Startseite AktuellesSzenenbildnerin Barbara Ling ist tot. Die Oscar-Preisträgerin von „Once Upon a Time in Hollywood“ starb im Alter von 73 Jahren.

Szenenbildnerin Barbara Ling ist tot. Die Oscar-Preisträgerin von „Once Upon a Time in Hollywood“ starb im Alter von 73 Jahren.

von Johanna Richter
0 Kommentare
Szenenbildnerin Barbara Ling ist tot. Die Oscar-Preisträgerin von „Once Upon a Time in Hollywood“ starb im Alter von 73 Jahren.

Die US-amerikanische Szenenbildnerin Barbara Ling, die an den Filmen „Once Upon a Time in Hollywood“ und „Michael“ mitgewirkt hatte, ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Sie starb am Donnerstag in Santa Barbara, nachdem bei ihr Krebs diagnostiziert worden war. Ein Vertreter der Agentur WME bestätigte ihren Tod. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu deadline.

Als erstes berichtete das Magazin The Hollywood Reporter über Lings Tod. Später veröffentlichte ihre Familie eine Erklärung, in der sie den Einfluss der Künstlerin auf das moderne Kino und die Entwicklung des Szenenbilds würdigte.

„Ling war gleichermaßen begabt darin, historische Wirklichkeit, modernen Realismus und stilisierte Fantasie zu erschaffen. Sie hinterlässt ein Vermächtnis, das die Kunst des Szenenbilds und die visuelle Sprache des zeitgenössischen Kinos nachhaltig geprägt hat“, heißt es in der Mitteilung der Familie.

Barbara Ling hinterlässt ihre Ehefrau Lindsey sowie ihre Söhne Clay und Will.

Vom Theater nach Hollywood

Barbara Ling wurde im August 1952 geboren. Ihre berufliche Laufbahn begann sie am Theater, wo sie Bühnenbilder entwarf und für die Beleuchtung verantwortlich war. Insgesamt arbeitete sie an mehr als 200 Theater-, Opern- und Musicalproduktionen mit.

Anfang der 1980er-Jahre wechselte Ling in die Filmbranche. Zu ihren ersten Arbeiten für den Bildschirm gehörte das Comedy-Special „The Pee-wee Herman Show“ aus dem Jahr 1981, bei dem sie für das Lichtdesign zuständig war.

Ihre erste große Arbeit als Szenenbildnerin war David Byrnes Musikfilm „True Stories“, der 1986 erschien. Danach setzte sie ihre Karriere in Hollywood fort und war an Dutzenden Spielfilmen beteiligt.

An diesen Filmen arbeitete Barbara Ling

In den 1980er- und 1990er-Jahren entwickelte sich Ling zu einer gefragten Szenenbildnerin des US-Kinos. Sie gestaltete Filme aus unterschiedlichen Genres – von Dramen und Biografien bis hin zu aufwendig produzierten Comicverfilmungen.

Zu den bekanntesten Filmen von Barbara Ling gehören:

  • „Unter Null“ – 1987;
  • „The Doors“ – 1991;
  • „Grüne Tomaten“ – 1991;
  • „Batman Forever“ – 1995;
  • „Batman & Robin“ – 1997;
  • „Hearts in Atlantis“ – 2001;
  • „Rezept zum Verlieben“ – 2007;
  • „Once Upon a Time in Hollywood“ – 2019;
  • „Ein Mann namens Otto“ – 2022;
  • „Michael“ – 2026.

Bei „Grüne Tomaten“ war Ling außerdem als Associate Producer tätig.

Für „Batman Forever“ und „Batman & Robin“ entwarf sie groß angelegte, stilisierte Kulissen von Gotham City. In anderen Produktionen arbeitete sie mit realistischen Innenräumen, historischen Schauplätzen und visuellen Rekonstruktionen verschiedener Epochen.

Oscar für „Once Upon a Time in Hollywood“

Eine der bekanntesten Arbeiten von Barbara Ling war Quentin Tarantinos Film „Once Upon a Time in Hollywood“. Die Handlung spielt im Los Angeles des Jahres 1969, weshalb das Filmteam Straßen, Geschäfte, Kinos und Restaurants jener Zeit rekonstruieren musste.

Gemeinsam mit der Set-Dekorateurin Nancy Haigh erhielt Ling den Oscar für das beste Szenenbild. Ausgezeichnet wurde die detailreiche Wiederherstellung der Atmosphäre Hollywoods am Ende der 1960er-Jahre.

Für ihre Arbeit an dem Film erhielt Ling außerdem einen Preis der Art Directors Guild sowie einen Critics’ Choice Award. Darüber hinaus wurde sie für einen BAFTA und einen Satellite Award nominiert.

Für die Dreharbeiten stellten die Filmemacher das historische Erscheinungsbild von Restaurants, Straßen, Kinos und Werbeanlagen wieder her. Teile des modernen Los Angeles wurden vorübergehend umgestaltet, damit sie der dargestellten Epoche entsprachen.

In einem Interview aus dem Jahr 2019 erklärte Ling, dass jedes neue Projekt die Erschaffung einer eigenen visuellen Welt und die Entwicklung neuer gestalterischer Lösungen erfordere.

Die Arbeit an „Once Upon a Time in Hollywood“ sei besonders aufwendig und außergewöhnlich gewesen, da das Team nicht nur Kulissen bauen, sondern der Stadt auch ihr Aussehen von vor mehreren Jahrzehnten zurückgeben musste.

„Michael“ wurde zu einem ihrer letzten Projekte

Zu den letzten Arbeiten von Barbara Ling gehörte das biografische Musikdrama „Michael“ über das Leben und die Karriere von Michael Jackson. Regie führte Antoine Fuqua.

Die Hauptrolle übernahm Jaafar Jackson, ein Neffe von Michael Jackson. Der Film schildert den Aufstieg des Musikers, seine Auftritte, die Arbeit im Studio und die Entwicklung seiner internationalen Karriere.

Ling war für das Szenenbild und die Gestaltung der Schauplätze aus verschiedenen Lebensphasen des Künstlers verantwortlich. Das Filmteam rekonstruierte Konzertbühnen, Innenräume, Studios und weitere Orte, die für Jacksons Biografie von Bedeutung waren.

Der Film kam im April 2026 in die Kinos. Das Projekt zählte zu den letzten großen Arbeiten in der Karriere der Szenenbildnerin.

Im Laufe mehrerer Jahrzehnte wirkte Barbara Ling an Filmen aus unterschiedlichen Epochen, Genres und visuellen Stilrichtungen mit. Ihre Filmografie reicht von intimen Dramen bis zu groß angelegten Hollywood-Produktionen.

Lesen Sie auch: Bonnie Tyler ist tot. Die Sängerin von „Total Eclipse of the Heart“ und „Holding Out for a Hero“ starb im Alter von 75 Jahren

Das könnte dir auch gefallen