Der ehemalige US-Präsident Joe Biden hat den amtierenden Präsidenten Donald Trump bei einer Spendenveranstaltung der Demokratischen Partei im Bundesstaat Maryland scharf angegriffen. In seiner Rede bezeichnete er seinen politischen Gegner als „Verlierer“ und warf ihm vor, kostspielige „Prestigeprojekte“ in Washington voranzutreiben und staatliche Ressourcen für sein eigenes Image einzusetzen. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu ВВС.
Kritik an Bauprojekten im Weißen Haus und in Washington
Während seiner rund zehnminütigen Ansprache erklärte Biden, Trump konzentriere sich mehr auf persönliche Bauvorhaben als auf die Lösung wichtiger politischer Herausforderungen. Als Beispiele nannte er die Pläne zum Abriss eines Teils des Ostflügels des Weißen Hauses zugunsten eines neuen Ballsaals, den Versuch, seinen Namen am John F. Kennedy Center for the Performing Arts anzubringen, sowie die Sanierung des Spiegelbeckens am Lincoln Memorial.
Nach der Aufzählung dieser Projekte erklärte Biden, sie seien Ausdruck von Trumps persönlicher Eitelkeit, und schloss diesen Teil seiner Rede mit den Worten: „Was für ein Verlierer.“
Weißes Haus verteidigt die Bauvorhaben
Die Regierung Trump hatte die geplanten Bauarbeiten am rund 400 Millionen US-Dollar teuren Ballsaal zuvor mit Sicherheitsanforderungen und der besseren Ausrichtung offizieller Staatsbesuche begründet. Nach Angaben des Präsidenten soll das neue Gebäude den Empfang ausländischer Staatsgäste erleichtern und die Infrastruktur des Weißen Hauses modernisieren.
Auch die Sanierung des Spiegelbeckens am Lincoln Memorial sprach Biden an. Für das Projekt wurden rund 14,7 Millionen US-Dollar ausgegeben. Nach Abschluss der Arbeiten kam es zu Problemen mit Algenbildung und der Wasserqualität. Die Trump-Regierung sowie der National Park Service machten dafür Vandalismus verantwortlich.
Biden kritisiert Trumps Haltung zu den Ereignissen vom 6. Januar
In seiner Rede ging Biden außerdem auf den Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 ein. Er kritisierte die Bestrebungen der Trump-Regierung, staatliche Entschädigungen an Personen auszuzahlen, die nach den damaligen Ereignissen nach eigenen Angaben zu Unrecht strafrechtlich verfolgt oder untersucht worden seien.
Die entsprechende Initiative wurde später durch eine gerichtliche Entscheidung gestoppt und konnte nicht umgesetzt werden.
Trump reagiert bislang nicht direkt
Auf Bidens jüngste Äußerungen reagierte Donald Trump bislang nicht unmittelbar. In den vergangenen Wochen hatte er seinen Vorgänger jedoch wiederholt als „korrupten Politiker“ bezeichnet und in Beiträgen auf seiner Plattform Truth Social erneut den Spitznamen „Sleepy Joe“ verwendet.
Bidens Rede fand nahezu genau zwei Jahre nach seinem umstrittenen TV-Duell mit Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2024 statt. Nach dieser Debatte forderten führende Demokraten Biden zum Rückzug aus dem Rennen auf. Anschließend wurde Vizepräsidentin Kamala Harris zur Präsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei nominiert, unterlag jedoch bei der Wahl Donald Trump.