Am Donnerstag, dem 27. August, ereignete sich auf dem Gelände der privaten Docemus-Schule im Bundesland Brandenburg eine tödliche Gewalttat. Zwei Menschen starben trotz sofort eingeleiteter medizinischer Versorgung. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich bei den Opfern um eine 18-jährige Schülerin und einen Mitarbeiter, der für die Betreuung des Schulgebäudes zuständig war. Die Polizei nahm einen 19-jährigen deutschen Staatsbürger fest. Die Ermittler prüfen, ob die Tat im Zusammenhang mit einer früheren persönlichen Beziehung steht. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu rbb24.
Angriff ereignete sich auf dem Schulcampus
Die Tat geschah auf dem Docemus-Campus in Gosen-Neu Zittau im Landkreis Oder-Spree im Osten Brandenburgs. In dem Ort unweit von Berlin leben etwa 3.500 Menschen.
Auf dem Campus befinden sich ein Gymnasium, eine Oberschule und eine berufliche Bildungseinrichtung. Die Schulen liegen auf einem gemeinsamen Gelände und nutzen Teile der Infrastruktur gemeinsam. Der Campus befindet sich am Rand des Ortes in einer von Wäldern und Seen geprägten Umgebung.
Nach dem Notruf rückten zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei, des Rettungsdienstes und weiterer Hilfsorganisationen an. Das Gelände wurde abgesperrt. Schüler und Mitarbeiter mussten zunächst in geschützten Bereichen bleiben.
„Am Einsatzort wurden zwei verletzte Personen aufgefunden. Trotz unverzüglich eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen starben beide“, teilte ein Polizeisprecher mit.
Schülerin und Schulmitarbeiter getötet
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll die getötete junge Frau früher mit dem Verdächtigen liiert gewesen sein. Bei dem zweiten Opfer handelt es sich demnach um einen Mitarbeiter, der für die Betreuung und Instandhaltung des Schulgebäudes verantwortlich war.
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtete, dass die getötete Schülerin 18 Jahre alt gewesen sei. Die Polizei machte zunächst keine offiziellen Angaben zur Identität der Opfer. Zuerst müssten die genauen Umstände geklärt und die Angehörigen informiert werden.
Nach vorläufigen Erkenntnissen soll der Angreifer ein Messer benutzt haben. Den genauen Ablauf, den Ort des ersten Angriffs und die einzelnen Handlungen der Beteiligten haben die Ermittler bislang nicht öffentlich erläutert. Unklar ist auch, ob der Schulmitarbeiter eingriff und versuchte, die junge Frau zu schützen.
Der mutmaßliche Täter wurde kurz nach der Tat festgenommen. Bei ihm handelt es sich um einen 19-jährigen deutschen Staatsbürger. Die Polizei untersucht seine Verbindung zu der getöteten Schülerin und rekonstruiert die Ereignisse vor dem Angriff.
Ermittler prüfen Beziehungstat als mögliches Motiv
Die Behörden behandeln den Vorfall als mögliches Tötungsdelikt im Zusammenhang mit einer persönlichen Beziehung. Nach bisherigen Informationen sollen der Verdächtige und die 18-Jährige früher ein Paar gewesen sein.
Ermittler sicherten auf dem Campus Spuren, stellten Beweismittel sicher und befragten mögliche Zeugen. Die Polizei muss außerdem klären, wie der 19-Jährige auf das Schulgelände gelangte und ob er sich dort aufhalten durfte.
Hinweise auf weitere Tatbeteiligte liegen nicht vor. Nach der Festnahme des Verdächtigen erklärten die Behörden, dass für Schüler, Lehrkräfte und Anwohner keine unmittelbare Gefahr mehr bestehe.
„Nach unserer Einschätzung besteht auf dem Schulgelände keine weitere Gefährdung“, teilte die Polizei mit.
Das konkrete Motiv, die Reihenfolge der Angriffe und der genaue Tatzeitpunkt sind Gegenstand der Ermittlungen. Ob es zuvor Konflikte zwischen dem Verdächtigen und der getöteten Schülerin gegeben hatte, wurde offiziell nicht mitgeteilt.
Schüler warteten in der Sporthalle
Nach der Gewalttat durften die Schüler den Campus nicht sofort verlassen. Ein Teil der Kinder und Jugendlichen blieb bis zum späten Abend in der Sporthalle. Sie wurden ausschließlich an Eltern, Erziehungsberechtigte oder andere autorisierte Personen übergeben.
„Einige Kinder befinden sich noch immer hier in der Sporthalle, weil wir sie selbstverständlich ihren Sorgeberechtigten übergeben möchten“, erklärte ein Polizeisprecher.
Mit diesem Vorgehen wollten die Einsatzkräfte die Sicherheit der Schüler gewährleisten und chaotische Situationen in der Nähe des abgesperrten Tatortes verhindern. Zudem waren Fachkräfte vor Ort, die Augenzeugen, Schüler und Schulmitarbeiter psychologisch betreuten.
Vor dem Schulgebäude legten Menschen Blumen nieder. Die Polizei bewachte den Campus weiterhin, während Ermittler die Gebäude und das umliegende Gelände untersuchten.
Brandenburgs Landesregierung reagiert auf die Tat
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke erklärte, die Gewalttat habe das gesamte Bundesland erschüttert. Er sprach den Familien und Freunden der Getöteten sein Mitgefühl aus.
„Meine Gedanken und mein tiefstes Mitgefühl sind in diesen schweren Stunden bei den Familien und Freunden der Opfer“, sagte der Ministerpräsident.
Woidke betonte, Schulen müssten sichere Orte für Kinder und Jugendliche sein. In Gosen-Neu Zittau sei eine Schule jedoch zum Schauplatz einer unvorstellbaren Gewalttat geworden. Er sicherte Schülern, Lehrkräften, Eltern und der gesamten Schulgemeinschaft Unterstützung zu.
Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke bezeichnete den Angriff als feigen Femizid. Die SPD-Politikerin erklärte, dass ein weiterer Fall tödlicher Gewalt gegen eine Frau sie mit tiefer Trauer und Wut erfülle.
Innenminister Jan Redmann dankte den eingesetzten Polizisten, Rettungskräften und medizinischen Helfern. Nach seinen Worten werde das Gewaltverbrechen nicht nur bei den Angehörigen der Opfer, sondern auch bei Schülern, Lehrkräften und Bewohnern der Gemeinde Spuren hinterlassen.
Polizei setzt Ermittlungen am Tatort fort
Nach dem Angriff berichtete die Brandenburger Polizei von einem gemeinsamen Großeinsatz mit den Rettungsdiensten. Das Schulgelände wurde vorübergehend für Außenstehende gesperrt, damit Kriminaltechniker Spuren dokumentieren und Beweismittel sichern konnten.
Die Ermittler wollen den Verdächtigen, Augenzeugen, Lehrkräfte und Menschen aus dem persönlichen Umfeld der getöteten Schülerin befragen. Zudem dürften elektronische Geräte, Nachrichten und weitere Materialien ausgewertet werden, die Hinweise auf eine mögliche Vorbereitung der Tat liefern könnten.
Bislang ist nicht bekannt, ob der Festgenommene die Tat eingeräumt hat. Weitere Informationen zu einem möglichen Haftbefehl und zu den konkreten Vorwürfen werden nach Abschluss der ersten Ermittlungsmaßnahmen erwartet.
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