Nach den jüngsten russischen Angriffen auf die Ukraine richtet sich die Aufmerksamkeit der europäischen Verbündeten erneut auf die Sicherheit des NATO-Luftraums. Ein neuer Vorfall mit russischen Drohnen hat scharfe Reaktionen der Europäischen Union und mehrerer Mitgliedstaaten des Bündnisses ausgelöst.Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu Нandelsblatt.
Im vergangenen Jahr kam es wiederholt zu Fällen, in denen Drohnen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine in den Luftraum benachbarter Staaten eindrangen. Besonders viel Aufmerksamkeit erregte ein Vorfall in Polen im vergangenen Herbst, als mehrere russische Drohnen tief in polnisches Hoheitsgebiet eindrangen. Die polnischen Behörden werteten dies damals als möglichen Test der Reaktionsfähigkeit der NATO. Die Drohnen wurden von Kräften des Bündnisses abgeschossen, woraufhin zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung der Luftverteidigung an der Ostflanke eingeleitet wurden.
EU verurteilt Verletzung des Luftraums von Bündnispartnern
In den vergangenen Wochen wurden ähnliche Vorfälle auch in den baltischen Staaten registriert. Nach Angaben der Behörden verloren mehrere ukrainische Drohnen aufgrund elektronischer Störungen ihre Orientierung und stürzten auf dem Gebiet der betroffenen Länder ab. In Lettland trug die Situation zu einer politischen Krise bei, die schließlich zum Zerfall der Regierungskoalition führte.
Vor dem Hintergrund der neuen Luftraumverletzungen reagierten die Spitzen der Europäischen Union mit deutlicher Kritik. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Russland habe erneut eine rote Linie überschritten. Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, betonte, Verstöße gegen den Luftraum von NATO- und EU-Mitgliedstaaten dürften nicht ohne Konsequenzen bleiben.
Nach ihren Worten stellt der Vorfall einen schwerwiegenden Eingriff in die Souveränität eines Bündnisstaates sowie in die Sicherheit des europäischen Luftraums dar.
Frankreich bestellt russischen Botschafter nach Vorfall in Rumänien ein
Auch Frankreich reagierte auf den Vorfall. Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte, der russische Botschafter sei zu Gesprächen einbestellt worden. Die Zusammenkunft sei ursprünglich bereits im Zusammenhang mit den russischen Angriffen auf die Ukraine geplant gewesen, habe durch den jüngsten Vorfall jedoch zusätzliche Bedeutung erhalten.
Paris bezeichnete die Ereignisse als unverantwortlich und kündigte weitere Konsultationen mit Rumänien und der NATO an. Frankreich führt die NATO-Mission in Rumänien an, wo derzeit rund 1.500 französische Soldaten stationiert sind.
In den kommenden Tagen wollen die Verbündeten die Umstände des Vorfalls sowie dessen mögliche Auswirkungen auf die regionale Sicherheit genauer bewerten. Das russische Verteidigungsministerium hat sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall geäußert.
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