US-Präsident Donald Trump hat vier Mitarbeitern des Weißen Hauses Geldgeschenke im Gesamtwert von 157.000 Dollar gemacht. Das geht aus veröffentlichten finanziellen Offenlegungserklärungen der Regierungsmitarbeiter hervor. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu ВВС.
Jeweils 45.000 Dollar erhielten Trumps enge Mitarbeiterin Natalie Harp, Kommunikationsberaterin Margo Martin und die persönliche Assistentin des Präsidenten, Chamberlain Harris. Walt Nauta, der für die Abläufe im Oval Office zuständig ist, gab ein Geschenk in Höhe von 22.000 Dollar an.
In den Dokumenten werden die Zahlungen als Geldgeschenke zu den Feiertagen bezeichnet. Andere Beschäftigte des Weißen Hauses meldeten keine vergleichbaren Zuwendungen des Präsidenten.
Weißes Haus bezeichnet Zahlungen als private Geschenke
Die Trump-Regierung erklärte, das Geld sei keine Vergütung für dienstliche Leistungen gewesen. Nach Darstellung des Weißen Hauses handelte es sich um persönliche Geschenke an Menschen aus dem engen Umfeld des Präsidenten.
Ein Regierungsvertreter erklärte, Trump mache Menschen in seiner Umgebung seit Langem Weihnachtsgeschenke. Dazu gehörten gelegentlich auch Mitarbeiter und Assistenten – sowohl im öffentlichen Dienst als auch im privaten Bereich.
Das Weiße Haus betonte, die Zuwendungen stünden im Einklang mit den geltenden rechtlichen und ethischen Vorschriften. US-Bundesbedienstete dürfen keine externe Vergütung für die Erfüllung ihrer dienstlichen Aufgaben annehmen. Private Geschenke können jedoch anders bewertet werden.
Warum gerade diese vier Personen Geld erhielten, erläuterte die Regierung nicht. In der veröffentlichten Liste werden 91 weitere Mitarbeiter aufgeführt, darunter hochrangige Berater sowie Mitglieder des Büros von First Lady Melania Trump. Sie meldeten keine ähnlichen Geschenke.
Wer das Geld von Trump erhielt
Alle vier Empfänger gehören zum engeren Umfeld von Donald Trump.
Die 35-jährige Natalie Harp arbeitet seit mehreren Jahren für Trump und gilt als eine seiner loyalsten Mitarbeiterinnen. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Vorbereitung und Eingabe von Texten für seine Beiträge in sozialen Netzwerken. Zuletzt geriet Harp in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, nachdem bekannt geworden war, dass sie Trump während eines geheim gehaltenen Flugzeugwechsels bei einer Abreise aus der Türkei begleitet hatte.
Walt Nauta ist ein Veteran der US-Marine. Während Trumps erster Amtszeit arbeitete er als militärischer persönlicher Diener des Präsidenten. Nach Trumps Ausscheiden aus dem Amt wechselte Nauta als Mitarbeiter in dessen Anwesen Mar-a-Lago in Florida.
Im Jahr 2023 wurden Nauta und Trump im Zusammenhang mit dem unsachgemäßen Umgang mit Dokumenten zur nationalen Sicherheit angeklagt. Das Verfahren wurde später eingestellt.
Margo Martin ist für die Kommunikation zuständig und dokumentiert Trumps Aktivitäten regelmäßig in den sozialen Medien.
Die 26-jährige Chamberlain Harris arbeitet offiziell als persönliche Assistentin des Präsidenten. Im Februar wurde sie außerdem in die US-Kommission für Bildende Künste berufen. Das Gremium befasst sich mit Architektur- und Bauvorhaben in Washington, darunter der geplante Ballsaal des Weißen Hauses und weitere Projekte der Trump-Regierung.
Experten verweisen auf ethische Fragen
Die Rechtsprofessorin und Expertin für Berufsethik Cassandra Burke Robertson erklärte, eine eindeutige Bewertung der Geldgeschenke sei schwierig. Entscheidend sei, zu welchem Zweck das Geld übergeben wurde.
Sollten die Zahlungen als zusätzliche Vergütung für geleistete Arbeit gedacht gewesen sein, könnten sie gegen geltende Beschränkungen verstoßen. Die Regierung besteht jedoch darauf, dass es sich ausschließlich um persönliche Geschenke zu den Feiertagen gehandelt habe.
Auch wenn kein Gesetz verletzt wurde, können Geldgeschenke dieser Größenordnung Fragen zu möglichen Interessenkonflikten aufwerfen. Die Diskussion fällt in eine Zeit, in der es bereits Kontroversen über Prognosemärkte und Kryptowährungen im Umfeld der Regierung gibt.
Weitere bekannte Fälle, in denen ein amtierender US-Präsident Mitarbeitern des Weißen Hauses größere Geldbeträge schenkte, sind nicht dokumentiert. Persönliche Erinnerungsstücke und kleinere Präsente an Mitarbeiter haben dagegen eine längere Tradition.
Barack Obama schenkte seinem früheren Pressesprecher Robert Gibbs beispielsweise eine gerahmte Krawatte. Gibbs hatte sie Obama vor dem Parteitag der Demokraten im Jahr 2004 geliehen.
Lesen Sie auch: Natalie Harp steht erneut im Fokus: Berichte über ihre Rolle bei Donald Trump, persönliche Notizen und Aussagen von Maggie Haberman sorgen für Aufsehen