Startseite PolitikDie USA liefern der Ukraine keine zusätzlichen Patriot-Raketen. Selenskyj warnt vor sinkender Luftabwehrhilfe und bittet die NATO um Unterstützung.

Die USA liefern der Ukraine keine zusätzlichen Patriot-Raketen. Selenskyj warnt vor sinkender Luftabwehrhilfe und bittet die NATO um Unterstützung.

von Johanna Richter
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Die USA liefern der Ukraine keine zusätzlichen Patriot-Raketen. Selenskyj warnt vor sinkender Luftabwehrhilfe und bittet die NATO um Unterstützung.

Die Vereinigten Staaten planen derzeit nicht, der Ukraine zusätzliche Raketen für das Flugabwehrsystem Patriot zu liefern. Als Grund gelten schrumpfende eigene Bestände. Die Entscheidung fällt in eine Phase verstärkter russischer Luftangriffe und wachsender Warnungen aus Kiew vor einem deutlichen Rückgang westlicher Militärhilfe. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu fr.de.

Nach einem neuen massiven Angriff auf Kiew sprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Im Mittelpunkt standen zusätzliche Flugabwehrsysteme und Raketen, die zum Schutz ukrainischer Städte benötigt werden.

Nach bisherigen Angaben kamen bei dem Angriff auf Kiew und Orte in der Umgebung mindestens 17 Menschen ums Leben. Mehr als 40 weitere Personen wurden verletzt.

Selenskyj spricht mit Rutte über weitere Flugabwehrraketen

Der ukrainische Präsident erklärte, der NATO-Generalsekretär sei umfassend über das Ausmaß der russischen Bedrohung informiert. Beide Seiten hätten ihre Bemühungen gegenüber Staaten abgestimmt, die über geeignete Raketen verfügten und der Ukraine zusätzliche Luftverteidigungsmittel bereitstellen könnten.

Nach Angaben Selenskyjs ging es bei den Gesprächen nicht nur um die Übergabe vorhandener Munition, sondern auch um eine Ausweitung der Rüstungsproduktion. Kiew fordert schnellere politische Entscheidungen, da die Intensität der russischen Angriffe weiter zunimmt.

Mark Rutte erklärte seinerseits, er führe Gespräche mit den NATO-Staaten darüber, wie die Ukraine weiterhin mit dringend benötigten Luftverteidigungssystemen versorgt werden könne. Im Fokus stehen vor allem Raketen zur Abwehr ballistischer und anderer weitreichender Luftziele.

Lieferungen auf ein Drittel des Niveaus von 2025 gesunken

Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass die Liefermengen von Raketen für die ukrainische Luftverteidigung in der ersten Hälfte des Jahres 2026 auf etwa ein Drittel des Vorjahresniveaus gefallen seien.

Das Problem liege nach seiner Darstellung nicht darin, dass die Partnerstaaten keine Munition mehr hätten. Vielmehr fehlten politische Entscheidungen für eine schnellere Freigabe und Übergabe. Die benötigten Raketen seien bei den Verbündeten vorhanden, erreichten die Ukraine jedoch nicht in ausreichender Zahl.

Der Rückgang betreffe nicht nur die vergangenen Monate, sondern die gesamte erste Jahreshälfte 2026. Gleichzeitig habe Russland die Zahl seiner Raketen- und Drohnenangriffe weiter erhöht.

Kiew fordert deshalb, vorhandene Bestände schneller freizugeben, die Produktionskapazitäten auszubauen und einen Teil der Waffenherstellung in die Ukraine zu verlagern.

USA verweisen auf sinkende eigene Patriot-Bestände

Die US-Regierung hat einer neuen Lieferung von Patriot-Raketen an die Ukraine bislang nicht zugestimmt. Als Begründung werden rückläufige Bestände in den eigenen Arsenalen genannt.

Patriot-Raketen gehören zu den wichtigsten Komponenten der ukrainischen Luftverteidigung. Sie werden unter anderem eingesetzt, um komplexe Luftziele und ballistische Raketen abzufangen, mit denen Russland regelmäßig ukrainische Städte angreift.

Die Ablehnung zusätzlicher Lieferungen erfolgt vor dem Hintergrund ukrainischer Forderungen nach einem langfristigen Beschaffungsmechanismus. Dabei könnten Raketen aus Beständen anderer Staaten gekauft und möglicherweise von europäischen NATO-Mitgliedern finanziert werden.

Russland meldet Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, russische Streitkräfte hätten drei weitere Frachtschiffe im Schwarzen Meer angegriffen. Moskau veröffentlichte Videoaufnahmen, die nach russischer Darstellung die Angriffe zeigen sollen.

Weitere Angaben zu den Namen der Schiffe, ihrer Zugehörigkeit, möglichen Schäden oder Verletzten machte das Ministerium nicht. Eine unabhängige Bestätigung der Vorfälle liegt nicht vor.

Russland und die Ukraine haben ihre Angriffe auf maritime Infrastruktur, Häfen und Schiffe im Schwarzen Meer zuletzt ausgeweitet. Dadurch steigt das Risiko für den Handelsverkehr und wichtige Exportwege.

Mehr als 500 Kinder aus Kramatorsk werden evakuiert

Wegen der sich verschlechternden Sicherheitslage ordneten die Behörden in der Region Donezk die Evakuierung von 525 Kindern und Jugendlichen aus Kramatorsk und umliegenden Orten an.

Der Militärgouverneur der Region, Wadym Filaschkin, erklärte, Minderjährige könnten nicht länger dauerhaft der Gefahr russischer Angriffe ausgesetzt werden.

Von der Evakuierung betroffen sind 59 Kinder aus Krasnotorka, 140 aus Bilenke und 326 aus Kramatorsk. Insgesamt betrifft die Maßnahme 424 Familien.

Die örtlichen Behörden sollen den Transport in sicherere Regionen organisieren und die Familien mit vorübergehenden Unterkünften sowie sozialer Unterstützung versorgen.

Russische Verluste steigen weiter

Die ukrainische Seite meldet zudem weiter steigende Verluste der russischen Armee. Innerhalb eines Tages soll Russland rund 1.130 Soldaten verloren haben.

Genaue Angaben zu den Verlusten beider Kriegsparteien lassen sich unter den Bedingungen laufender Kampfhandlungen nicht unabhängig überprüfen. Russland und die Ukraine veröffentlichen regelmäßig eigene Zahlen, die teilweise deutlich voneinander abweichen.

Gleichzeitig setzt die russische Militärführung die Umstrukturierung und Verlegung von Einheiten an einzelnen Frontabschnitten fort. Die ukrainischen Streitkräfte rechnen mit weiteren Angriffen unter Einsatz von Flugzeugen, Raketen, Kampfdrohnen und gelenkten Fliegerbomben.

Lesen Sie auch: Selenskyj trifft Trump in Washington zu Gesprächen über Luftverteidigung, Patriot-Raketen, Russland-Sanktionen und weitere Militärhilfe für die Ukraine

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