Zwei 18-jährige Deutsche haben eine gefährliche Nacht im österreichischen Hochgebirge überlebt, nachdem sie beim Abstieg vom Schrankogel die Orientierung verloren hatten. Die jungen Bergsteiger gerieten auf einem steilen Hang in mehr als 3.000 Metern Höhe in eine Notlage. Die Temperaturen sanken auf minus sieben Grad, während starker Wind, Schneefall und dichter Nebel die Rettungsarbeiten erheblich erschwerten. Wegen der extremen Wetterbedingungen mussten die Einsatzkräfte ihre Suche vorübergehend einstellen. Die beiden Männer verbrachten die gesamte Nacht im Gebirge und hielten telefonisch Kontakt zur Bergrettung. Am Sonntagmorgen, dem 11. Oktober, wurden sie schließlich gefunden und mit schweren Unterkühlungserscheinungen in ein Krankenhaus gebracht. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu Вild.
Zwei deutsche Bergsteiger verirren sich beim Abstieg vom Schrankogel
Der Vorfall ereignete sich am Samstag, dem 10. Oktober, in der Nähe der österreichischen Gemeinde Längenfeld in Tirol. Zwei 18-jährige Männer, einer aus Hannover und der andere aus dem bayerischen Landkreis Aichach-Friedberg, waren zu einer Bergtour auf den 3.497 Meter hohen Schrankogel aufgebrochen.
Während des Aufstiegs gab es zunächst keine größeren Schwierigkeiten. Beim Abstieg verloren die beiden jedoch den markierten Weg und gerieten auf einen steilen, schwer zugänglichen Berghang.
Gleichzeitig verschlechterten sich die Wetterbedingungen zunehmend. Dichter Nebel zog auf, Schneefall setzte ein und starker Wind sowie vereiste Passagen machten ein Weiterkommen immer gefährlicher. Die jungen Bergsteiger konnten den sicheren Rückweg nicht mehr eigenständig finden.
Gegen 16.30 Uhr verständigten sie schließlich die Rettungskräfte. Kurz nach Eingang des Notrufs begann die Bergrettung mit der Suche nach den Vermissten.
Dichter Nebel und Schneefall erschweren die Rettungsaktion in Tirol
An der Suchaktion beteiligte sich die Bergrettung Gries. Nach Angaben ihres Einsatzleiters Günther Schöpf waren die beiden Deutschen vom eigentlichen Abstiegsweg abgekommen und auf einem steilen Hang gelandet, der für die Rettungskräfte nur schwer erreichbar war.
Zunächst wurde geprüft, ob die Vermissten mit einem Rettungshubschrauber erreicht werden könnten. Wegen des dichten Nebels und der stark eingeschränkten Sicht war ein Hubschraubereinsatz jedoch nicht möglich.
Daraufhin machten sich vier Bergretter zu Fuß auf den Weg. Sie stiegen bis auf eine Höhe von etwa 3.200 Metern auf und mussten dabei verschneite und vereiste Abschnitte überwinden.
Mehrere Faktoren erschwerten den Einsatz erheblich:
- Dichter Nebel mit stark eingeschränkter Sicht.
- Heftige Windböen auf den offenen Berghängen.
- Schneefall und gefährliche Vereisungen.
- Einsetzende Dunkelheit und sinkende Temperaturen.
- Steiles und schwer zugängliches Gelände im Hochgebirge.
Kurz vor Mitternacht entschieden die Verantwortlichen, die Suche wegen der zunehmenden Gefahr für die Einsatzkräfte abzubrechen. Bis zu diesem Zeitpunkt war es nicht gelungen, die beiden jungen Männer zu finden.
Eisige Nacht bei minus 7 Grad: Bergsteiger warten auf Hilfe
Nach dem Abbruch der aktiven Suche mussten die beiden Deutschen die Nacht allein im Gebirge verbringen. Die Temperaturen fielen auf minus sieben Grad Celsius. Der starke Wind verstärkte die Belastung durch die Kälte zusätzlich.
Die jungen Männer fanden einen geschützten Platz, an dem sie versuchten, das Unwetter abzuwarten. Sie hatten Anoraks und einen Teil der notwendigen Bergausrüstung dabei. Für einen längeren Aufenthalt im Hochgebirge unter winterlichen Bedingungen waren sie allerdings nicht ausreichend vorbereitet.
Während der gesamten Nacht hielten die Mitarbeiter der Bergrettung telefonischen Kontakt zu den Vermissten. Die Gespräche wurden bewusst kurz gehalten, um die Akkus der Mobiltelefone möglichst lange zu schonen.
Besonders problematisch war die zunehmende Nässe ihrer Kleidung. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erhöht sich dadurch das Risiko einer gefährlichen Unterkühlung erheblich.
Rettung am Sonntagmorgen: Vermisste nach weniger als 50 Minuten gefunden
Am Sonntag, dem 11. Oktober, verbesserten sich die Wetterbedingungen am Schrankogel. Nach Sonnenaufgang löste sich der Nebel auf, sodass die Bergretter ihre Suche fortsetzen konnten.
Um 7 Uhr morgens begann die zweite Phase des Rettungseinsatzes. Diesmal dauerte es weniger als 50 Minuten, bis die Einsatzkräfte die beiden vermissten Bergsteiger entdeckten.
Als die Helfer sie erreichten, waren die 18-Jährigen völlig erschöpft. Ihre Kleidung war vollständig durchnässt, zudem litten beide unter starker Unterkühlung.
Nach ihrer Entdeckung wurde die Evakuierung mit einem Hubschrauber organisiert. Die beiden jungen Männer wurden aus dem Hochgebirge ausgeflogen und zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus im Tal gebracht.
Bergrettungsleiter Günther Schöpf bezeichnete den erfolgreichen Ausgang des Einsatzes als außergewöhnlichen Glücksfall. Er sprach von einem kleinen Wunder und verwies darauf, dass es am Schrankogel bereits in der Vergangenheit schwere Bergunfälle gegeben habe.
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