Startseite PolitikDie Huthi erhöhen den Druck am Bab al-Mandab. Ihre militärische Struktur erschwert Gegenmaßnahmen und birgt Risiken für Schifffahrt und Welthandel.

Die Huthi erhöhen den Druck am Bab al-Mandab. Ihre militärische Struktur erschwert Gegenmaßnahmen und birgt Risiken für Schifffahrt und Welthandel.

von Johanna Richter
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Die Huthi erhöhen den Druck am Bab al-Mandab. Ihre militärische Struktur erschwert Gegenmaßnahmen und birgt Risiken für Schifffahrt und Welthandel.

Die jemenitische Huthi-Bewegung hat den Druck auf die Schifffahrt rund um die Meerenge Bab al-Mandab verstärkt – eine der wichtigsten Seerouten zwischen Asien und Europa. Die Kontrolle über diesen Abschnitt ermöglicht es der Gruppe, Handelsschiffe zu bedrohen und die Verkehrswege durch das Rote Meer zu beeinflussen. Damit stellt sich für die internationale Gemeinschaft erneut die Frage, mit welchen Mitteln gegen die Huthi vorgegangen werden kann. Ihre militärische Struktur und die jahrelange Kriegserfahrung im Jemen erschweren jedoch jede größere Operation gegen die Bewegung erheblich. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu welt.

Bab al-Mandab wird zum zentralen Punkt der Konfrontation

Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und weiter mit dem Indischen Ozean. Über diese Route erreichen Schiffe den Suezkanal, weshalb die Sicherheit der Meerenge unmittelbare Auswirkungen auf den Warenverkehr zwischen Europa und Asien hat.

Die Huthi nutzen die geografische Lage der von ihnen kontrollierten Gebiete im Jemen als eines ihrer wichtigsten Druckmittel. Raketen und Drohnen ermöglichen es ihnen, Schiffe auch in größerer Entfernung von der Küste zu bedrohen.

Für Reedereien bedeutet die unsichere Lage, dass sie das Risiko einer Passage durch das Rote Meer neu bewerten müssen. Die alternative Route rund um Afrika ist deutlich länger und erhöht sowohl die Transportzeit als auch die Kosten für Treibstoff und den Einsatz der Schiffe.

Warum die militärische Struktur der Huthi zum Problem wird

Die Huthi unterscheiden sich deutlich von einer klassischen Armee. Die Bewegung hat eine Struktur aufgebaut, die Elemente regulärer Streitkräfte mit Methoden der Guerillakriegsführung verbindet.

Die Gruppe verfügt über jahrelange Kampferfahrung im schwierigen und teilweise gebirgigen Gelände des Jemen. Ihre Kräfte können in kleinen mobilen Einheiten operieren, befestigte Stellungen nutzen und militärische Infrastruktur auf zahlreiche Standorte verteilen.

Gleichzeitig verfügen die Huthi über wesentlich komplexere Waffensysteme, als sie bei irregulären bewaffneten Gruppen normalerweise zu erwarten wären. Zu ihrem Arsenal gehören Angriffsdrohnen, ballistische Raketen, Marschflugkörper sowie Systeme, die gegen Ziele auf See eingesetzt werden können.

Diese Kombination erklärt auch den Vergleich mit einer „Mischung aus Taliban, Nordkorea und Guerilla“. Gemeint ist damit das Zusammenspiel einer widerstandsfähigen irregulären Organisation, weitreichender Raketenfähigkeiten und einer dezentralen militärischen Taktik.

Luftangriffe können das militärische Potenzial nicht vollständig ausschalten

Eine der größten Herausforderungen für die Gegner der Huthi besteht darin, deren militärische Infrastruktur aufzuspüren und dauerhaft auszuschalten. Raketenwerfer und Drohnensysteme können verlegt werden, während sich Teile der Ausrüstung in geschützten Gebieten verbergen lassen.

Angriffe auf Waffenlager, Kommandozentren oder Abschussvorrichtungen können einzelne Fähigkeiten der Gruppe einschränken. Sie bedeuten jedoch nicht zwangsläufig, dass die Huthi anschließend keine weiteren Angriffe durchführen können.

Dabei spielt auch die Erfahrung aus dem jahrelangen Krieg im Jemen eine wichtige Rolle. Die Huthi waren über einen langen Zeitraum massiven militärischen Angriffen ausgesetzt und konnten dennoch die Kontrolle über große Teile des Nordens einschließlich der Hauptstadt Sanaa behalten.

Die militärische Auseinandersetzung lässt sich deshalb nicht auf die Zerstörung einiger großer Einrichtungen reduzieren. Um die Angriffsfähigkeit der Gruppe erheblich einzuschränken, müssten gleichzeitig mobile Systeme, Lagerstätten, Nachschubwege und Kommandostrukturen erfasst werden.

Eine Seeblockade könnte zusätzlichen Druck erzeugen

Eine mögliche Maßnahme der internationalen Gemeinschaft wäre eine stärkere Kontrolle der Lieferungen auf dem Seeweg in jene Gebiete des Jemen, die von den Huthi kontrolliert werden.

Ziel eines solchen Vorgehens wäre es, die Lieferung von Komponenten zu erschweren, die für die Herstellung oder Modernisierung von Raketen und Drohnen verwendet werden können. Eine wirksame maritime Kontrolle würde allerdings erhebliche Marinekapazitäten und eine enge Abstimmung zwischen mehreren Staaten erfordern.

Hinzu kommt die Notwendigkeit, militärisch nutzbare Lieferungen von zivilen Gütern zu unterscheiden. Der Jemen ist seit Jahren von einer schweren humanitären Krise betroffen. Einschränkungen des Seeverkehrs können deshalb auch die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Treibstoff und anderen wichtigen Gütern beeinträchtigen.

Einseitige Maßnahmen erschweren eine gemeinsame internationale Antwort

Ein weiterer Faktor sind unterschiedliche Positionen einzelner Staaten darüber, mit welchen Mitteln gegen die Huthi vorgegangen werden soll. Selbst Länder, die ein gemeinsames Interesse an einer sicheren Schifffahrt im Roten Meer haben, können militärische und politische Maßnahmen unterschiedlich bewerten.

Einseitige Operationen einzelner Staaten können zusätzliche diplomatische Spannungen verursachen und den Aufbau einer breiteren internationalen Zusammenarbeit erschweren.

Für die Staaten der Region ist die Situation zudem mit dem Risiko einer Ausweitung des Konflikts verbunden. Eine größere militärische Operation gegen die Huthi könnte Auswirkungen haben, die weit über den Jemen hinausreichen und die Sicherheitslage im Roten Meer, im Golf von Aden und in den Nachbarstaaten beeinflussen.

Warum Bab al-Mandab für den Welthandel so wichtig ist

Die Unsicherheit rund um die Meerenge hat Auswirkungen weit über den Jemen hinaus. Bab al-Mandab gehört zur Route zum Suezkanal, über die Container, Energieträger und zahlreiche andere Waren transportiert werden.

Verzichten Reedereien wegen der Sicherheitslage auf die Passage durch das gefährdete Gebiet, können Schiffe stattdessen um das Kap der Guten Hoffnung fahren. Dadurch verlängern sich die Routen erheblich, während zugleich die Kosten steigen und internationale Lieferketten zusätzlich belastet werden.

Deshalb besitzt die Kontrolle der Huthi über Küstengebiete des Jemen internationale Bedeutung. Die militärischen Fähigkeiten der Bewegung ermöglichen es ihr, nicht nur Einfluss auf den Konflikt innerhalb des Jemen auszuüben, sondern auch einen der wichtigsten maritimen Verkehrskorridore der Welt unter Druck zu setzen.

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