In Stuttgart ist das 179. Cannstatter Volksfest zu Ende gegangen. Rund 2,5 Millionen Menschen besuchten den Cannstatter Wasen 2026 – im Vorjahr waren es noch etwa 4,2 Millionen gewesen. Damit sank die Besucherzahl um rund 40 Prozent. Dennoch bewerteten die Veranstalter den Verlauf des Volksfestes positiv. Eine Besonderheit war die parallel stattfindende Landwirtschaftsausstellung, die zusätzliche Besucher auf das Festgelände brachte. Auch die Polizei zog nach 17 Veranstaltungstagen Bilanz und registrierte rund 500 Straftaten. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu stimme.
Cannstatter Wasen verzeichnet 1,7 Millionen Besucher weniger
Nach vorläufigen Angaben der Veranstalter kamen rund 2,5 Millionen Menschen zum diesjährigen Cannstatter Volksfest. Das entspricht einem Rückgang um etwa 1,7 Millionen Besucher gegenüber 2025, als rund 4,2 Millionen Gäste gezählt wurden.
Geschäftsführer Guido von Vacano bezeichnete die vergangenen 17 Festtage dennoch als gelungen und ereignisreich. Die Verantwortlichen verwiesen dabei auf die besonderen Rahmenbedingungen des diesjährigen Volksfestes.
Parallel zum Wasen fand das Landwirtschaftliche Hauptfest statt. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, beide Veranstaltungen miteinander zu verbinden.
Besucher der Landwirtschaftsausstellung nutzten das gastronomische Angebot des Volksfestes, während Wasen-Gäste auch die benachbarte Ausstellung besichtigten.
Nach Einschätzung der Veranstalter sorgte diese Verbindung für zusätzliche Kundschaft bei Gastronomiebetrieben und Schaustellern.
Fahrgeschäfte gut besucht – Kaufzurückhaltung an Marktständen
Das überwiegend freundliche Wetter begünstigte den Besuch der Vergnügungsflächen. Besonders gefragt waren Achterbahnen, das Riesenrad, Festzelte sowie verschiedene gastronomische Angebote.
Der Vorsitzende des Schaustellerverbandes, Marc Roshmann, bewertete die neuen Attraktionen positiv. Insbesondere die Achterbahn Wild Mouse XXL und das Riesenrad hätten sich günstig auf die Besucherströme auf dem Festgelände ausgewirkt.
Gleichzeitig beobachteten die Schausteller eine zurückhaltende Konsumstimmung an den Marktständen. Während viele Gäste bereit waren, Geld für Fahrgeschäfte und Unterhaltung auszugeben, hielten sie sich bei anderen Einkäufen stärker zurück.
Die gute Auslastung einzelner Attraktionen führte damit nicht automatisch zu höheren Umsätzen in sämtlichen Bereichen des Volksfestes.
Festzelte profitieren von Firmenveranstaltungen
Auch die Gastronomen zogen eine überwiegend positive Bilanz. Marcel Benz, Vertreter des Festwirteverbandes, berichtete von einer deutlichen Zunahme der Firmenveranstaltungen.
Zusätzliche Nachfrage entstand durch die Besucher des Landwirtschaftlichen Hauptfestes. Besonders zur Mittagszeit profitierten die gastronomischen Betriebe von der parallel stattfindenden Ausstellung.
In der zweiten Festwoche waren die Bierzelte besonders gut besucht. Allerdings setzte sich nach Angaben der Festwirte der rückläufige Bierkonsum fort.
Trotz dieser Entwicklung zeigten sich die Gastronomen mit dem Verlauf der Veranstaltung zufrieden. Positiv wurde insbesondere hervorgehoben, dass das Volksfest ohne schwerwiegende Zwischenfälle verlief.
Polizei registriert rund 500 Straftaten auf dem Wasen
Während der 17 Veranstaltungstage registrierte die Polizei auf dem Cannstatter Volksfest etwa 500 Straftaten. Die Zahl lag damit ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres.
Nach Angaben der Sicherheitsbehörden gab es keine schwerwiegenden Straftaten, die den Ablauf des Volksfestes erheblich beeinträchtigten.
Kai Strobel von der Polizei Bad Cannstatt bewertete das Sicherheitskonzept als erfolgreich. Besonders die Zusammenarbeit zwischen Polizei, städtischen Behörden und Veranstaltern habe gut funktioniert.
Eine besondere Herausforderung stellte der 3. Oktober dar. Am Tag der Deutschen Einheit herrschte auf dem Festgelände ein besonders hoher Besucherandrang, der eine enge Abstimmung der Einsatzkräfte erforderte.
Rund 220 Frauen suchen Hilfe bei Wasenboje
Auch die Anlaufstelle Wasenboje war während des Volksfestes im Einsatz. Das Schutzangebot richtet sich insbesondere an Frauen, die sich in schwierigen oder bedrohlichen Situationen befinden.
Insgesamt suchten rund 220 Frauen dort Unterstützung. Etwa ein Drittel der Fälle wurde als kritisch eingestuft.
Zu den Gründen für die Hilfegesuche gehörten:
- starker Alkoholkonsum und damit verbundene Notlagen;
- sexualisierte Gewalt und Belästigung;
- körperliche Übergriffe;
- Verdacht auf die Verabreichung von K.-o.-Tropfen.
Im Vergleich zum vorherigen Volksfest ging die Gesamtzahl der Vorfälle leicht zurück. Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl beziehungsweise der Anteil besonders kritischer Situationen.
Projektleiterin Franziska Haase-Fleig vermutete einen Zusammenhang mit den erstmals eingesetzten mobilen Teams. Diese konnten schneller auf Hinweise reagieren und betroffene Personen unmittelbar auf dem Festgelände unterstützen.
Cannstatter Wasen 2027: Jubiläumsprogramm bereits in Planung
Im kommenden Jahr steht das 180. Cannstatter Volksfest an. Die Veranstalter haben bereits mit den Vorbereitungen für die Jubiläumsausgabe begonnen.
Geschäftsführer Guido von Vacano kündigte an, dass für 2027 mehrere besondere Programmpunkte geplant seien. Dazu gehört auch eine Veranstaltung zum 75-jährigen Bestehen des Landes Baden-Württemberg.
Am 30. September 2027 soll auf dem Wasen ein Baden-Württemberg-Tag stattfinden, der das Landesjubiläum aufgreift.
Weitere Einzelheiten zum Festprogramm, möglichen neuen Attraktionen und organisatorischen Änderungen wurden bislang nicht bekannt gegeben.
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