Die südlichen Regionen Deutschlands befinden sich am Mittwoch, dem 15. Juli, wegen einer neuen Unwetterwelle in erhöhter Gefahr. Meteorologen warnen vor schweren Gewittern, Starkregen, großem Hagel und stürmischen Böen. Besonders angespannt ist die Lage in Bayern – entlang der Donau, im Alpenvorland und in den Gebieten südlich des Flusses. Der Deutsche Wetterdienst meldete die Möglichkeit lokaler Unwetter mit hoher Intensität. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu t-online.
Süddeutschland im Zentrum der Gewitteraktivität
Die neue Unwetterwelle folgt auf mehrere Tage mit instabiler Wetterlage. Bereits zu Beginn der Woche hatten heftige Regenfälle und Hagel verschiedene Regionen Deutschlands getroffen. Am Dienstag musste der Flughafen Nürnberg wegen eines Gewitters zeitweise den Betrieb einstellen, während die Einsatzkräfte zahlreiche Notrufe erhielten.
Am Mittwoch verteilten sich die Wetterrisiken sehr unterschiedlich über das Land. Im Norden Deutschlands blieb es in vielen Regionen überwiegend trocken und ruhig. Im Süden dagegen entwickelten sich günstige Bedingungen für die schnelle Bildung kräftiger Gewitterzellen.
Nach Angaben des DWD wurden schwere Gewitter vor allem im Süden des Landes erwartet. Für Südbayern waren zahlreiche Gewitter vorhergesagt, die am Nachmittag mit intensivem Regen, Hagel und starken Windböen einhergehen konnten.
Warum die Gewitter besonders heftig ausfallen können
Ursache der instabilen Wetterlage ist das Zusammentreffen warmer, feuchter Luft in Bodennähe mit einem kalten Tiefdruckgebiet in höheren Luftschichten. Diese Konstellation sorgt für starke Temperaturunterschiede und begünstigt das rasche Aufsteigen der Luftmassen.
In der Atmosphäre haben sich große Mengen Energie und Wasserdampf angesammelt. Bildet sich ein Gewitter, kann diese Feuchtigkeit innerhalb kurzer Zeit über einem vergleichsweise kleinen Gebiet niedergehen. Die größte Gefahr geht deshalb nicht von lang anhaltendem Regen, sondern von lokal extrem intensiven Niederschlägen aus.
Die genaue Zugbahn des Höhentiefs lässt sich nur schwer vorhersagen. Schon geringe Veränderungen der Luftströmungen können eine Gewitterzelle um mehrere Dutzend Kilometer verlagern. Deshalb lässt sich oft erst kurz vor Beginn eines Unwetters bestimmen, welche Regionen besonders stark betroffen sein werden.
Die feuchteste und labilste Luftmasse lag südlich der Donau. Dort schätzten Meteorologen das Risiko für die Entstehung der stärksten Gewitterzellen des Tages am höchsten ein.
Bis zu 40 Liter Regen und großer Hagel
In einzelnen Gebieten Süddeutschlands konnten innerhalb kurzer Zeit bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Lokal waren noch größere Niederschlagsmengen möglich. Solche Starkregenfälle können tiefer gelegene Straßen, Unterführungen, Keller und Tiefgaragen schnell überfluten.
Für Südbayern sagte der DWD kräftige Gewitter mit kurzzeitig sehr intensiven Niederschlägen voraus. Im offiziellen Regionalbericht hieß es, dass sich die Gewitter am Nachmittag häufen und örtlich mit gefährlichen Begleiterscheinungen verbunden sein könnten.
Neben Starkregen warnten die Meteorologen auch vor großem Hagel. In mehreren Landkreisen westlich von München galt die dritte von vier Warnstufen. In den rot markierten Gebieten wurden Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu drei Zentimetern, starker Regen und schwere Sturmböen erwartet.
Zu den wichtigsten Gefahren während der Gewitter zählen:
- schnelle Überflutungen von Straßen;
- Wasser in Kellern und Tiefgaragen;
- umstürzende Bäume und herabfallende Äste;
- Schäden an Fahrzeugen, Dächern und Fassaden durch Hagel;
- Störungen im Straßen-, Bahn- und Flugverkehr;
- erhebliche Sichtbehinderungen durch Starkregen.
Superzellen können nicht ausgeschlossen werden
Meteorologen schließen die Entstehung von Superzellen nicht aus. Dabei handelt es sich um langlebige Gewittersysteme mit einem rotierenden Aufwindbereich. Sie unterscheiden sich von gewöhnlichen Sommergewittern durch ihre längere Lebensdauer und können großen Hagel, schwere Sturmböen sowie besonders intensive Regenfälle bringen.
Die günstigsten Bedingungen für Superzellen bestanden südlich der Donau. Dort trafen hohe Luftfeuchtigkeit, große Hitze und starke atmosphärische Instabilität aufeinander. Der genaue Entstehungsort einer solchen Gewitterzelle lässt sich jedoch nicht im Voraus bestimmen.
Auch ein kurzlebiger Tornado konnte nach Einschätzung der Experten nicht vollständig ausgeschlossen werden. Dabei handelte es sich nicht um eine konkrete Vorhersage, sondern um ein seltenes lokales Ereignis, das innerhalb einer rotierenden Gewitterzelle entstehen kann.
Besonders gefährlich sind Gewitterzellen, die sich sehr schnell entwickeln. Im Alpenvorland, an Seen und in offenem Gelände kann ein Unwetter innerhalb von 20 bis 30 Minuten aufziehen, selbst wenn das Wetter zuvor noch ruhig wirkte.
Gesättigte Böden erhöhen das Überflutungsrisiko
Die Lage wird durch die starken Regenfälle der vergangenen Tage zusätzlich verschärft. In vielen Gebieten Süddeutschlands ist der Boden bereits stark mit Wasser gesättigt und kann neue Niederschläge nur noch begrenzt aufnehmen.
Beginnt über einem solchen Gebiet ein intensiver Regenschauer, fließt das Wasser schneller an der Oberfläche ab. Es gelangt auf Straßen, in Höfe, Tiefgaragen und Keller. Auch kleinere Bäche können innerhalb kurzer Zeit über die Ufer treten.
Besonders gefährdet sind Orte in Senken, an Hängen oder in der Nähe kleiner Wasserläufe. Lokale Überflutungen können weit entfernt von großen Flüssen entstehen und bereits auftreten, bevor eine offizielle Hochwasserwarnung veröffentlicht wird.
Autofahrer sollten überflutete Straßen nicht befahren. Die Wassertiefe lässt sich aus dem Fahrzeug heraus kaum zuverlässig einschätzen. Zudem können starke Strömungen ein Auto versetzen oder den Motor zum Stillstand bringen.
DWD ruft erhöhte Warnstufe aus
Am Morgen des 15. Juli meldete der DWD schwere Gewitter für den Süden Deutschlands. In mehreren Regionen Bayerns wurden Warnungen vor Starkregen, Hagel und stürmischen Böen veröffentlicht. Für einzelne Gebiete galt die rote Warnstufe drei.
Die rote Warnstufe weist auf mögliche erhebliche Schäden und eine Gefahr für Menschen hin. Bewohner wurden aufgefordert, die Warnmeldungen regelmäßig zu verfolgen, Fenster zu schließen, lose Gegenstände von Balkonen zu entfernen und Fahrzeuge möglichst nicht unter Bäumen abzustellen.
Während eines Gewitters sollte man sich nicht aufhalten:
- auf offenen Feldern und Anhöhen;
- unter einzeln stehenden Bäumen;
- in der Nähe von Metallzäunen und Masten;
- im Wasser oder direkt am Ufer;
- in Wäldern neben beschädigten Bäumen;
- auf ungeschützten Wanderwegen in den Bergen.
Die offiziellen Warnungen können sich innerhalb kurzer Zeit mehrfach ändern. Grund dafür ist, dass sich die Zugrichtung einzelner Gewitterzellen erst nach ihrer Entstehung mithilfe von Radardaten genauer bestimmen lässt.
Am Donnerstag ruhiger, aber heißer
Auch in der Nacht zum Donnerstag waren im Süden Deutschlands weitere Gewitter möglich. Im Tagesverlauf sollte sich die Wetterlage vorübergehend beruhigen, auch wenn einzelne Schauer und lokale Gewitter weiterhin nicht ausgeschlossen werden konnten.
Gleichzeitig wurde für den Südwesten Deutschlands eine deutliche Zunahme der Hitze erwartet. In manchen Regionen konnten die Temperaturen auf etwa 35 Grad steigen. Die hohe Luftfeuchtigkeit verstärkte zusätzlich die Wärmebelastung.
Bereits am Freitag sollte das Risiko schwerer Unwetter erneut zunehmen. Nach der Prognose des DWD konnten Gewitter dann wieder mit Starkregen, großem Hagel und schweren Sturmböen einhergehen. Am ruhigsten sollte die Wetterlage im Nordwesten Deutschlands bleiben.
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