Heftige Gewitter, Orkanböen und großer Hagel haben im Süden Deutschlands, in der Schweiz und in Norditalien schwere Schäden angerichtet. Dächer wurden abgedeckt, Bäume und Strommasten stürzten um, Keller liefen voll und Bahnstrecken mussten gesperrt werden. Im Schweizer Kanton Zürich wurden durch Hagel rund 40 Menschen verletzt, darunter zahlreiche Kinder. Im baden-württembergischen Singen sind etwa 190 Gebäude beschädigt worden. Im italienischen Cremona traf der Hagel nach Medienberichten rund 10.000 Fahrzeuge. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu tagesschau.
Rund 190 Gebäude in Singen beschädigt
Besonders schwer traf das Unwetter die Bodenseeregion. Am Freitag zog eine intensive Gewitterfront über den Süden Deutschlands und hinterließ abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume, überflutete Räume und blockierte Straßen.
Zu den am stärksten betroffenen Orten gehörte Singen im Landkreis Konstanz. Nach Angaben der Feuerwehr werden die Aufräumarbeiten dort voraussichtlich mehrere Tage dauern. Rund 190 Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurden nach ersten Erkenntnissen beschädigt.
Ein Gebäude ist einsturzgefährdet und kann nicht mehr bewohnt werden. Während der Sicherungs- und Aufräumarbeiten mussten einzelne Bereiche von Singen zeitweise für den Verkehr gesperrt werden.
Auch der Bahnverkehr wurde beeinträchtigt. Mehrere Verbindungen waren vorübergehend unterbrochen, darunter die Strecken zwischen Singen und Konstanz sowie zwischen Singen und dem schweizerischen Schaffhausen.
Im Singener Ortsteil Bohlingen beschädigte der Sturm zahlreiche Gebäude und entwurzelte Bäume. Feuerwehr, technische Einsatzkräfte und kommunale Dienste räumten Straßen frei, beseitigten Trümmer und überprüften beschädigte Konstruktionen auf ihre Stabilität.
Windgeschwindigkeiten von mehr als 110 Kilometern pro Stunde
Der Deutsche Wetterdienst wies auf die außergewöhnliche Stärke der während des Unwetters gemessenen Böen hin. In Friedrichshafen erreichte der Wind eine Geschwindigkeit von 114 Kilometern pro Stunde.
In Weilheim im Südschwarzwald wurden Böen mit bis zu 112 Kilometern pro Stunde registriert. In Lindau, das die Gewitterfront später erreichte, lagen die Windgeschwindigkeiten noch bei etwa 105 Kilometern pro Stunde.
Nach Angaben des DWD bestand das Unwettersystem aus zahlreichen einzelnen Gewitterzellen. Einige davon bildeten sich südlich von Reutlingen und brachten großen Hagel in die Region.
Warnungen vor schweren Gewittern galten auch für Bayern. Dort blieben die Schäden allerdings begrenzter als in der Bodenseeregion. Anschließend zog das Unwetter in Richtung Iller weiter und schwächte sich allmählich ab.
Dutzende Verletzte in der Schweiz
Die Gewitterfront war aus der Schweiz über den Hochrhein in Richtung Bodensee gezogen. Eine Wetterstation nahe der deutsch-schweizerischen Grenze bei Schaffhausen registrierte Windgeschwindigkeiten von bis zu 143 Kilometern pro Stunde.
Dieser Wert entspricht Orkanstärke beziehungsweise Windstärke 12 auf der Beaufortskala. Das Unwetter richtete in mehreren Schweizer Kantonen erhebliche Schäden an, beeinträchtigte die Verkehrs- und Energieinfrastruktur und führte zu zahlreichen Verletzungen.
Im Kanton Zürich wurden rund 40 Menschen von großen Hagelkörnern verletzt. Unter den Betroffenen befanden sich viele Kinder. Mehrere Verletzte mussten zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden.
In einigen Gebieten erreichten die Hagelkörner einen Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern. Beschädigt wurden Fahrzeuge, Dächer, Fenster und Gebäudefassaden. Die Rettungsdienste erhielten zahlreiche Notrufe.
Auch die West- und Nordwestschweiz waren von der Gewitterfront betroffen. Unter anderem musste der Bahnverkehr auf der Strecke zwischen Biel und Olten unterbrochen werden.
Der Wetterdienst SRF Meteo registrierte innerhalb kurzer Zeit rund 46.000 Blitzeinschläge. Außerdem wurden zwei lang gezogene Hagelzüge beobachtet, die sich von der Region Basel bis zum Bodensee erstreckten.
Betonmasten stürzen um, Lastwagen kippt auf der A1
Im Kanton Aargau brachte das Unwetter vier massive Betonmasten einer Hochspannungsleitung zum Einsturz. Der Schweizer Rundfunk SRF berichtete über die Beschädigung. Einsatzkräfte wurden entsandt, um das Stromnetz zu überprüfen und die Reparaturarbeiten vorzubereiten.
Auf der Autobahn A1 kippte ein Lastwagen infolge des starken Windes um. Das Fahrzeug wurde schwer beschädigt. Dem Fahrer gelang es jedoch, sich unverletzt aus dem Wrack zu befreien.
Auch der Kanton Solothurn war stark betroffen. Dort wurde eine Frau von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt. Weitere Angaben zu ihrem Zustand wurden zunächst nicht veröffentlicht.
In den vom Sturm getroffenen Regionen beseitigten Einsatzkräfte umgestürzte Bäume, räumten Straßen frei und überprüften beschädigte Gebäude. Bahnunternehmen schränkten den Verkehr auf mehreren Abschnitten ein, weil Bäume und Trümmer auf den Gleisen lagen.
Historische Gebäude in Cremona beschädigt
Das Unwetter erreichte auch Norditalien. Besonders schwer betroffen war Cremona, eine Stadt in der Lombardei mit etwa 71.000 Einwohnern.
Der Sturm beschädigte die Spitze des Doms von Cremona. Das Gotteshaus zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kirchen der Lombardei. Zudem stürzte ein Teil des Daches des Stadtturms Torre Civica ein.
Starke Windböen deckten Dächer ab und beschädigten Fenster, Verkehrswege und andere Teile der städtischen Infrastruktur. In Cremona und den umliegenden Orten wurden zahlreiche Bäume entwurzelt.
Nach Angaben italienischer Medien beschädigte der Hagel in der Stadt rund 10.000 Fahrzeuge. An vielen Autos entstanden zahlreiche Dellen, bei einigen gingen die Scheiben zu Bruch.
Am Freitagnachmittag und -abend zogen auch über andere Teile der Lombardei schwere Gewitter hinweg. Die Feuerwehr wurde wegen abgedeckter Dächer, umgestürzter Bäume, beschädigter Gebäude und blockierter Straßen zu zahlreichen Einsätzen gerufen.
Tennisballgroßer Hagel bei Brescia
Besonders große Hagelkörner wurden in der Umgebung von Brescia gemeldet. Einzelne Körner sollen die Größe von Tennisbällen erreicht haben. Sie beschädigten Autos, Fenster, Dächer und landwirtschaftliche Flächen.
Bis zum Abend registrierte die Feuerwehr in der Lombardei mehr als 300 Einsätze im Zusammenhang mit dem Unwetter. Mehr als 160 Feuerwehrleute waren an den Rettungs- und Aufräumarbeiten beteiligt.
Die Einsatzkräfte sicherten gefährdete Konstruktionen, zersägten auf Straßen und Gebäude gestürzte Bäume, beseitigten Trümmer und schufen Zugänge zu blockierten Bereichen. Die Arbeiten konzentrierten sich sowohl auf Cremona als auch auf die umliegenden Gemeinden.
Die größten Schäden in der Region entstanden durch das Zusammenwirken heftiger Windböen und großer Hagelkörner. Berichte über Todesopfer infolge der Unwetter in Deutschland, der Schweiz und Norditalien lagen zunächst nicht vor.
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