Deutschland steht vor einer weiteren Phase mit extrem hohen Temperaturen. Sehr heiße Luft aus Südeuropa wird sich schrittweise nach Norden ausbreiten und zunächst den Süden sowie den Südwesten des Landes erreichen. Danach könnte die Hitze große Teile Deutschlands erfassen. Ende Juli sind in vielen Regionen 32 bis 36 Grad möglich, am Oberrhein könnten die Temperaturen auf etwa 38 Grad steigen. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu t-online.
Einzelne Wettermodelle berechnen für die ersten Augusttage noch höhere Werte. Die amerikanische Wetterprognose GFS zeigte zeitweise Temperaturen von mehr als 40 Grad. Meteorologen weisen jedoch darauf hin, dass Prognosen über einen längeren Zeitraum noch sehr unsicher sind und sich deutlich verändern können.
Hitze breitet sich vom Süden Deutschlands aus
Das Zentrum der besonders heißen Luft liegt derzeit über Südeuropa. Unter dem Einfluss eines kräftigen Hochdruckgebiets werden Luftmassen aus dem Mittelmeerraum, von der Iberischen Halbinsel und aus Nordafrika allmählich nach Mitteleuropa transportiert.
Als erste Bundesländer dürften Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland die steigenden Temperaturen spüren. Anschließend wird sich die Hitze voraussichtlich weiter nach Norden und Osten ausbreiten. Nach der derzeitigen Entwicklung dürfte es in der zweiten Wochenhälfte von Tag zu Tag heißer werden.
In vielen Teilen Deutschlands werden 32 bis 36 Grad erwartet. Die höchsten Temperaturen sind im Oberrheingraben und im Südwesten möglich. Dort könnten die Werte bis auf etwa 38 Grad steigen.
Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits darauf hingewiesen, dass im Sommer 2026 weiterhin Bedingungen für längere Hitzeperioden mit örtlichen Höchstwerten um oder über 40 Grad bestehen. Die tatsächlichen Temperaturen hängen vor allem von der Lage der Hochdruckgebiete und der Richtung der Luftströmung ab.
Zu Beginn bleibt die Hitze überwiegend trocken
In der ersten Phase dürfte die nach Deutschland strömende Luft vergleichsweise trocken bleiben. Die hohen Tagestemperaturen werden daher zunächst nicht überall von hoher Luftfeuchtigkeit und drückender Schwüle begleitet.
Auch nachts kann sich die Luft anfangs in vielen Regionen noch spürbar abkühlen. Dadurch fällt die Belastung für den Körper etwas geringer aus als während sogenannter Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt.
Mit dem Zustrom feuchterer Luft wird sich die Wetterlage jedoch verändern. Die Hitze könnte sich unangenehmer anfühlen, gleichzeitig nimmt die Gefahr von Gewittern und extremen Niederschlägen zu.
Besonders belastend ist die Situation in größeren Städten. Dichte Bebauung, Asphalt und Beton speichern tagsüber Wärme und geben sie nachts nur langsam wieder ab. Deshalb bleiben die Temperaturen in Innenstädten häufig mehrere Grad höher als in ländlichen Gebieten und am Stadtrand.
Nach der Hitze drohen schwere Gewitter und Starkregen
Feuchte Luft in Verbindung mit hohen Temperaturen schafft günstige Bedingungen für die Entstehung kräftiger Gewitter. Lokal sind Starkregen, größerer Hagel und schwere Sturmböen möglich.
Als erstes könnte der Nordwesten Deutschlands von Unwettern betroffen sein. Im weiteren Verlauf kann sich die Gewitterzone über die Mitte des Landes in Richtung Süden und Südosten verlagern.
Ein besonderes Risiko besteht darin, dass große Regenmengen auf stark ausgetrocknete und aufgeheizte Böden treffen. Nach längeren Trockenperioden verdichtet sich die obere Bodenschicht und kann Wasser nur schlecht aufnehmen.
Bei heftigem Regen fließt das Wasser deshalb schnell oberirdisch ab. Es kann sich auf Straßen, unter Brücken und in tiefer gelegenen Bereichen sammeln. In Städten steigt die Gefahr, dass Keller, Tiefgaragen und Straßenabschnitte überflutet werden. Lokale Überschwemmungen sind auch dort möglich, wo die Böden weiterhin unter anhaltender Trockenheit leiden.
Trockene Böden können die Hitze zusätzlich verstärken
Die lang anhaltende Trockenheit gehört zu den Faktoren, die eine Hitzewelle weiter verschärfen können. Normalerweise wird ein Teil der Sonnenenergie für die Verdunstung von Wasser aus dem Boden verwendet. Dieser Vorgang sorgt für eine natürliche Abkühlung der bodennahen Luft.
Ist der Boden stark ausgetrocknet, fällt dieser Verdunstungseffekt weitgehend aus. Ein größerer Teil der Sonnenenergie wird dann direkt in die Erwärmung der Erdoberfläche und der darüberliegenden Luft umgewandelt.
Der Boden wirkt dadurch wie eine aufgeheizte Herdplatte. Er wird tagsüber besonders heiß, gibt die Wärme unmittelbar an die Atmosphäre ab und kühlt nach Sonnenuntergang langsamer aus.
Dieser Effekt ist vor allem auf trockenen Wiesen, offenen Feldern, landwirtschaftlichen Flächen und Gebieten mit wenig Vegetation spürbar. Trockene Böden lösen eine Hitzewelle nicht allein aus, können sie bei einer stabilen Hochdrucklage jedoch deutlich verstärken.
In vielen Regionen Deutschlands besteht bereits seit Monaten ein Niederschlagsdefizit. Die Trockenheit hat die Bodenfeuchte verringert, an manchen Flüssen zu niedrigen Wasserständen geführt und die Waldbrandgefahr erhöht.
Wettermodelle halten 40 Grad Anfang August für möglich
Die größte Unsicherheit betrifft derzeit die Wetterentwicklung in den ersten Augusttagen. Einige Berechnungen zeigen die Entstehung eines stabilen Hochdruckgebiets über Mittel- oder Westeuropa.
In diesem Fall könnte heiße Luft kontinuierlich von der Iberischen Halbinsel, aus Südfrankreich und Nordafrika nach Deutschland gelangen. Bleibt das Hoch mehrere Tage bestehen, steigen die Temperaturen von Tag zu Tag weiter an.
Einige Modellläufe berechnen für Deutschland 39 bis 40 Grad. Die amerikanische GFS-Prognose zeigte zeitweise sogar lokale Höchstwerte von 43 bis 44 Grad.
Solche Zahlen sind jedoch noch kein verlässlicher Wetterbericht. Je weiter der Prognosezeitraum in der Zukunft liegt, desto stärker unterscheiden sich die möglichen Szenarien. Schon eine geringe Verschiebung des Hochdruckgebiets kann die erwartete Höchsttemperatur um zehn oder mehr Grad verändern.
Derzeit lässt sich daher lediglich eine Tendenz zu einer erneuten starken Hitzewelle erkennen. Ob tatsächlich neue Temperaturrekorde erreicht werden, ist noch offen.
Für extreme Hitze müsste sich ein Hitzedom bilden
Damit die Temperaturen in Deutschland deutlich über 40 Grad steigen, müsste sich über Mitteleuropa ein sogenannter Hitzedom bilden. Dabei handelt es sich um ein stabiles Hochdruckgebiet, das kühlere Luft blockiert und heiße Luftmassen über längere Zeit in derselben Region festhält.
Innerhalb eines solchen Systems sinkt die Luft ab, wird komprimiert und erwärmt sich zusätzlich. Gleichzeitig nimmt die Bewölkung ab, sodass die Sonne die Oberfläche nahezu ungehindert aufheizen kann.
Bleibt ein Hitzedom mehrere Tage bestehen, verstärkt sich die Hitze selbst dann, wenn keine zusätzlichen extrem heißen Luftmassen nachströmen. Kommt gleichzeitig heiße Luft aus Spanien, Frankreich oder der Sahara hinzu, steigt die Wahrscheinlichkeit sehr hoher Temperaturen.
Bislang bestätigen die Modelle die Entstehung eines solchen Systems noch nicht mit ausreichender Sicherheit. Die genaue Lage, Stärke und Dauer des Hochdruckgebiets werden erst bei einem kürzeren Prognosezeitraum zuverlässiger erkennbar sein.
Die Juni-Hitze brachte bereits extreme Temperaturen
Die vorherige große Hitzewelle dauerte in Deutschland vom 18. bis zum 28. Juni 2026. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurde die Marke von 40 Grad an zahlreichen Messstationen überschritten.
Die Durchschnittstemperatur im Juni lag bei 19,4 Grad. Der Monat endete mit einer außergewöhnlich langen und intensiven Hitzeperiode. An 46 Wetterstationen stieg die Temperatur über 40 Grad.
Der höchste gemessene Wert lag bei 41,7 Grad. Vor allem die Dauer der Hitze und die große betroffene Fläche machten diese Wetterlage außergewöhnlich.
Das Robert Koch-Institut schätzte die Zahl der hitzebedingten Todesfälle bis Ende Juni auf rund 5.100. Besonders stark betroffen waren Menschen im Alter von mehr als 75 Jahren. Bei dieser Zahl handelt es sich um eine statistische Schätzung, die auf dem Vergleich der tatsächlichen Sterbefälle mit den erwarteten Werten beruht.
Waldbrandgefahr nimmt in Deutschland zu
Hohe Temperaturen und lang anhaltende Trockenheit schaffen günstige Bedingungen für die schnelle Ausbreitung von Vegetations- und Waldbränden. Ausgetrocknetes Gras, Unterholz und Laub können bereits durch eine kleine Zündquelle Feuer fangen.
Mögliche Brandursachen sind achtlos weggeworfene Zigaretten, Funken von Maschinen, überhitzte landwirtschaftliche Geräte oder Verstöße gegen Verbote für offenes Feuer. Bei starkem Wind kann sich ein zunächst kleiner Brand innerhalb kurzer Zeit über eine größere Fläche ausbreiten.
Besonders angespannt ist die Situation in Gebieten mit sandigen Böden, Nadelwäldern und anhaltendem Niederschlagsmangel. Eine erhöhte Waldbrandgefahr besteht häufig in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Teilen Nordrhein-Westfalens.
Auch einzelne Gewitter mit Starkregen reichen nicht immer aus, um die Gefahr deutlich zu verringern. Wenn der Regen nur lokal fällt und das Wasser über die trockene Oberfläche abfließt, bleiben tiefere Bodenschichten weiterhin trocken. Für eine nachhaltige Entspannung wären länger anhaltende und flächendeckende Niederschläge erforderlich.
Trockenheit kann auch den Herbst beeinflussen
Der Feuchtigkeitsmangel im Boden kann sich auch nach dem Ende des meteorologischen Sommers auf die Temperaturen auswirken. Eine trockene Oberfläche erwärmt sich schneller und gibt weniger Wasserdampf an die Luft ab. Dadurch können Wolkenbildung und Niederschläge zusätzlich erschwert werden.
Langfristige Wettermodelle deuten darauf hin, dass der September 2026 wärmer als im langjährigen Durchschnitt ausfallen könnte. In einzelnen Phasen sind vor allem im Süden und Westen Deutschlands Temperaturen nahe 30 Grad möglich.
Auch für die gesamte Herbstperiode zeigen saisonale Berechnungen eine positive Temperaturabweichung. Die Durchschnittswerte für September, Oktober und November könnten ein bis zwei Grad über dem langjährigen Mittel liegen.
Solche Langfristprognosen beschreiben lediglich eine allgemeine Entwicklung. Sie erlauben keine genaue Vorhersage für einzelne Tage. Auch in einem insgesamt zu warmen Herbst bleiben Kaltlufteinbrüche, Nebel, längere Regenphasen und erste Nachtfröste möglich.
Eine genauere Einschätzung der bevorstehenden Hitzewelle wird möglich sein, sobald die Wettermodelle die Lage und Stabilität des Hochdruckgebiets über Europa zuverlässiger berechnen können.
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