Startseite AktuellesBei einer Sturzflut in Nepal sterben mindestens 157 Menschen. Hunderte werden vermisst, ganze Dörfer, Straßen und Brücken wurden zerstört.

Bei einer Sturzflut in Nepal sterben mindestens 157 Menschen. Hunderte werden vermisst, ganze Dörfer, Straßen und Brücken wurden zerstört.

von Johanna Richter
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Bei einer Sturzflut in Nepal sterben mindestens 157 Menschen. Hunderte werden vermisst, ganze Dörfer, Straßen und Brücken wurden zerstört.

Bei einer verheerenden Sturzflut im Himalaya sind mindestens 160 Menschen ums Leben gekommen. Die nepalesische Polizei bestätigte 157 Todesopfer. Chinesische Staatsmedien berichteten zudem von mindestens drei Toten auf chinesischer Seite. Hunderte Einheimische und Touristen gelten weiterhin als vermisst. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu tagesschau.

Nepal bittet um internationale Unterstützung

Nepals Regierungssprecher Sasmit Pokharel teilte mit, das Land habe Indien und China um Unterstützung bei den Such- und Rettungsarbeiten gebeten. Indiens Premierminister Narendra Modi erklärte, Nepal jede mögliche Form humanitärer Hilfe anbieten zu wollen.

In der Grenzregion zu Tibet werden mehr als 300 ausländische Staatsangehörige vermisst. Unter ihnen befinden sich zahlreiche Menschen aus Indien sowie Touristen aus Deutschland, den USA und Spanien. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press werden außerdem Bürger aus Großbritannien und Malaysia gesucht.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf das Außenministerium in Seoul, dass mehrere südkoreanische Staatsangehörige vermisst würden. Sie sollen an einem Wasserkraftwerk in der betroffenen Region gearbeitet haben.

Keine Hinweise auf betroffene deutsche Staatsangehörige

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, das gesamte Ausmaß der Katastrophe lasse sich derzeit noch nicht abschätzen. Es sei mit einer sehr hohen Zahl von Opfern zu rechnen. Bislang gebe es jedoch keine bestätigten Hinweise darauf, dass sich deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden.

Die deutsche Botschaft in Kathmandu steht nach Angaben des Ministeriums in engem Kontakt mit den örtlichen Behörden und überprüft Informationen über Touristen, die sich im Katastrophengebiet aufgehalten haben könnten.

Wasser- und Schlammmassen reißen ganze Dörfer mit

Nach Angaben der nepalesischen Behörden wurden mehrere Ortschaften von den Wassermassen zerstört. Straßen, Brücken und Kraftwerke erlitten schwere Schäden. Schlamm, Geröll und Trümmer blockieren Teile wichtiger Verkehrsverbindungen.

Auf veröffentlichten Videoaufnahmen ist zu sehen, wie reißende Fluten Häuser und andere Gebäude mit sich reißen. Besonders schwere Zerstörungen wurden aus Dörfern entlang des Flusses Bhotekoshi gemeldet. Der Fluss entspringt im tibetischen Hochland und fließt durch die nepalesische Provinz Bagmati.

Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete ebenfalls von Todesopfern und Vermissten in der Nähe eines Grenzübergangs im Kreis Gyirong im Südwesten Tibets.

China entsendet Rettungskräfte und schweres Gerät

Die chinesischen Behörden schickten zahlreiche Rettungskräfte sowie schweres Gerät in das betroffene Gebiet. Die Gefahrenstufe wurde erhöht, außerdem stellte die Regierung finanzielle Mittel für die Katastrophenhilfe bereit.

Chinas Staatschef Xi Jinping ordnete an, alle verfügbaren Einsatzkräfte und Ressourcen für die Rettungsarbeiten zu mobilisieren. Die Suche nach Vermissten läuft auf beiden Seiten der nepalesisch-chinesischen Grenze.

Nepal setzt die Armee für Rettungsarbeiten ein

Nepals Premierminister Balendra Shah kündigte den Einsatz der Armee und zusätzlicher Sicherheitskräfte an. Für tiefer gelegene Regionen entlang der Flüsse gaben die Behörden Warnungen vor weiteren Überschwemmungen heraus.

Die Rettungsarbeiten in den Bergregionen werden durch zerstörte Straßen und Brücken erheblich erschwert. In einigen Gebieten können Hubschrauber wegen der Überschwemmungen und der schwierigen Bedingungen weiterhin nicht landen.

Gletscherabbruch könnte die Sturzflut ausgelöst haben

Die genaue Ursache der Katastrophe wird noch untersucht. Nepals Außenminister Shisir Khanal erklärte vor dem Parlament, ein Erdbeben könnte eine Lawine ausgelöst haben.

Fachleute des International Centre for Integrated Mountain Development in Kathmandu gehen davon aus, dass die Flut durch eine Eis- und Gerölllawine verursacht worden sein könnte. Nach Angaben des Experten Saswata Sanyal staute die Lawine möglicherweise zunächst den Fluss Lhende Khola. Beim Bruch dieser natürlichen Barriere seien große Wassermassen unkontrolliert ins Tal geströmt.

Der US Geological Survey registrierte am Morgen des 26. August ein Erdbeben der Stärke 4,4 in der Nähe der Grenze zwischen Nepal und China.

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