaben. Wer regelmäßig ins Ausland reist, sollte das deshalb vor der Buchung in der Leistungsbeschreibung nachlesen.

Mobilfunkantennen auf dem Dach eines Wohnhauses in München
Symbolbild: Mobilfunkantennen auf einem Hausdach in München. Foto: High Contrast, CC BY 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Flex oder Prepaid: die Rechnung übers Jahr

Die bisherigen Kombi-Pakete von Aldi Talk laufen über vier Wochen, also 13-mal im Jahr, Flex dagegen zwölfmal. Das verschiebt die Jahreskosten. Unsere Rechnung beruht auf den Preisen, die Techbook für Flex und der Vergleichsdienst Telefontarifrechner für die Pakete seit dem 12. Oktober nennt.

Tarif Abrechnung Kosten pro Jahr GB pro Jahr Euro je GB
Kombi M (50 GB, 13,99 Euro) 13 × 4 Wochen 181,87 Euro 650 0,28
Flex 75 (14,99 Euro) 12 × Monat 179,88 Euro 900 0,20
Kombi L (100 GB, 18,99 Euro) 13 × 4 Wochen 246,87 Euro 1.300 0,19
Flex 150 (19,99 Euro) 12 × Monat 239,88 Euro 1.800 0,13

Flex 150 kostet im Jahr rund sieben Euro weniger als Kombi L und bringt 500 GB mehr. Flex 75 liegt knapp unter Kombi M. Für eine Firmenleitung, die mehrere SIM-Karten verwaltet, ist der Kalendermonat außerdem praktisch: Die Kosten fallen in jedem Buchungsmonat einmal an, während ein Vier-Wochen-Takt einmal im Jahr zwei Abrechnungen in denselben Monat legt.

Wann Prepaid trotzdem passt

Für Zweitgeräte oder Mitarbeitende, die kaum mobile Daten brauchen, bleibt das Jahrespaket S günstiger: 250 GB für 99,99 Euro über 365 Tage, umgerechnet 8,33 Euro im Monat. Das Guthaben ist vorab bezahlt. Wenn eine Karte nur gelegentlich im Einsatz ist, passt das besser als ein Monatstarif, dessen ungenutztes Volumen jeden Monat verfällt.

Das Smartphone-Bundle: drei Stellen zum Nachrechnen

Bis zum 31. Dezember oder solange der Vorrat reicht, gibt es das iPhone 16e und das Samsung Galaxy S26 FE Enterprise Edition mit je 128 GB für 600 Euro. Das entspricht 25 Euro über 24 Monate zu null Prozent, möglich sind auch 3, 6 oder 12 Raten oder die Zahlung auf einmal. Über zwei Jahre kommen mit Flex 75 insgesamt 959,76 Euro zusammen, mit Flex 150 sind es 1.079,76 Euro.

Raten laufen unabhängig vom Tarif

Der Tarif lässt sich monatlich kündigen, die Gerätefinanzierung nicht. Verlässt ein Mitarbeiter den Betrieb nach acht Monaten, bleiben 16 Raten mit zusammen 400 Euro offen, auch wenn die SIM längst abgemeldet ist. Das gehört in die Planung, bevor Sie mehrere Geräte finanzieren.

Enterprise Edition ist nicht das Standardmodell

Die Samsung-Variante ist laut Techbook mit dem normalen Galaxy S26 FE nicht direkt vergleichbar und im Handel ab etwa 589 Euro zu haben, das iPhone 16e liegt bei 600 Euro ungefähr auf Marktniveau. Einen echten Preisvorteil liefert das Bundle also kaum, der Nutzen liegt in der zinsfreien Finanzierung.

Bonitätsprüfung und Verkäufer

Verkäufer der Geräte ist Medion. Für den Ratenkauf ist eine Bonitätsprüfung nötig, die Abwicklung läuft laut WinFuture über PayPal. Wer über ein privates Konto bestellt, sollte vorab klären, wie sich das mit der betrieblichen Nutzung verträgt.

Was Betriebe vor der Bestellung klären sollten

Die Berichte beschreiben ein Angebot für Endkunden. Ob eine Firma als Vertragspartner auftreten kann, nennen sie nicht. Das ist die erste Frage an die Hotline.

Rechnung und Vorsteuer

Für den Vorsteuerabzug braucht der Betrieb eine ordnungsgemäße Rechnung auf das Unternehmen. Klären Sie das für den Tarif und für das Gerät, das Medion verkauft, bevor Sie bestellen, weil sonst aus dem günstigen Tarif schnell ein Buchhaltungsproblem wird. Wie Sie Firmenhandys abschreiben und private Nutzung abrechnen, haben wir am Beispiel des iPhone 18 Pro beschrieben; bei 600 Euro brutto liegt der Nettopreis mit 19 Prozent Umsatzsteuer bei 504,20 Euro und damit unter der dort erläuterten 800-Euro-Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter.

Netzabdeckung am Einsatzort

Maßgeblich ist das Telefónica-Netz, die genannten 100 Mbit/s sind eine Obergrenze. Testen Sie an Baustellen, im Lager oder im Außendienstgebiet zuerst mit einer einzelnen Karte, denn solange kein Gerät finanziert ist, kostet ein Fehlversuch dank monatlicher Kündigung wenig. Wie schnell ein einzelner Standort ausfallen kann, zeigte im Oktober die Mobilfunkstörung in Sulingen durch einen defekten Funkmast. Wer auf Erreichbarkeit angewiesen ist, sollte deshalb eine Rückfalloption in einem zweiten Netz bedenken.

Bestehende Verträge vergleichen

Vor einem Wechsel lohnt ein Blick in laufende Geschäftskundenverträge: Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und Rufnummernmitnahme entscheiden darüber, wann Flex überhaupt infrage kommt. Der Wettbewerb im Markt bleibt in Bewegung, wie der Kurssturz der Telekom-Aktie wegen der Starlink-Pläne im Oktober gezeigt hat; lange Bindungen an einen Anbieter sind deshalb einzeln zu prüfen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Preise und Konditionen entsprechen den Berichten vom 3. und 4. November 2026; maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen des Anbieters.

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