Startseite AktuellesVor Nordzypern sank die Fähre FiloJet mit 267 Menschen. Acht Personen starben, 18 werden vermisst. Der Kapitän und sieben Crewmitglieder wurden festgenommen.

Vor Nordzypern sank die Fähre FiloJet mit 267 Menschen. Acht Personen starben, 18 werden vermisst. Der Kapitän und sieben Crewmitglieder wurden festgenommen.

von Johanna Richter
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Vor Nordzypern sank die Fähre FiloJet mit 267 Menschen. Acht Personen starben, 18 werden vermisst. Der Kapitän und sieben Crewmitglieder wurden festgenommen.

Eine Passagierfähre ist kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Kyrenia vor der Küste Nordzyperns gesunken. An Bord der FiloJet befanden sich 267 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Nach dem jüngsten Stand kamen mindestens acht Menschen ums Leben, 18 gelten als vermisst. 241 Personen konnten gerettet werden. Der Kapitän und sieben Mitglieder der Besatzung wurden zum Verhör festgenommen. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu Віld.

Schiff nahm kurz nach dem Auslaufen Wasser auf

Die Fähre war von Kyrenia, auch Girne genannt, zum türkischen Hafen Taşucu unterwegs. Etwa 15 Minuten nach Beginn der Überfahrt geriet das Schiff in eine Notlage und nahm schnell Wasser auf.

Passagiere berichteten, die Fähre sei zuvor heftig geschaukelt und von den Wellen angehoben worden. Nach einem starken Aufprall sei im vorderen Bereich des Schiffes ein lauter Knall zu hören gewesen. Anschließend drang durch beschädigte Fenster und Teile des Rumpfes Wasser in den Passagierraum ein. Die genaue Ursache des Unglücks ist bislang nicht geklärt.

Aufnahmen vom Unglücksort zeigten Menschen in Rettungswesten, die im Wasser trieben oder sich am gekenterten Rumpf festhielten. Später sank die Fähre vollständig. Nach Angaben der Rettungskräfte liegt das Wrack in einer Tiefe von etwa 514 Metern. Reuters

Überlebende erheben schwere Vorwürfe gegen die Besatzung

Mehrere Gerettete erklärten, die Besatzung habe keine geordnete Evakuierung organisiert und den Passagieren keine klaren Anweisungen gegeben. Ein Überlebender berichtete, der Kapitän habe zunächst versucht, die Menschen zu beruhigen. Nach einem heftigen Aufprall hätten Mitglieder der Besatzung das Schiff jedoch selbst verlassen.

Ein weiterer Augenzeuge sagte, der Kapitän sei angeblich als einer der Ersten ins Meer gesprungen, ohne zuvor die Rettung der Passagiere zu koordinieren. Diese Aussagen werden von den Ermittlern geprüft. Offizielle Feststellungen zum Verhalten der Besatzung liegen noch nicht vor.

Nach Aussagen von Überlebenden brach im Passagierraum Panik aus, nachdem Fenster zerbrochen waren. Menschen versuchten, ins Freie zu gelangen, schlugen Scheiben ein und sprangen ins Wasser. Für einige Passagiere waren offenbar keine Rettungswesten verfügbar. Kinder und ältere Menschen konnten den überfluteten Innenraum nur schwer verlassen.

Passagier wartete anderthalb Stunden im Meer auf Rettung

Ein etwa 50 Jahre alter Mann berichtete, er habe nach dem Sprung ins Wasser rund anderthalb Stunden auf Hilfe warten müssen. Andere Passagiere hielten sich bis zum Eintreffen der Rettungsschiffe am Rumpf der Fähre fest.

An der Rettungsaktion beteiligten sich die Küstenwachen der Türkei und Nordzyperns, Marineschiffe, private Boote sowie Hubschrauber. Die Suche nach den weiterhin vermissten Menschen dauert an.

Im Laufe des Tages wurden unterschiedliche Zahlen zu den Geretteten und Vermissten veröffentlicht, da die Passagierlisten noch abgeglichen wurden. Nach dem zuletzt gemeldeten Stand wurden acht Todesopfer bestätigt, 18 Menschen werden vermisst und 241 Personen konnten gerettet werden.

Kapitän und sieben Besatzungsmitglieder festgenommen

Die Behörden nahmen den Kapitän der Fähre und sieben Mitglieder der Besatzung fest. Sie werden im Rahmen der Ermittlungen zur Unglücksursache und zur Einhaltung der Sicherheitsvorschriften während der Evakuierung befragt.

Der nordzyprische Ministerpräsident Ünal Üstel kündigte eine umfassende Untersuchung an. Geprüft werden sollen der technische Zustand der Fähre, die Wetterbedingungen und das Verhalten der Besatzung. Jeder, dem Fahrlässigkeit nachgewiesen werde, müsse mit Konsequenzen rechnen. Associated Press

Möglicherweise wurde der Rumpf des Schiffes bei einem starken Aufprall beschädigt. Diese Vermutung ist bislang jedoch nicht bestätigt. Am Vortag hatte ein Unwetter Teile Zyperns getroffen. Ob die Wetterbedingungen unmittelbar zum Untergang der Fähre beitrugen, ist Gegenstand der Ermittlungen.

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