Schwere Gewitter, Starkregen und stürmische Böen sind über den Südwesten Deutschlands gezogen. In der Stadt Rheinau wurden die größten Schäden in den Ortsteilen Freistett und Rheinbischofsheim registriert, wo die Feuerwehr innerhalb kurzer Zeit mehrfach ausrücken musste. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu bnn.
Das Unwetter traf außerdem Karlsruhe, Rastatt, Pforzheim und mehrere Gemeinden im Enzkreis. Die Einsatzkräfte meldeten umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer, überflutete Räume und blockierte Straßen.
Unwetter in Rheinau dauerte etwa 45 Minuten
Am Freitagnachmittag zog eine Gewitterfront über die Rheinauer Ortsteile Freistett und Rheinbischofsheim in Baden-Württemberg. Die heftigste Phase des Unwetters dauerte rund eine Dreiviertelstunde.
In dieser Zeit entwurzelten starke Windböen mehrere Bäume und brachen große Äste ab. Auch Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurden beschädigt. Auf einigen Straßen kam es durch umgestürzte Bäume und herumliegende Trümmer zu Verkehrsbehinderungen.
Die Feuerwehren in Freistett und Rheinbischofsheim erhielten nahezu gleichzeitig mehrere Meldungen über Unwetterschäden. Die Einsatzkräfte beseitigten Bäume von den Fahrbahnen, kontrollierten beschädigte Gebäude und sicherten Bereiche, in denen Äste oder Dachteile herabzustürzen drohten.
Zunächst lagen keine Berichte über Verletzte in Rheinau vor. Die Höhe des entstandenen Sachschadens wird noch ermittelt.
Hunderte Einsätze in Karlsruhe
Besonders schwere Folgen hatte das Unwetter in Karlsruhe. Nach Angaben der örtlichen Einsatzkräfte arbeiteten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk am Abend und in der Nacht mehr als 250 wetterbedingte Einsätze ab.
In der Stadt stürzten Bäume um, Fahrzeuge und Ampelanlagen wurden beschädigt, Straßen und Keller liefen voll Wasser. Im Norden Karlsruhes wurde ein Radfahrer von einem umstürzenden Baum getroffen und tödlich verletzt. Ein weiterer Radfahrer erlitt Verletzungen. Auch ein Kind wurde durch herabfallende Äste verletzt.
Wegen der hohen Zahl gleichzeitig gemeldeter Vorfälle richteten die Behörden eine besondere Einsatzkoordination ein. Mehrere Straßen wurden vorübergehend gesperrt, während die Feuerwehr Baumstämme zersägte und die Fahrbahnen räumte.
Der Starkregen verschlechterte die Sicht und erhöhte die Gefahr von Aquaplaning. In der Region wurden außerdem tiefer liegende Straßenabschnitte, Keller und Teile der Verkehrsinfrastruktur überflutet.
Windböen erreichen bis zu 126 Kilometer pro Stunde
Im Enzkreis wurden innerhalb kurzer Zeit Hunderte wetterbedingte Vorfälle registriert. Im Raum Mühlacker erreichten die Windgeschwindigkeiten bis zu 126 Kilometer pro Stunde.
Der Sturm riss Teile von Dächern ab, brachte Bäume zu Fall und blockierte Straßen. Wasser drang in die Räume eines Unternehmens ein und überflutete die Tiefgarage einer Polizeidienststelle.
Auch der Bahnverkehr wurde durch das Unwetter beeinträchtigt. In Ötisheim schlug ein Blitz in einen Baum in der Nähe einer Bahnstrecke ein. Der brennende Stamm stürzte auf die Oberleitung und beschädigte sie.
Ein herannahender Zug konnte etwa 100 Meter vor der Gefahrenstelle anhalten. Die Fahrgäste wurden evakuiert. Zwei Menschen kamen mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Neun weitere Passagiere wurden vorübergehend in einem öffentlichen Gebäude untergebracht.
Happiness Festival wegen Gewitter geräumt
In Straubenhardt beeinträchtigte das Unwetter den Ablauf des Musikfestivals Happiness. Rund 5.000 Besucher auf dem Campinggelände wurden aufgefordert, das Areal zu verlassen und Schutz in ihren Fahrzeugen zu suchen.
Für Menschen, die sich nicht in einem Auto unterbringen konnten, stellte die Gemeinde eine Sporthalle im Ortsteil Schwann als Notunterkunft bereit. Rund 60 Personen nutzten dieses Angebot.
Die Veranstalter verbreiteten die Warnungen über soziale Netzwerke, die Informationskanäle des Festivals und eine eigene Radiofrequenz. Autobesitzer mit freien Plätzen wurden gebeten, die Warnblinkanlage einzuschalten, damit andere Besucher schnell einen sicheren Schutzplatz finden konnten.
Nachdem der gefährlichste Teil der Gewitterfront vorübergezogen war, durften die Menschen auf den Campingplatz zurückkehren. Am folgenden Tag wurde das Festivalgelände wegen eines weiteren drohenden Gewitters erneut vorübergehend geräumt.
Starkregen und Sturm treffen mehrere Landkreise
Das Gewittersystem zog in einer breiten Linie über den Südwesten Deutschlands. Meldungen über Starkregen, Hagel, Blitze und schwere Sturmböen kamen aus den Regionen Rastatt, Karlsruhe, Pforzheim und weiteren Teilen Baden-Württembergs.
Zu den wichtigsten Folgen gehörten:
- umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste;
- beschädigte Dächer und Fassaden;
- überflutete Keller und Tiefgaragen;
- gesperrte Straßen und Bahnstrecken;
- Schäden an Fahrzeugen und Verkehrsanlagen;
- vorübergehende Räumungen von Großveranstaltungen.
Meteorologen führten die Entstehung der schweren Gewitter auf warme und feuchte Luftmassen zurück. Unter solchen Bedingungen können sich rasch kräftige Gewitterzellen bilden, die Starkregen, größeren Hagel und Orkanböen bringen.
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