Die Ukraine begeht am 24. August ihren Unabhängigkeitstag vor dem Hintergrund des anhaltenden russischen Angriffskrieges und intensiver diplomatischer Debatten über mögliche Wege zu dessen Beendigung. Auch in Deutschland fanden an diesem Tag Solidaritätsaktionen für die Ukraine statt. Gleichzeitig äußerten sich Experten erneut dazu, unter welchen Bedingungen Moskau zu ernsthaften Verhandlungen bereit sein könnte. Präsident Wolodymyr Selenskyj wies zudem erneut eine Beteiligung des ukrainischen Staates an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines zurück. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu mdr.
Historiker nennt Bedingung für mögliche Verhandlungen mit Russland
Der Historiker Wilfried Jilge von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik geht davon aus, dass Russlands Bereitschaft zu konstruktiven Verhandlungen stark von der Entwicklung an der Front abhängen wird.
Nach seiner Einschätzung könnte Moskau seine Haltung erst dann ändern, wenn die russischen Streitkräfte nicht mehr in der Lage sind, im Donbass weiter vorzurücken. Ein Stopp der Offensive könnte demnach zu einem entscheidenden Faktor für weitere Entscheidungen des Kremls werden.
Jilge erklärte zudem, dass die Ukraine im Laufe des Jahres 2026 bereits Fortschritte erzielt habe. Gleichzeitig müsse Europa seine Unterstützung für Kiew fortsetzen und ausbauen.
Besondere Bedeutung komme dabei Ressourcen zu, mit denen die Ukraine die russische Militärlogistik unter Druck setzen und weitere Offensivoperationen erschweren könne.
Ukrainer feiern den Unabhängigkeitstag in Deutschland
Auch in Deutschland fanden Veranstaltungen zum Unabhängigkeitstag der Ukraine statt. In Berlin versammelten sich Ukrainer und Unterstützer vor dem Brandenburger Tor.
Dort spannten Teilnehmer ein Schutznetz auf, wie es zur Abwehr von Drohnen eingesetzt wird. Die Installation sollte auf die ständige Gefahr durch Drohnenangriffe aufmerksam machen, der die Bevölkerung in der Ukraine ausgesetzt ist.
Die Aktion in Berlin war Teil zahlreicher Veranstaltungen, mit denen Ukrainer ihren Nationalfeiertag auch außerhalb ihres Landes begingen.
Selenskyj weist Beteiligung der Ukraine an Nord-Stream-Anschlägen erneut zurück
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 24. August erneut, dass der ukrainische Staat nicht an den Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee beteiligt gewesen sei.
Nach seinen Worten habe Kiew offiziell an keinen Operationen mitgewirkt, die mit der Sprengung der Pipelines in Verbindung standen.
Diese Darstellung unterscheidet sich von der Version, die von deutschen Ermittlungsbehörden geprüft wird. Die Bundesanwaltschaft hatte zuvor Hinweise auf eine mögliche Beteiligung ukrainischer staatlicher Stellen an der Planung der Sabotage öffentlich gemacht.
Nach Angaben der Ermittler könnte eines der Ziele darin bestanden haben, russische Einnahmen zu begrenzen, die zur Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine verwendet wurden.
Kiew erwartet weitere Luftverteidigung und spricht weiter über Frieden
Parallel zu den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag setzt die Ukraine ihre Gespräche mit westlichen Partnern über militärische Unterstützung und diplomatische Schritte fort.
Ein Schwerpunkt bleibt die Verstärkung der Luftverteidigung. Kiew erwartet zusätzliche Raketen für Patriot-Systeme, die zum Schutz ukrainischer Städte und kritischer Infrastruktur vor russischen Angriffen benötigt werden.
Gleichzeitig betont die ukrainische Führung weiterhin die Notwendigkeit eines Friedens und verweist dabei auf die Bedeutung internationaler Unterstützung sowie weiteren Drucks auf Russland.
Auch die deutsche Diplomatie befasst sich mit möglichen neuen Formaten für einen politischen Prozess. Bundesaußenminister Johann Wadephul beteiligt sich an den Diskussionen über weitere diplomatische Schritte im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.
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