Startseite AktuellesHeizölpreise in Deutschland fallen auf den tiefsten Stand seit Anfang August. Erfahren Sie, wo Heizöl günstig ist und warum die Nachfrage vor dem Winter steigt.

Heizölpreise in Deutschland fallen auf den tiefsten Stand seit Anfang August. Erfahren Sie, wo Heizöl günstig ist und warum die Nachfrage vor dem Winter steigt.

von Johanna Richter
0 Kommentare
Heizölpreise in Deutschland fallen auf den tiefsten Stand seit Anfang August. Erfahren Sie, wo Heizöl günstig ist und warum die Nachfrage vor dem Winter steigt.

Die Heizölpreise in Deutschland sind im Zuge sinkender Rohölnotierungen deutlich zurückgegangen. Am Mittwoch fiel der durchschnittliche Preis auf 129 Euro je 100 Liter und damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang August. Im Vergleich zur Vorwoche kostet Heizöl derzeit rund 6,50 Euro weniger. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu agrarheute.

Gleichzeitig zieht die Nachfrage an. In vielen Bundesländern sind die Sommerferien beendet, während die Heizsaison näher rückt. Zahlreiche Haushalte beginnen deshalb, ihre Heizölvorräte für den Winter aufzufüllen.

Wo Heizöl in Deutschland am teuersten ist

Die Preise unterscheiden sich erheblich zwischen den Bundesländern. Am 26. August war Heizöl in Bremen mit 143 Euro je 100 Liter am teuersten. In Schleswig-Holstein wurden bis zu 139 Euro verlangt.

Den niedrigsten Preis verzeichnete Baden-Württemberg mit 128 Euro je 100 Liter. Damit betrug der Unterschied zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland 15 Euro.

In Norddeutschland bleibt Heizöl deutlich teurer als im Süden. Gleichzeitig wurden in den nördlichen Bundesländern die stärksten Preisrückgänge des Tages registriert. Dort verbilligte sich Heizöl um etwa vier Euro je 100 Liter.

Warum die Heizölpreise gesunken sind

Als wesentlicher Grund gilt der Rückgang der internationalen Ölpreise. Der Preis für die Nordseesorte Brent fiel am Mittwoch unter 87 US-Dollar je Barrel. Damit gingen die Notierungen den dritten Handelstag in Folge zurück und zogen auch die Heizölpreise nach unten.

Der Markt reagierte unter anderem auf Berichte über Gespräche zwischen dem Iran und Oman. Beide Staaten beraten über die Einrichtung eines vorübergehenden gemeinsamen Schifffahrtskorridors in der Straße von Hormus.

Die technischen Verhandlungen sollen fortgesetzt werden. Dabei geht es unter anderem um die künftige Verwaltung der Meerenge, den Informationsaustausch, die Steuerung des Schiffsverkehrs sowie um Sicherheits- und maritime Dienstleistungen.

Zusätzlichen Druck auf die Ölpreise übten die jüngsten Maßnahmen Washingtons gegen den Iran aus. Sie fielen weniger weitreichend aus, als viele Marktteilnehmer erwartet hatten. Die USA verzichteten insbesondere auf sekundäre Sanktionen gegen Handelspartner des Iran.

Engpässe begrenzen weitere Preisrückgänge

Der Spielraum für eine weitere Verbilligung bleibt begrenzt. Die Raffineriemargen für Diesel und Heizöl sind weiterhin hoch. Gleichzeitig befinden sich die Destillatvorräte auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

In den USA lagen die Bestände vor den herbstlichen Wartungsarbeiten der Raffinerien und dem Beginn der winterlichen Heizsaison etwa 12 bis 13 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Auch die Entwicklung am Terminmarkt bremst den Preisrückgang. Der Gasöl-Future an der Londoner Börse ICE, der die Heizölpreise maßgeblich beeinflusst, stieg nach einem deutlichen Einbruch wieder auf 1.325 US-Dollar je Tonne. Innerhalb weniger Tage verteuerte sich der Kontrakt damit um rund 300 US-Dollar.

Verbraucher bestellen wieder mehr Heizöl

Nach Angaben des Vergleichsportals Heizöl24 hielten es am 26. August rund 26 Prozent der befragten Kunden für sinnvoll, Heizöl zu den aktuellen Preisen zu kaufen. Weitere 74 Prozent wollten zunächst abwarten und auf einen zusätzlichen Preisrückgang setzen.

Eine Woche zuvor waren lediglich sechs Prozent der Befragten davon überzeugt, dass sich eine sofortige Bestellung lohnt. Gleichzeitig bewertete Heizöl24 sowohl die Marktbeobachtung als auch die tatsächliche Kaufaktivität als „sehr hoch“.

Die durchschnittliche Lieferzeit stieg auf 19 Tage und lag damit einen Tag über dem Wert der Vorwoche. Die längeren Wartezeiten deuten darauf hin, dass die Händler nach der nachfrageschwachen Ferienzeit wieder mehr Bestellungen bearbeiten.

Lesen Sie auch: Polen senkt die Mehrwertsteuer auf Kraftstoff auf 8 Prozent und führt bis 31. August tägliche Höchstpreise für Benzin und Diesel ein.

Das könnte dir auch gefallen