Startseite AktuellesDie IKK Classic erhöht zum 1. August den Zusatzbeitrag auf 3,85 Prozent. So viel zahlen Versicherte mehr und so gelingt der Kassenwechsel.

Die IKK Classic erhöht zum 1. August den Zusatzbeitrag auf 3,85 Prozent. So viel zahlen Versicherte mehr und so gelingt der Kassenwechsel.

von Johanna Richter
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Die IKK Classic erhöht zum 1. August den Zusatzbeitrag auf 3,85 Prozent. So viel zahlen Versicherte mehr und so gelingt der Kassenwechsel.

Zum 1. August 2026 erhöht eine der größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands ihren Zusatzbeitrag. Die Änderung bei der IKK Classic betrifft rund 2,86 Millionen Versicherte, einschließlich kostenlos familienversicherter Angehöriger. Der Zusatzbeitrag steigt um 0,45 Prozentpunkte auf 3,85 Prozent. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu morgenpost.

Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung von 14,6 Prozent ergibt sich damit ein Gesamtbeitrag von 18,45 Prozent. Bei Beschäftigten werden die Kosten weiterhin zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Selbstständige müssen den vollständigen Beitrag selbst finanzieren.

So viel müssen Versicherte künftig zusätzlich zahlen

Wie hoch die tatsächliche Mehrbelastung ausfällt, hängt vom Einkommen und von der Höhe des beitragspflichtigen Verdienstes ab. Für Arbeitnehmer kann die Erhöhung zusätzliche Kosten von bis zu 13 Euro pro Monat bedeuten.

Die andere Hälfte des höheren Beitrags übernimmt der Arbeitgeber. Selbstständige Mitglieder der IKK Classic, die ihre Krankenversicherung vollständig selbst bezahlen, müssen mit Mehrkosten von bis zu 26 Euro monatlich rechnen.

Der neue Beitrag setzt sich wie folgt zusammen:

  • allgemeiner Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung: 14,6 Prozent;
  • Zusatzbeitrag der IKK Classic: 3,85 Prozent;
  • Gesamtbeitrag: 18,45 Prozent;
  • Arbeitnehmer zahlen die Hälfte des Beitrags;
  • Arbeitgeber übernehmen die andere Hälfte.

Die IKK Classic gehört zu den größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Nach Angaben der Kasse waren Anfang Juni rund 2,3 Millionen Menschen beitragspflichtige Mitglieder. Zusammen mit familienversicherten Angehörigen liegt die Gesamtzahl der Versicherten bei etwa 2,86 Millionen.

Beitragserhöhung ermöglicht den Wechsel der Krankenkasse

Die Anhebung des Zusatzbeitrags gibt den Mitgliedern der IKK Classic ein Sonderkündigungsrecht. Dieses gilt auch für Versicherte, die noch keine zwölf Monate Mitglied der Krankenkasse sind.

Wer wechseln möchte, muss eine neue gesetzliche Krankenkasse auswählen und dort einen Mitgliedsantrag stellen. Eine separate Kündigung bei der bisherigen Krankenkasse ist in der Regel nicht erforderlich. Die neue Kasse übermittelt die notwendigen Informationen normalerweise automatisch.

Entscheidend ist die Frist. Da der höhere Zusatzbeitrag zum 1. August in Kraft tritt, können Versicherte ihr Sonderkündigungsrecht bis Ende August 2026 nutzen.

Der Wechsel erfolgt allerdings meist nicht sofort. Bis zum Ablauf der gesetzlichen Wechselperiode bleiben Betroffene weiterhin bei der IKK Classic versichert und zahlen bereits den erhöhten Beitrag.

Krankenkassen könnten Beitragserhöhungen künftig nicht mehr persönlich mitteilen

Die Nutzung des Sonderkündigungsrechts könnte in Zukunft schwieriger werden. Das neue Gesetz zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung sieht vor, dass Krankenkassen ihre Mitglieder nicht mehr zwingend individuell über eine Erhöhung des Zusatzbeitrags informieren müssen.

Versicherte müssten dann selbst prüfen, welcher Beitragssatz aktuell gilt. Die entsprechenden Angaben können auf der Internetseite der Krankenkasse, in der App, im persönlichen Kundenkonto oder in offiziellen Mitteilungen veröffentlicht werden.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert die geplante Änderung deutlich. Vorständin Ramona Pop erklärte, dass viele Versicherte ohne eine direkte Information möglicherweise gar nicht rechtzeitig von der Beitragserhöhung erfahren und dadurch die Frist für einen Kassenwechsel verpassen könnten.

Auch andere Krankenkassen haben ihre Beiträge angepasst

Die IKK Classic ist nicht die einzige Krankenkasse, die ihren Zusatzbeitrag im Jahr 2026 verändert hat. Auch die IKK Südwest und die BKK Würth haben ihre Beitragssätze erhöht.

Gleichzeitig haben einzelne Krankenkassen ihre Beiträge gesenkt. Die BMW BKK reduzierte beispielsweise zuletzt ihren Zusatzbeitrag.

Die Höhe des Zusatzbeitrags hängt von der finanziellen Lage der jeweiligen Krankenkasse ab. Bei einem Vergleich sollten Versicherte daher nicht nur auf den Beitragssatz achten, sondern auch Zusatzleistungen, Bonusprogramme, Wahltarife und die Qualität des Kundenservices berücksichtigen.

Das können Versicherte bis Ende August tun

Mitglieder der IKK Classic sollten zunächst prüfen, wie stark sich die Beitragserhöhung auf ihre monatlichen Ausgaben auswirkt. Dabei spielen sowohl das Einkommen als auch der Versicherungsstatus eine Rolle, etwa ob jemand angestellt, selbstständig oder im Ruhestand ist.

Lesen Sie auch: Die Krankenversicherungsreform bringt höhere Zuzahlungen, weniger Leistungen und neue Regeln für Medikamente, Zahnersatz und Familienversicherung.

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