Der Jahresauftakt 2026 könnte turbulenter kaum sein. Während die USA unter Donald Trump eine Außenpolitik demonstrieren, die an aggressive Imperien vergangener Jahrhunderte erinnert, spielt sich in Stuttgart ein ganz anderes Drama ab: Der einstige politische „Fixstern“ FDP kämpft beim traditionellen Dreikönigstreffen gegen das Vergessen. Die Redaktion von das Unternehmer wissen analysiert eine Welt, in der das Recht des Stärkeren regiert und liberale Ordnungshüter zunehmend verstummen.
Der Paukenschlag von Caracas: Eine neue Ära des Interventionismus
Es klingt wie das Drehbuch eines Polit-Thrillers, ist jedoch die neue Realität der US-Außenpolitik. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion haben US-Spezialkräfte den venezolanischen Diktator Nicolás Maduro direkt in Caracas festgenommen. Nur 60 Stunden später stand er, angeklagt wegen Narco-Terrorismus und Waffenhandel, einem Richter in New York gegenüber.
Donald Trumps Botschaft ist unmissverständlich: Internationale Souveränität gilt nur so lange, wie sie den Interessen Washingtons nicht im Wege steht. Mit der Inhaftierung Maduros und der geplanten Einsetzung einer gefügigen Übergangsregierung demonstriert Trump eine Machtprojektion, die Freund und Feind gleichermaßen aufschrecken lässt. Doch Venezuela ist nur der Anfang. Der US-Präsident hat seinen Blick bereits auf Kolumbien gerichtet und droht dem dortigen Präsidenten Gustavo Petro offen. Die Rhetorik ist roh, die Androhungen sind konkret. Die Ära der diplomatischen Finesse ist endgültig vorbei; es gilt das Recht des Stärkeren.
Grönland und Iran: Die Grenzen verschieben sich
Trumps Appetit auf territoriale Expansion scheint ebenfalls zurückgekehrt zu sein. Seine erneuerte Ankündigung, sich in zwei Monaten um Grönland zu „kümmern“, lässt in Europa die Alarmglocken schrillen. Was einst als skurrile Idee abgetan wurde, muss im Licht der jüngsten Ereignisse als ernsthaftes geostrategisches Manöver bewertet werden.
Parallel dazu spitzt sich die Lage im Iran zu. Seit über einer Woche gehen dort Menschen trotz drohender Folter und Hinrichtung auf die Straße. Das Regime in Teheran steht vor einem Dilemma: Schlägt es die Proteste brutal nieder, riskiert es den von Trump angedrohten Militärschlag. Lässt es sie laufen, wächst die Gefahr für das eigene Überleben. Die USA nutzen diese Instabilität gezielt, um den Druck zu maximieren.
Deutschland: Der Überlebenskampf der FDP
Während die Weltkarte neu gezeichnet wird, wirkt die deutsche Innenpolitik seltsam entrückt. Besonders deutlich wird dies beim Blick auf die FDP. Das traditionelle Dreikönigstreffen in Stuttgart, einst ein politisches Hochamt zum Jahresbeginn, ist zur Randnotiz verkommen. Ein Jahr nach dem Ende der Ampelkoalition kämpfen die Freien Demokraten unter FDP-Chef Christian Dürr nicht mehr um Gestaltungsmacht, sondern um ihre Existenz.
Die Partei, die einst für Rechtsstaatlichkeit und bürgerliche Freiheiten stand, hat ihr Profil verloren. Weder als Korrektiv in der Regierung noch als Stimme der Vernunft in der Opposition findet sie Gehör. Angesichts der anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg droht der Absturz in die politische Bedeutungslosigkeit. In einer Zeit, in der das Völkerrecht global mit Füßen getreten wird, wäre eine starke liberale Stimme aus Deutschland wichtiger denn je. Doch die FDP scheint zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um diese Rolle auszufüllen.
Fazit: Eine Welt im Umbruch
Der Januar 2026 zeigt uns eine Welt im radikalen Umbruch. Auf der einen Seite ein entfesselter US-Präsident, der Imperialismus offen als Staatsdoktrin pflegt. Auf der anderen Seite ein Europa, das Mühe hat, seine eigenen Werte zu verteidigen, und eine deutsche liberale Partei, die leise von der Bühne abtritt. Für Unternehmer und Bürger bedeutet dies: Die Unsicherheit wächst, und die alten Gewissheiten der internationalen Ordnung lösen sich auf.