Startseite AktuellesIn Altenau starben zwei Erwachsene und ein Kind nach einem Sturz vom Harzturm. Die Polizei untersucht die Hintergründe der Tragödie im Harz.

In Altenau starben zwei Erwachsene und ein Kind nach einem Sturz vom Harzturm. Die Polizei untersucht die Hintergründe der Tragödie im Harz.

von Johanna Richter
0 Kommentare
In Altenau starben zwei Erwachsene und ein Kind nach einem Sturz vom Harzturm. Die Polizei untersucht die Hintergründe der Tragödie im Harz.

In Niedersachsen hat sich eine Familientragödie ereignet: Zwei Erwachsene und ein Kind kamen nach einem Sturz vom Aussichtsturm Harzturm im Harz ums Leben. Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag in Altenau im Landkreis Goslar. Nach Angaben der Polizei gibt es keine Hinweise auf die Beteiligung weiterer Personen. Die Ermittler gehen derzeit von einer vorsätzlichen Handlung aus. Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu welt.

Zum beliebten Ausflugsziel wurden zahlreiche Kräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst geschickt. Das Gelände rund um den Turm wurde abgesperrt. Die Feuerwehr stellte Sichtschutzwände auf, um den Bereich vor Blicken zu schützen.

Drei Mitglieder einer Familie sterben am Harzturm

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei handelt es sich bei den Toten um zwei Erwachsene und ihr minderjähriges Kind. Alle drei stürzten vom Aussichtsturm im Ortsteil Torfhaus, der zum Kurort Altenau gehört.

Die Feuerwehr wurde gegen 16.45 Uhr alarmiert. Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte wurde das Areal sofort großräumig abgesperrt. Besucher durften weder das Gebäude noch die unmittelbar angrenzenden Bereiche betreten.

Neben Feuerwehrleuten und Polizeibeamten waren Rettungskräfte sowie Spezialisten für Krisenintervention im Einsatz. Auch das Kriseninterventionsteam des Landkreises Goslar wurde hinzugezogen. Es betreut Zeugen, Angehörige und Einsatzkräfte nach besonders belastenden Ereignissen.

Weitere Angaben zur Identität der Familie machte die Polizei zunächst nicht. Auch das Alter der Verstorbenen, ihr Wohnort und mögliche Ereignisse vor der Tragödie wurden nicht veröffentlicht.

Polizei geht nicht von einem Unfall aus

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass der Sturz vorsätzlich erfolgt sein könnte. Hinweise auf eine Straftat durch Dritte liegen nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen nicht vor.

Der genaue Ablauf wird weiterhin untersucht. Die Polizei befragt mögliche Zeugen, wertet Videoaufnahmen aus und sichert weitere Spuren, um die Ereignisse rekonstruieren zu können.

Hinweise auf technische Mängel am Turm oder beschädigte Sicherheitsvorrichtungen gibt es bislang nicht. Auch mit einem Einsturz des Bauwerks steht der Vorfall nicht in Zusammenhang. Eine missverständliche Formulierung in der Bildbeschreibung eines Archivfotos hatte zeitweise einen anderen Eindruck erweckt.

Die Betreiber des Harzturms teilten zunächst nicht mit, wann die Anlage wieder geöffnet werden kann. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen soll das Gelände voraussichtlich zusätzlich kontrolliert werden.

Was über den Harzturm bekannt ist

Der Harzturm steht in Torfhaus, einem der meistbesuchten Ausflugsorte im Oberharz. Das Bauwerk ist rund 65 Meter hoch. Nach Angaben der Betreiber handelt es sich um den höchsten Aussichtsturm Deutschlands, der aus Holz und Stahl errichtet wurde.

Der Turm verfügt über zwei Aussichtsplattformen mit Blick auf den Harz. In etwa 45 Metern Höhe befindet sich zudem ein gläserner Skywalk.

Besucher können den Turm über eine Treppe oder mit einem Aufzug erreichen. Für den Abstieg gibt es unter anderem eine rund 110 Meter lange Rutsche. Zum Komplex gehören außerdem ein Restaurant und ein Souvenirshop.

Die Baukosten beliefen sich auf rund zehn Millionen Euro. Etwa 1,4 Millionen Euro wurden durch Fördermittel des Landes und des Bundes finanziert.

Eröffnung mehrfach verschoben

Die Bauarbeiten begannen im Mai 2021. Die Fertigstellung verzögerte sich mehrfach. Die Betreiber nannten als Gründe unter anderem die Folgen der Corona-Pandemie, gestiegene Materialkosten, die Energiekrise und wirtschaftliche Belastungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.

Offiziell eröffnet wurde der Harzturm am 1. November 2024. An der Feier nahm der damalige niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil teil. Einige Bereiche und Attraktionen des Komplexes gingen erst später vollständig in Betrieb.

Seit der Eröffnung zählt der Turm zu den bekannten Touristenattraktionen der Region. Er wird von Gästen aus Niedersachsen, anderen Bundesländern und von Besuchern des Nationalparks Harz genutzt.

Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an

Die Polizei im Landkreis Goslar setzt ihre Ermittlungen fort. Weitere Details, die Rückschlüsse auf die Identität der Verstorbenen zulassen oder die Privatsphäre der Angehörigen verletzen könnten, wurden bislang nicht veröffentlicht.

Am Einsatzort liefen weiterhin polizeiliche und rettungsdienstliche Maßnahmen. Die Behörden appellierten daran, keine Fotos oder Videos vom Gelände zu verbreiten und die Privatsphäre der betroffenen Familie zu respektieren.

Weitere Informationen sollen nach Abschluss der Auswertung der gesicherten Spuren bekannt gegeben werden.

Lesen Sie auch: Polizei ermittelt nach tödlichem Unfall auf der A3 bei Passau und sucht den Fahrer eines grauen Porsche 911. Vier Verletzte bleiben im Krankenhaus.

Das könnte dir auch gefallen