Ein Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau hat den Flugverkehr in Indonesien erheblich beeinträchtigt. Wegen der Ausbreitung von Vulkanasche stellten sechs Flughäfen vorübergehend ihren Betrieb ein. Betroffen war auch der internationale Flughafen Soekarno-Hatta nahe der Hauptstadt Jakarta. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu spiegel.
Was über den Ausbruch des Anak Krakatau bekannt ist
Der Vulkan liegt in der Sundastraße zwischen den Inseln Java und Sumatra. Am Samstag, dem 5. September, brach er aus und schleuderte Lava aus seinem Krater. Nach Angaben des geologischen Dienstes war das gewaltige Grollen noch in einer Entfernung von bis zu 700 Kilometern zu hören.
Am Sonntag registrierten Fachleute zwei weitere Eruptionen. Die Aschewolke breitete sich über ein großes Gebiet aus. Auf der Java zugewandten Seite erreichte sie eine Höhe von rund sechs Kilometern, auf der Sumatra zugewandten Seite stieg sie bis zu 15 Kilometer auf.
Die Behörden rieten der Bevölkerung, Aufenthalte im Freien einzuschränken sowie Schutzmasken und Schutzbrillen zu tragen. Autofahrer wurden wegen schlechter Sicht und Vulkanasche auf den Straßen zu besonderer Vorsicht aufgerufen.
Flughäfen geschlossen und Flüge gestrichen
Zu den Flughäfen, die ihren Betrieb vorübergehend einstellten, gehörten der internationale Flughafen Soekarno-Hatta und der Flughafen Husein Sastranegara, der die Millionenstadt Bandung bedient. Auch mehrere weitere Flughäfen in der Hauptstadtregion waren von den Einschränkungen betroffen.
Zunächst sollte Indonesiens größter Flughafen nur bis Sonntagmorgen Ortszeit geschlossen bleiben. Nachdem erneut Vulkanasche in der Luft nachgewiesen worden war, verlängerten die Behörden die Sperrung mindestens bis zum Mittag.
Der Flughafen Soekarno-Hatta liegt mehr als 150 Kilometer vom Vulkan entfernt. Dennoch erreichte die Aschewolke das Gebiet des Flughafens. Vulkanische Partikel können Flugzeugtriebwerke und andere technische Systeme beschädigen und stellen deshalb eine erhebliche Gefahr für den Luftverkehr dar.
Allein die Schließung dieses Flughafens betraf 209 Flüge und mehr als 22.000 Passagiere. Besonders stark beeinträchtigt waren Verbindungen zwischen Jakarta und Singapur, Doha, Sydney sowie Kuala Lumpur. Landesweit wurden Hunderte Flüge gestrichen oder verschoben.
Behörden wollen die Ausbreitung der Asche eindämmen
Die indonesische Katastrophenschutzbehörde leitete Maßnahmen zur künstlichen Beeinflussung des Wetters ein. Dazu kann auch die sogenannte Wolkenimpfung gehören, mit der Niederschläge ausgelöst werden sollen.
Die Behörden hoffen, dass kräftiger Regen die Vulkanasche aus der Luft sowie von Straßen und Gebäuden spült. Wann der Flugverkehr vollständig wieder aufgenommen werden kann, hängt von der Windrichtung, der weiteren Aktivität des Vulkans und den Ergebnissen der Untersuchungen des Luftraums ab.
Auch in der Sundastraße wurden Einschränkungen verhängt. Schiffsbesatzungen sollten besonders wachsam sein. Rund um den Anak Krakatau richteten die Behörden zudem eine Sperrzone mit einem Radius von drei Kilometern ein.
Derzeit keine Tsunami-Gefahr
Nach Angaben der indonesischen Geologiebehörde geht von der aktuellen Eruptionsserie keine Tsunami-Gefahr aus. Der Vulkan und die umliegenden Gewässer werden weiterhin überwacht.
Die Sorge vor einer möglichen Flutwelle hängt mit den Ereignissen von 2018 zusammen. Damals löste der teilweise Einsturz des Anak Krakatau einen Tsunami in der Sundastraße aus. Mehr als 400 Menschen kamen dabei ums Leben.
Seit dem 2. Juli gilt für den Vulkan die dritthöchste von insgesamt vier Warnstufen. Sie entspricht damit der zweithöchsten Gefahrenstufe. Das Betreten der eingerichteten Sicherheitszone rund um den Krater ist verboten.
Warum es in Indonesien häufig zu Vulkanausbrüchen kommt
Indonesien liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, einer geologisch besonders aktiven Zone, in der mehrere tektonische Platten aufeinandertreffen. Deshalb kommt es in dem Inselstaat regelmäßig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen.
Der Name Anak Krakatau bedeutet „Kind des Krakatau“. Der Vulkan entstand an der Stelle des früheren Krakatau, der bei einer Serie verheerender Eruptionen im Jahr 1883 nahezu vollständig zerstört wurde. Damals starben mehr als 36.000 Menschen.
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