Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Russland und die Ukraine dazu aufgerufen, Kompromisse zu finden, um den seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg zu beenden. In einem Interview mit dem Fernsehsender Al Arabiya erklärte er, dass keine der beiden Seiten derzeit realistische Chancen auf einen vollständigen militärischen Sieg habe. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu spiegel.
Laut Lukaschenko setzen die russischen Streitkräfte ihre Offensive zwar fort, doch sowohl Russland als auch die Ukraine hätten mit einem Mangel an Soldaten zu kämpfen. Zugleich betonte der belarussische Staatschef, die Ukraine müsse keine Bedrohung durch Belarus befürchten.
Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gewarnt, Russland könne das belarussische Territorium für neue Angriffe nutzen. Seit Beginn der großangelegten Invasion im Jahr 2022 hatte Belarus russischen Truppen den Zugang über sein Staatsgebiet ermöglicht und zudem der Stationierung russischer Atomwaffen zugestimmt.
US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen, er habe getrennte Telefongespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geführt. Am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian sagte Trump, die Gespräche seien konstruktiv verlaufen, und beide Seiten zeigten sich offen für weitere Verhandlungen.
Selenskyj teilte seinerseits mit, er habe Trump vorgeschlagen, ein persönliches Treffen mit Putin auf amerikanischem Boden zu organisieren. Nach seinen Worten könnte ein solcher Rahmen es für den russischen Präsidenten schwieriger machen, eine Teilnahme an Gesprächen abzulehnen.
Der ukrainische Präsident erklärte, die Möglichkeiten für ein solches Treffen würden derzeit geprüft. Bereits in der Vergangenheit hatte Selenskyj wiederholt direkte Gespräche mit Putin zur Beendigung des Krieges gefordert.
Der Kreml hatte mehrfach betont, dass ein Treffen zwischen den beiden Staatschefs erst nach Fortschritten bei einer möglichen Friedensvereinbarung sinnvoll sei. Anfang Juni erklärte Putin zudem, ein Gipfeltreffen habe erst dann einen Zweck, wenn zentrale Punkte eines möglichen Abkommens ausgearbeitet seien.
Nach Angaben Selenskyjs lehnte Moskau außerdem einen Vorschlag für ein Treffen mit Putin am Rande des G7-Gipfels in Frankreich ab. Der ukrainische Präsident wertete dies als weiteres Zeichen dafür, dass Russland derzeit nicht bereit sei, in substanzielle Verhandlungen über ein Ende des Krieges einzutreten.
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