Startseite AktuellesIn Baden-Württemberg stürzte ein Deutsche-Bahn-Mitarbeiter bei 120 km/h aus einem Zug. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung mit einem Fahrgast.

In Baden-Württemberg stürzte ein Deutsche-Bahn-Mitarbeiter bei 120 km/h aus einem Zug. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung mit einem Fahrgast.

von Johanna Richter
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In Baden-Württemberg stürzte ein Deutsche-Bahn-Mitarbeiter bei 120 km/h aus einem Zug. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung mit einem Fahrgast.

In Baden-Württemberg ist ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Deutschen Bahn aus einem fahrenden Zug gestürzt, der mit rund 120 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Der Vorfall ereignete sich am Abend des 17. Juli während eines Konflikts mit einem Fahrgast, dessen Ticket kontrolliert wurde. Der 26-jährige Bahnmitarbeiter wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen im Gleisbereich gefunden. Der Tatverdächtige wurde noch im Zug festgenommen. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu Вild.

Streit begann während einer Fahrkartenkontrolle

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums Karlsruhe ereignete sich der Vorfall gegen 19.35 Uhr in einem Regionalexpress von Offenburg nach Karlsruhe.

Kontrolleure überprüften die Fahrkarte eines 36-jährigen Fahrgastes. Während der Kontrolle kam es zu einem Streit zwischen dem Mann und den Bahnmitarbeitern. Da sich die Situation zuspitzte, forderten die Kontrolleure zwei Kollegen vom Sicherheitsdienst der Deutschen Bahn an.

Die Ermittler prüfen derzeit sämtliche Umstände des Konflikts, darunter auch das Verhalten des Fahrgastes vor Beginn der körperlichen Auseinandersetzung. Nach ersten Erkenntnissen könnte der Mann alkoholisiert gewesen sein und Mitarbeiter des Bahnunternehmens beleidigt haben.

Bahnmitarbeiter stürzte durch eine geöffnete Tür

Nach dem Eintreffen der Sicherheitsmitarbeiter kam es zwischen dem 36-jährigen Fahrgast und einem 26-jährigen Sicherheitsmitarbeiter zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Während des Gerangels stürzten beide Männer zu Boden.

In diesem Moment öffnete sich plötzlich eine Tür des Regionalexpresses. Der junge Mitarbeiter der Deutschen Bahn fiel in der Nähe von Ettlingen-Bruchhausen aus dem Zug. Nach Angaben der Polizei war der Zug zu diesem Zeitpunkt mit etwa 120 Kilometern pro Stunde unterwegs.

Warum sich die Tür während der Fahrt öffnen konnte, ist bislang ungeklärt. Die Ermittler prüfen sowohl einen möglichen technischen Defekt als auch die genaue Abfolge der Handlungen während der Auseinandersetzung.

Verletzter wurde zwei Kilometer entfernt gefunden

Nach dem Notruf trafen Polizeibeamte am Zug ein. Der 36-jährige Tatverdächtige wurde noch im Waggon festgenommen. Nach bisherigen Informationen leistete er dabei keinen Widerstand.

Weitere Einsatzkräfte suchten entlang der Bahnstrecke nach dem Sicherheitsmitarbeiter. Der Verletzte wurde etwa zwei Kilometer von der mutmaßlichen Sturzstelle entfernt entdeckt.

Der 26-Jährige lag mit schweren Verletzungen im Gleisbereich. Rettungskräfte versorgten ihn vor Ort und brachten ihn anschließend in ein Krankenhaus. Nach Angaben der Behörden bestand Lebensgefahr.

Zug für technische Untersuchung sichergestellt

Die Ermittlungen werden von der Kriminalpolizei Karlsruhe geführt. Die Beamten sollen den Ablauf der Auseinandersetzung rekonstruieren und klären, wie sich die Tür während der Fahrt öffnen konnte.

Der Regionalexpress wurde für eine technische Untersuchung sichergestellt. Sachverständige sollen die Türmechanik, die Verriegelungssysteme und mögliche Beschädigungen überprüfen.

Die Polizei befragt außerdem Kontrolleure, Sicherheitsmitarbeiter und Fahrgäste, die den Konflikt beobachtet haben könnten. Welche konkreten Vorwürfe gegen den Festgenommenen erhoben werden, teilte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht mit.

Sicherheit von Bahnmitarbeitern erneut im Fokus

Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund einer bundesweiten Debatte über Angriffe auf Beschäftigte der Deutschen Bahn. Erst vor wenigen Monaten hatte der Tod des Zugbegleiters Serkan Çalar große öffentliche Aufmerksamkeit ausgelöst.

Der Angriff ereignete sich am 2. Februar in einem Regionalexpress von Kaiserslautern nach Homburg. Nach den Ermittlungen war der 36-jährige Ioanni V. ohne gültigen Fahrschein unterwegs und reagierte aggressiv, als der Bahnmitarbeiter ihn kontrollieren wollte.

Der Mann schlug mehrfach auf den Zugbegleiter ein. Der Mitarbeiter der Deutschen Bahn starb später an seinen Verletzungen. Im Juli wurde der Angreifer zu zehn Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach ihn wegen Totschlags schuldig.

Die Angehörigen des Getöteten waren mit der rechtlichen Bewertung des Falls nicht einverstanden und boykottierten die Urteilsverkündung. Sie hatten gefordert, die Tat als Mord einzustufen.

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