Die anhaltende Hitzewelle in Deutschland belastet nicht nur Menschen, sondern auch die Verkehrsinfrastruktur. Hohe Temperaturen führen zu Schäden an Beton- und Asphaltfahrbahnen und erhöhen insbesondere auf Autobahnen das Unfallrisiko. Die Automobilclubs ADAC und ACE rufen Verkehrsteilnehmer deshalb zu besonderer Vorsicht auf. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu n-tv.
Warum Straßen bei großer Hitze beschädigt werden
Beton dehnt sich bei hohen Temperaturen aus. Vor allem ältere oder mehrfach sanierte Fahrbahnen können dadurch plötzlich aufbrechen oder sich anheben. Solche sogenannten Betonaufbrüche treten bereits bei Lufttemperaturen um 30 Grad Celsius auf.
Asphalt reagiert anders auf Hitze. Bei intensiver Sonneneinstrahlung kann sich seine Oberfläche auf mehr als 60 Grad Celsius erwärmen. Das Material wird weicher, wodurch Spurrinnen und Verformungen entstehen – insbesondere auf stark von Lkw befahrenen Strecken.
Auf welchen Autobahnen Tempolimits gelten
Nach Angaben der Autobahn GmbH besteht das höchste Risiko auf älteren Betonfahrbahnen. Deshalb werden in den Sommermonaten auf mehreren Autobahnabschnitten vorsorglich Geschwindigkeitsbegrenzungen angeordnet.
Besonders betroffen sind:
- A3 zwischen dem Autobahnkreuz Deggendorf und der Anschlussstelle Hengersberg;
- A92 zwischen Oberschleißheim und Eching-Ost;
- A92 zwischen Freising-Süd und Freising-Ost;
- A92 zwischen Landshut-West und Dingolfing-Ost;
- A93 zwischen Saalhaupt und Elsendorf.
Auf diesen Strecken gelten bei hohen Temperaturen besondere Tempolimits.
Warum moderne Straßen seltener betroffen sind
Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) treten Betonaufbrüche auf neueren Autobahnen heute kaum noch auf. Grund dafür sind dickere Betonplatten und moderne Bauverfahren.
Rund 70 Prozent des deutschen Autobahnnetzes bestehen aus Asphalt, etwa 30 Prozent aus Beton. Während Betonfahrbahnen zu plötzlichen Aufbrüchen neigen können, treten bei Asphalt vor allem Spurrinnen und Verformungen auf.
So sollten sich Autofahrer bei Hitze verhalten
Experten empfehlen, Warnhinweise und Tempolimits konsequent zu beachten und die Geschwindigkeit auf beschädigten oder unebenen Fahrbahnen deutlich zu reduzieren.
Darüber hinaus raten sie:
- ausreichend Sicherheitsabstand einzuhalten;
- abrupte Lenk- und Bremsmanöver zu vermeiden;
- den Fahrbahnbelag aufmerksam zu beobachten;
- auffällige Straßenschäden der Polizei oder der Straßenmeisterei zu melden.
Besonders Motorradfahrer sollten vorsichtig fahren, da bereits kleinere Fahrbahnschäden zu schweren Unfällen führen können.
Was nach einer beschädigten Fahrbahn zu tun ist
Lässt sich ein Aufprall auf eine Bodenwelle oder ein Schlagloch nicht vermeiden, sollte das Fahrzeug anschließend auf ungewöhnliche Geräusche, Vibrationen oder Veränderungen im Lenkverhalten überprüft werden. Solche Anzeichen können auf Schäden an Fahrwerk, Reifen, Felgen, Lenkung oder Unterboden hinweisen.
In diesem Fall wird empfohlen, das Fahrzeug möglichst bald an einer sicheren Stelle anzuhalten und einen Pannendienst zu verständigen.
Wann Autofahrer Schadenersatz verlangen können
Entsteht durch einen Fahrbahnschaden ein Fahrzeugschaden, sollte dieser möglichst umfassend dokumentiert werden. Für einen möglichen Schadenersatzanspruch sind aussagekräftige Nachweise entscheidend.
Dazu gehören insbesondere:
- Fotos des Fahrzeugs und der beschädigten Fahrbahn;
- Kontaktdaten möglicher Zeugen;
- Polizeiberichte oder Werkstattunterlagen;
- Rechnungen über die Reparatur.
Ein Schadenersatzanspruch kann gegenüber der zuständigen Straßenbaubehörde geltend gemacht werden. Voraussetzung ist jedoch, dass eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht nachgewiesen werden kann. Gelingt dies nicht, kommt – sofern vorhanden – in der Regel nur die Vollkaskoversicherung für den entstandenen Schaden auf.
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