Anhaltende Hitze und Trockenheit führen in Deutschland zu immer strengeren Einschränkungen bei der Wassernutzung. In mehreren Bundesländern haben die Behörden die Entnahme von Wasser aus Flüssen, Bächen und Seen für die landwirtschaftliche Bewässerung bereits verboten oder deutlich eingeschränkt. In einigen Landkreisen dürfen Landwirte ihre Felder nur noch nachts oder mit einer Sondergenehmigung bewässern. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder. Mit sinkenden Wasserständen wird die Liste der betroffenen Regionen weiter länger. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu agrarheute.
In welchen Regionen bereits Wasserentnahmeverbote gelten
Besonders strenge Maßnahmen gelten in Gebieten, in denen die anhaltende Hitze die Wasserreserven stark reduziert hat. Betroffen sind Landkreise in Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen, Hessen und Thüringen.
In der Region Hannover gilt eine besondere Bewässerungsregelung. Steigt die Temperatur an der Wetterstation des Flughafens auf 27 Grad Celsius, ist die Bewässerung zwischen 11:00 und 17:00 Uhr untersagt. Das Verbot gilt für landwirtschaftliche Flächen ebenso wie für private und öffentliche Grundstücke. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
Im Landkreis Goslar besteht bereits seit Anfang Mai ein Wasserentnahmeverbot.
Auch in Brandenburg gelten Einschränkungen. In den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Havelland sowie im thüringischen Saale-Holzland-Kreis darf ohne behördliche Genehmigung kein Wasser aus Flüssen, Bächen oder Teichen entnommen werden. Einzelne landwirtschaftliche Betriebe dürfen mit entsprechender Erlaubnis ihre Felder ausschließlich während der Nacht bewässern.
Diese Landkreise haben Wasserentnahme eingeschränkt
Derzeit gelten Einschränkungen in folgenden Regionen:
Baden-Württemberg
- Schwarzwald-Baar-Kreis;
- Landkreis Tuttlingen;
- Zollernalbkreis;
- Landkreis Sigmaringen;
- Landkreis Biberach;
- Bodenseekreis;
- Landkreis Böblingen;
- Landkreis Waldshut;
- Ortenaukreis.
Niedersachsen
- Region Hannover.
Hessen
- Vogelsbergkreis.
Sachsen
- Chemnitz;
- Dresden;
- Erzgebirgskreis;
- Landkreis Leipzig;
- Meißen;
- Mittelsachsen;
- Nordsachsen;
- Vogtlandkreis;
- Landkreis Zwickau.
Thüringen
- mehrere Landkreise mit Einschränkungen für die Wasserentnahme zur Bewässerung.
Viele Landratsämter weisen darauf hin, dass bei weiter sinkenden Pegelständen kurzfristig zusätzliche Verbote oder Verschärfungen beschlossen werden können.
Welche Vorschriften für Landwirte gelten
Nach deutschem Wasserrecht dürfen Landwirte Wasser aus natürlichen Gewässern grundsätzlich nicht ohne Weiteres für die Feldbewässerung entnehmen. In den meisten Fällen ist dafür eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich.
Selbst bestehende Genehmigungen können während Trockenperioden eingeschränkt oder vorübergehend außer Kraft gesetzt werden, wenn Landkreise entsprechende Allgemeinverfügungen erlassen. Diese Maßnahmen gelten auch für Betriebe mit bereits bestehenden Wasserentnahmerechten.
Das Wasserhaushaltsgesetz sieht jedoch Ausnahmen vor. Nach § 46 WHG kann Grundwasser in bestimmten Fällen ohne Genehmigung genutzt werden, etwa für den häuslichen Gebrauch, landwirtschaftliche Tätigkeiten, das Tränken von Vieh außerhalb des Hofes oder für die übliche Bodendrainage.
Neuer Wassercent sorgt in Bayern weiter für Diskussionen
Seit dem 1. Januar 2026 wird in Bayern ein Wasserentnahmeentgelt erhoben. Der Satz beträgt 10 Cent pro Kubikmeter entnommenen Wassers.
Für das Jahr 2026 gilt aufgrund des verkürzten Abrechnungszeitraums ein Freibetrag von 2.500 Kubikmetern. Ab 2027 steigt dieser auf 5.000 Kubikmeter pro Kalenderjahr und zahlungspflichtiger Person.
Der Bayerische Bauernverband kritisiert die neue Abgabe seit ihrer Einführung. Nach Ansicht des Verbandes belastet sie die Land- und Forstwirtschaft finanziell, ohne einen spürbaren Beitrag zum Schutz der Wasserressourcen zu leisten. Eigentümern eigener Brunnen wird empfohlen, die Zählerstände ab Juli 2026 regelmäßig zu dokumentieren, um den tatsächlichen Wasserverbrauch gegenüber den Behörden nachweisen zu können.
Trockenheit dürfte bis Ende Juni anhalten
Nach den aktuellen Dürremonitor-Daten besteht in weiten Teilen Deutschlands bereits ein deutlicher Wassermangel – nicht nur in den oberen, sondern auch in tieferen Bodenschichten. Meteorologen erwarten bis Ende Juni weiterhin überdurchschnittlich hohe Temperaturen und überwiegend trockenes Wetter.
Vereinzelte Gewitter könnten regional für kurzfristige Entlastung sorgen, reichen jedoch nach Einschätzung der Experten nicht aus, um das bestehende Wasserdefizit auszugleichen. Für eine nachhaltige Entspannung wären flächendeckende und anhaltende Niederschläge erforderlich.
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