Startseite FinanzenDeutschlandticket wird ab 2027 nach einem Kostenindex berechnet. Was in die Formel einfließt, wann der neue Preis feststeht und was das Ticket derzeit kostet.

Deutschlandticket wird ab 2027 nach einem Kostenindex berechnet. Was in die Formel einfließt, wann der neue Preis feststeht und was das Ticket derzeit kostet.

von Johanna Richter
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Deutschlandticket wird ab 2027 nach einem Kostenindex berechnet. Was in die Formel einfließt, wann der neue Preis feststeht und was das Ticket derzeit kostet.

Der Preis des Deutschlandtickets soll künftig nicht mehr in langwierigen politischen Verhandlungen festgelegt werden. Stattdessen ist ab 2027 ein spezieller Kostenindex vorgesehen. Mit diesem Verfahren soll die monatliche Gebühr regelmäßig an die Entwicklung der Ausgaben im öffentlichen Nahverkehr angepasst werden. Der genaue Preis für das kommende Jahr soll spätestens Ende September 2026 bekannt gegeben werden. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu regionalheute.

Deutschlandticket kostet 2026 monatlich 63 Euro

Das bundesweit gültige Nahverkehrsticket wurde am 1. Mai 2023 eingeführt. Es berechtigt zur Nutzung von Stadtbussen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen sowie Regionalzügen in ganz Deutschland. In den meisten Fernverkehrszügen wie ICE, IC und EC gilt das Ticket dagegen nicht.

Das Deutschlandticket ist ausschließlich als persönliches Monatsabonnement erhältlich. Zum Start kostete es 49 Euro. Im Januar 2025 wurde der Preis auf 58 Euro angehoben. Seit dem 1. Januar 2026 zahlen Fahrgäste 63 Euro pro Monat.

Trotz der schrittweisen Preiserhöhungen gehört das Deutschlandticket weiterhin zu den meistgenutzten Angeboten im deutschen Nahverkehr. Zum dritten Jahrestag der Einführung nutzten rund 14,5 Millionen Menschen das Abonnement.

Wie das bundesweite Nahverkehrsticket entstand

Vorläufer des Deutschlandtickets war das sogenannte 9-Euro-Ticket. Es wurde im Sommer 2022 als zeitlich befristete Entlastungsmaßnahme eingeführt, nachdem die Energiepreise und die Ausgaben vieler Haushalte deutlich gestiegen waren.

Von Juni bis August 2022 konnten Fahrgäste für neun Euro pro Monat den Nah- und Regionalverkehr in ganz Deutschland nutzen. Das Angebot stieß auf außergewöhnlich große Nachfrage. Neben rund zehn Millionen bestehenden Abonnenten wurden etwa 52 Millionen zusätzliche Tickets verkauft.

Die hohe Nutzung zeigte, dass ein bundesweit einheitlicher Tarif neue Fahrgastgruppen für den öffentlichen Verkehr gewinnen kann. Nach dem Ende der Aktion begannen Bund und Länder mit Verhandlungen über ein dauerhaftes Nachfolgemodell. Daraus entstand das Deutschlandticket, das im Frühjahr 2023 eingeführt wurde.

Das neue Abonnement übernahm das zentrale Prinzip des 9-Euro-Tickets: Ein einziger Fahrschein gilt in den öffentlichen Nahverkehrsmitteln aller Bundesländer. Die Finanzierung wird zwischen Bund, Ländern und den Einnahmen der Verkehrsunternehmen aufgeteilt.

So soll der Preis des Deutschlandtickets ab 2027 berechnet werden

Bislang erforderte jede größere Preisänderung eine gesonderte politische Entscheidung. Bund und Länder verhandelten über die erwarteten Kosten, die Höhe der Zuschüsse und die Einnahmen der Verkehrsverbünde. Diese Abstimmungen dauerten teilweise mehrere Monate und erschwerten eine frühzeitige Planung für Fahrgäste und Unternehmen.

Ab 2027 soll der Preis des Deutschlandtickets anhand eines festgelegten Indexes angepasst werden. In die Berechnung sollen unter anderem die Kostenentwicklung bei Energie, Kraftstoffen, Personal und weiteren betrieblichen Ausgaben der Verkehrsunternehmen einfließen.

Die Verkehrsministerkonferenz der Bundesländer hat sich auf den Übergang zu diesem Indexmodell verständigt. Der Preis für das jeweilige Folgejahr soll künftig spätestens bis Ende September festgelegt werden.

Damit erhalten Verkehrsunternehmen und Abonnenten früher Klarheit über die Kosten. Gleichzeitig dürfte der Preis des Tickets regelmäßiger an die tatsächliche Kostenentwicklung im Nahverkehr angepasst werden.

Wie stark könnte das Deutschlandticket teurer werden?

Die genaue Höhe der nächsten Preisanpassung steht noch nicht fest. Sie hängt davon ab, welche Faktoren in den neuen Index einbezogen werden und wie sich die Ausgaben der Verkehrsbranche entwickeln.

Vertreter der Bundesländer betonen, dass das Deutschlandticket für möglichst viele Fahrgäste attraktiv bleiben soll. Eine Erhöhung im zweistelligen Prozentbereich wird derzeit nicht erwartet. Dennoch bedeutet die Einführung der neuen Formel, dass der Preis künftig regelmäßig steigen kann, wenn Löhne, Energie und andere Betriebskosten zunehmen.

Bund und Länder wollen die Finanzierung des Angebots weiterhin gemeinsam tragen. Beide Seiten stellen dafür jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr bereit. Die finanzielle Beteiligung des Bundes ist nach der bisherigen Planung bis 2030 vorgesehen.

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