Startseite PolitikTrump und Irans neuer Oberster Führer tauschen Drohungen aus. Die USA fordern Garantien für die Straße von Hormus und ein neues Atomabkommen.

Trump und Irans neuer Oberster Führer tauschen Drohungen aus. Die USA fordern Garantien für die Straße von Hormus und ein neues Atomabkommen.

von Johanna Richter
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Trump und Irans neuer Oberster Führer tauschen Drohungen aus. Die USA fordern Garantien für die Straße von Hormus und ein neues Atomabkommen.

Nach mehreren Tagen neuer Angriffe und gegenseitiger Vorwürfe hat sich die Lage rund um die vorläufige Vereinbarung zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und dem Iran erneut deutlich zugespitzt. US-Präsident Donald Trump und Irans neuer Oberster Führer Mojtaba Khamenei richteten scharfe Drohungen aneinander. Gleichzeitig setzen internationale Vermittler ihre diplomatischen Bemühungen fort, um ein endgültiges Scheitern der Gespräche zu verhindern. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu apnews.

Trump droht dem Iran mit massiven neuen Angriffen

US-Präsident Donald Trump veröffentlichte eine Erklärung, in der er dem Iran mit einer umfassenden militärischen Antwort drohte, sollte es zu einem Anschlag auf ihn kommen.

Nach Angaben des US-Präsidenten seien bereits „Tausende Raketen auf die Islamische Republik Iran gerichtet“. Sollte die iranische Führung ihre Drohungen umsetzen, würden die Vereinigten Staaten weitere Angriffe auf das Land starten.

Trump erklärte, er reagiere damit auf Aufrufe zu seiner Tötung, die während der Beerdigung des früheren iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei laut geworden seien. Einige Teilnehmer der Trauerfeier trugen Plakate und Banner, auf denen zur Tötung des US-Präsidenten und des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu aufgerufen wurde.

Trump wiederholte zudem, die Vereinigten Staaten seien im Fall einer weiteren Eskalation bereit, die militärische Infrastruktur des Iran vollständig zu zerstören.

Neuer Oberster Führer kündigt Vergeltung an

Später meldete sich Irans neuer Oberster Führer Mojtaba Khamenei zu Wort. In einer vom staatlichen Fernsehen übertragenen Erklärung sagte er, das iranische Volk werde die Vergeltung für den Tod seines Vaters fortsetzen.

Nach seinen Worten entspreche diese Vergeltung dem „Willen der Nation“ und müsse umgesetzt werden.

Der neue iranische Führer ist seit Beginn des Krieges kaum öffentlich in Erscheinung getreten. Die Kämpfe hatten am 28. Februar mit Angriffen begonnen, bei denen sein Vater getötet wurde.

Gespräche in Oman werden fortgesetzt

Trotz der deutlich verschärften Rhetorik sind die diplomatischen Kontakte zwischen den Konfliktparteien nicht abgebrochen.

Irans Außenminister Abbas Araghchi reiste zu einer neuen Gesprächsrunde nach Oman. Bereits am Vortag hatten katarische Vermittler Gespräche mit Vertretern der iranischen Führung in Teheran geführt.

Trump erklärte unterdessen, die Waffenruhe sei faktisch beendet. Zugleich betonte er, Washington sei weiterhin bereit, über eine Beilegung des Konflikts zu verhandeln.

Auch der türkische Außenminister Hakan Fidan äußerte die Hoffnung, dass in naher Zukunft ein Kompromiss erzielt werden könne.

USA verlangen Sicherheitsgarantien für die Schifffahrt

Eine der wichtigsten Forderungen Washingtons betrifft die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus.

Die US-Regierung verlangt, dass der Iran öffentlich bestätigt, die Meerenge für die internationale Schifffahrt offen zu halten und keine zivilen Schiffe anzugreifen.

Die Vereinigten Staaten empfehlen Handelsschiffen, eine südliche Route durch die Hoheitsgewässer Omans zu nutzen.

Teheran wiederum erklärt, ausschließlich der Iran müsse die Kontrolle über die Straße von Hormus ausüben. Zudem beansprucht die iranische Führung das Recht, Gebühren von Schiffen zu verlangen, die diese strategisch wichtige Wasserstraße passieren.

Vor Beginn des Krieges wurde etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und Erdgases durch die Straße von Hormus transportiert. Die iranische Kontrolle über die Meerenge hatte während des Konflikts eine globale Energiekrise ausgelöst. Zuletzt waren die Ölpreise jedoch deutlich von ihren Höchstständen zurückgegangen.

Teheran wirft den USA Vertragsbruch vor

Irans Außenminister Abbas Araghchi beschuldigte Washington, die Bedingungen der vorläufigen Vereinbarung verletzt zu haben.

Die USA hätten Ausnahmeregelungen aufgehoben, die es dem Iran ermöglichten, Rohöl auf dem Weltmarkt in US-Dollar zu verkaufen. Washington begründete diesen Schritt mit den iranischen Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus.

Araghchi erklärte, eine Umsetzung der Vereinbarungen sei nur möglich, wenn beide Seiten ihre Verpflichtungen einhielten.

Der iranische Vertreter bei den Vereinten Nationen erklärte zudem, sämtliche Maßnahmen in der Straße von Hormus, darunter eine Öffnung oder die Beseitigung von Seeminen, dürften ausschließlich mit Zustimmung Teherans erfolgen.

Washington spricht von einem Versuch, die Waffenruhe zu sabotieren

US-Regierungsvertreter erklärten unter der Bedingung der Anonymität, die jüngsten Angriffe seien eine Reaktion auf das Vorgehen eines radikalen Flügels innerhalb des Iran gewesen. Dieser habe nach Darstellung Washingtons versucht, die Waffenruhe zu sabotieren.

Die iranische Führung weist diese Darstellung zurück und betont, die politische und militärische Führung des Landes stehe geschlossen hinter dem neuen Obersten Führer.

Nach dem Ende der jüngsten US-Angriffe am Donnerstag wurden weitere Ziele im Iran getroffen. Israel übernahm dafür keine Verantwortung. Dadurch entstanden Spekulationen, wonach einzelne arabische Golfstaaten an den Angriffen beteiligt gewesen sein könnten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums wurden bei den Angriffen innerhalb von zwei Tagen mindestens 17 Menschen getötet. Weitere 115 Personen wurden verletzt.

USA stellen neue Bedingung für ein Atomabkommen

Vertreter der US-Regierung erklärten, ein neues Atomabkommen mit dem Iran sei nur unter zwei zentralen Voraussetzungen möglich.

Erstens müsse Teheran sämtliche Angriffe auf zivile Schiffe in der Straße von Hormus einstellen.

Zweitens müsse der Iran seine Bestände an hoch angereichertem Uran an die Vereinigten Staaten oder an die internationale Gemeinschaft übergeben.

Die iranische Führung hat diese Forderung erneut zurückgewiesen.

Vertreter Washingtons erklärten außerdem, die USA verfügten im Fall eines Scheiterns der Verhandlungen über militärische Optionen. Damit solle verhindert werden, dass der Iran seine Bestände an hoch angereichertem Uran nutzen könne.

Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergie-Organisation ist der Iran das einzige Land ohne offiziell bestätigtes Atomwaffenprogramm, das Uran bis nahe an die für eine Kernwaffe erforderliche Konzentration anreichert.

Lesen Sie auch: Trump verschärft beim NATO-Gipfel in Ankara den Streit mit Spanien und Iran. Washington droht Madrid mit Handelsstopp und kündigt neue Sanktionen an.

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