In Deutschland bereiten sich Mobilfunkanbieter auf die vollständige Abschaltung des 2G-Netzes vor. Telefónica Germany kündigte an, die veraltete Technologie in der zweiten Hälfte des Jahres 2028 außer Betrieb zu nehmen. Ähnliche Pläne haben bereits Vodafone und Deutsche Telekom bestätigt. Die bisher für 2G genutzten Frequenzen sollen künftig für moderne Mobilfunkstandards wie 4G und 5G verwendet werden. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu spiegel.
Für die meisten Verbraucher dürfte die Umstellung kaum spürbar sein. Der 2G-Standard gilt wegen seiner niedrigen Datenübertragungsraten längst als technisch überholt. Moderne Smartphones arbeiten bereits überwiegend mit LTE- und 5G-Netzen. Betroffen sein könnten jedoch Besitzer älterer Fahrzeuge.
Ältere eCall-Systeme könnten ihre Funktion verlieren
Seit 2018 müssen alle neu zugelassenen Fahrzeuge in der Europäischen Union mit dem automatischen Notrufsystem eCall ausgestattet sein. Das System alarmiert bei schweren Unfällen automatisch die Rettungsdienste und übermittelt den Standort des Fahrzeugs.
Viele der ersten eCall-Generationen basieren jedoch noch auf der 2G-Technologie. Mit der Abschaltung des Netzes könnten diese Systeme ihre Verbindung verlieren, sofern die Hersteller keine technische Aktualisierung bereitstellen.
Hersteller stellen auf Next Generation eCall um
Anfang 2026 wurde in Europa offiziell das System „Next Generation eCall“ eingeführt. Es nutzt LTE-Technologie und bleibt damit auch nach dem Ende von 2G weiterhin funktionsfähig.
Einige Automobilhersteller haben bereits mit Software-Updates begonnen. So verteilt Volkswagen Aktualisierungen, die ältere Fahrzeugsysteme auf moderne Mobilfunkstandards umstellen.
Noch ist jedoch unklar, ob sich alle älteren Modelle technisch nachrüsten lassen. Bei bestimmten Fahrzeugen könnte ein Update nicht möglich sein.
TÜV-Frage weiterhin offen
In Deutschland wird derzeit diskutiert, wie mit Fahrzeugen umzugehen ist, deren eCall-System nach 2028 nicht mehr funktioniert.
Nach Angaben des Magazins Auto Motor und Sport geht der TÜV-Verband derzeit davon aus, dass Fahrzeuge auch ohne verfügbares Update weiterhin eine Prüfplakette erhalten sollen. Eine endgültige gesetzliche Entscheidung steht allerdings noch aus.
Nach dem Ende von 2G könnten Funklöcher entstehen
Das 3G-Netz wurde in Deutschland bereits 2021 abgeschaltet. Seitdem diente 2G vielerorts als Reserve-Netz für Telefonate und SMS in Regionen mit schwacher Mobilfunkabdeckung.
Nach Angaben der Bundesnetzagentur deckt 2G derzeit noch 99,78 Prozent der Fläche Deutschlands ab. 4G erreicht 97,79 Prozent, während 5G bei 95,29 Prozent liegt.
Trotz des laufenden Ausbaus moderner Netze könnten nach der Abschaltung von 2G in einigen ländlichen oder bewaldeten Regionen weiterhin Funklöcher bestehen bleiben.
Auch alte Handys und technische Geräte betroffen
Nach 2028 könnten ältere Mobiltelefone ohne Unterstützung für 4G oder 5G vollständig den Mobilfunkzugang verlieren.
Auch zahlreiche technische Geräte wie Alarmanlagen, Sensoren oder industrielle Überwachungssysteme arbeiten weiterhin über 2G-Verbindungen. Für Geschäftskunden hat Vodafone bereits eine verlängerte Übergangsfrist bis 2030 angekündigt.
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