Startseite AktuellesVor Odessa wurde der Getreidefrachter „Zolotoy Leo“ mit Raketen angegriffen. Zehn Menschen starben. Die Ukraine reagierte mit Drohnenangriffen auf Moskau.

Vor Odessa wurde der Getreidefrachter „Zolotoy Leo“ mit Raketen angegriffen. Zehn Menschen starben. Die Ukraine reagierte mit Drohnenangriffen auf Moskau.

von Johanna Richter
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Vor Odessa wurde der Getreidefrachter „Zolotoy Leo“ mit Raketen angegriffen. Zehn Menschen starben. Die Ukraine reagierte mit Drohnenangriffen auf Moskau.

Über dem Getreidefrachter „Zolotoy Leo“, der sich im Schwarzen Meer unweit von Odessa befand, stieg nach einem Angriff dichter Rauch auf. Die ukrainische Seite beschuldigte Russland, das zivile Frachtschiff gezielt angegriffen zu haben. Nach Angaben ukrainischer Behörden kamen bei dem Beschuss zehn Menschen ums Leben, acht Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu tagesschau.

Die Ukraine bezeichnete den Vorfall als Terrorakt und schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht. Danach führten ukrainische Streitkräfte einen groß angelegten Drohnenangriff auf Moskau, das Moskauer Umland und weitere Regionen Russlands durch.

Raketenangriff auf ein Schiff vor Odessa

Nach Angaben der ukrainischen Seite wurde das Frachtschiff am Abend des 19. Juli angegriffen, als es ein Kampfgebiet vor der Küste der Region Odessa verließ. Die ukrainische Marine teilte mit, russische Streitkräfte hätten drei Marschflugkörper auf das Schiff abgefeuert.

Die „Zolotoy Leo“ transportierte Getreide und fuhr unter der Flagge des westafrikanischen Staates Guinea-Bissau. Nach vorläufigen Angaben war das Schiff aus einem ukrainischen Hafen in Richtung offenes Meer unterwegs.

Der ukrainische Ministerpräsident Serhij Korezkyj erklärte, das Schiff sei beim Verlassen des Hafens direkt getroffen worden. Durch die Schäden sei an Bord ein Feuer ausgebrochen, über dem Schiff sei eine große Rauchsäule zu sehen gewesen.

Die ukrainische Hafenverwaltung berichtete, acht Besatzungsmitglieder seien gerettet worden. Zehn Menschen kamen demnach ums Leben.

Ukrainischer Lotse unter den Todesopfern

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha teilte mit, unter den Getöteten habe sich ein ukrainischer Lotse befunden, der das Schiff beim Auslaufen aus dem Hafen begleitet habe.

Der überwiegende Teil der Besatzung bestand aus Staatsangehörigen Indiens und Syriens. Namen der Opfer sowie Informationen über den Zustand der geretteten Seeleute wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Die ukrainische Marine betonte, das Schiff sei unbewaffnet gewesen, habe keine militärischen Aufgaben erfüllt und keine Gefahr für russische Streitkräfte dargestellt.

In einer Erklärung bezeichnete die Marine den Angriff als einen weiteren gezielten Schlag gegen ein ziviles Schiff unter ausländischer Flagge.

„Dies ist ein weiterer vorsätzlicher Angriff Russlands auf ein unbewaffnetes ziviles Schiff, das keinerlei militärische Bedrohung darstellte“, erklärten die ukrainischen Seestreitkräfte.

Die ukrainische Seite wertete den Beschuss als Terrorakt gegen die zivile Schifffahrt und als schwerwiegenden Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht.

Kämpfe im Schwarzmeerraum nehmen zu

Im Gebiet des Schwarzen Meeres hat sich die militärische Lage zuletzt deutlich verschärft. Ukrainische und russische Streitkräfte greifen regelmäßig Hafenanlagen, militärische Einrichtungen und Logistikzentren der jeweils anderen Seite an.

Russische Truppen beschießen nahezu täglich Hafenobjekte in der Region Odessa. Dabei werden Lagerhäuser, Terminals, Verkehrsknotenpunkte und zivile Gebäude beschädigt.

Der Gouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, erklärte im ukrainischen Fernsehen, seit Anfang Juli seien bei russischen Angriffen in der Region 28 Menschen getötet worden.

Warum sich die „Zolotoy Leo“ in einem Gebiet mit aktiven Kampfhandlungen befand, ist bislang nicht abschließend geklärt. Nach ukrainischen Angaben absolvierte das Schiff eine zivile Fahrt und transportierte Getreide.

Russland wirft der Ukraine seit Längerem vor, zivile Schiffe für den Transport von Waffen und militärischer Ausrüstung einzusetzen. Kiew weist diese Vorwürfe zurück.

Russland greift Kiew erneut mit Raketen an

Bereits zuvor hatte Russland einen weiteren massiven Raketenangriff auf Kiew verübt. Die ukrainischen Behörden berichteten vom Einsatz ballistischer Raketen und Angriffsdrohnen.

Bei dem Beschuss wurden in mehreren Stadtteilen Wohnhäuser, Fahrzeuge und zivile Infrastruktur beschädigt. Mehrere Menschen erlitten Verletzungen.

In den Straßen Kiews beseitigten Rettungskräfte und kommunale Dienste Trümmer beschädigter Gebäude und zerstörter Autos.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte westliche Partner nach dem Angriff auf, die Lieferung zusätzlicher Flugabwehrraketen zu beschleunigen.

Nach Angaben der ukrainischen Regierung benötigt das Land mehr moderne Abwehrsysteme, um Großstädte und kritische Infrastruktur vor ballistischen Raketen und Marschflugkörpern zu schützen.

Tote nach Luftangriff auf Saporischschja

Mindestens zwei Menschen kamen bei einem russischen Angriff auf Saporischschja ums Leben. Dies teilte der ukrainische Katastrophenschutz in der Nacht mit.

Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mindestens 42 Menschen verletzt. Unter den Betroffenen waren acht Kinder.

Ukrainische Medien berichteten, die russische Armee habe gelenkte Fliegerbomben eingesetzt. Eine der Bomben traf demnach ein fünfstöckiges Wohnhaus.

Durch die Explosion wurden zwei Stockwerke des Gebäudes vollständig zerstört. Rettungskräfte suchten nach Verschütteten und räumten Trümmerteile beiseite.

Am Einsatzort waren Sanitäter, Feuerwehrleute, Polizisten und technische Hilfsdienste im Einsatz. Ein Teil der Bewohner wurde aus dem beschädigten Haus evakuiert.

Ukraine greift Moskau und das Umland mit Drohnen an

Nach den russischen Angriffen führten ukrainische Streitkräfte einen groß angelegten Drohnenangriff auf russisches Staatsgebiet durch. Ziele lagen vor allem in Moskau, in der Region Moskau sowie in weiteren Landesteilen.

Nach russischen Angaben wurden bei dem Angriff in Moskau und im Umland zehn Menschen verletzt. Nähere Angaben zur Schwere der Verletzungen lagen zunächst nicht vor.

In der Region Belgorod meldeten die örtlichen Behörden einen Todesfall. Vier weitere Menschen wurden dort verletzt.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftabwehr habe in der Nacht 381 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der von Russland besetzten Halbinsel Krim abgefangen.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin hatte zuvor behauptet, die Ukraine habe mehr als 400 Drohnen gestartet. Eine unabhängige Bestätigung dieser Zahlen lag nicht vor.

Brände in Domodedowo, Podolsk und Odinzowo

Der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, teilte mit, die größten Schäden seien in den Gebieten Podolsk, Domodedowo und Odinzowo entstanden.

Nach seinen Angaben wurden in mehreren Orten zivile Infrastrukturobjekte beschädigt. Auf einzelnen Betriebsgeländen und Industrieflächen brachen Brände aus.

In Domodedowo, unweit eines der wichtigsten Moskauer Flughäfen, geriet ein Objekt in einem Industriegebiet in Brand. Die russischen Behörden meldeten mehrere Verletzte.

Während des Angriffs wurde der Flugverkehr an Moskauer Flughäfen zeitweise eingeschränkt. Einige Flüge verspäteten sich oder wurden auf Ausweichflughäfen umgeleitet.

Rettungsdienste waren an den Einschlagstellen und an Orten mit herabgestürzten Trümmern im Einsatz und löschten die Brände.

Selenskyj bestätigt Angriffe auf Öllager und Logistikobjekte

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass ukrainische Streitkräfte ein Öllager und Logistikeinrichtungen in der Region Moskau angegriffen hätten.

In einem Beitrag auf der Plattform X erklärte er zudem, zwei Tanker der russischen „Schattenflotte“ sowie vier Frachtschiffe seien angegriffen worden.

Nach Angaben Selenskyjs reagiert die Ukraine auf russische Angriffe gegen Städte, Ortschaften und zivile Infrastruktur.

Die ukrainischen Behörden machten keine Angaben zu den eingesetzten Waffensystemen oder zu den genauen Standorten sämtlicher angegriffener Ziele.

Russland erklärte, bei den Angriffen seien zivile Gebäude beschädigt worden. Die Ukraine betonte hingegen, die Ziele hätten mit militärischer Logistik, Treibstoffversorgung und dem Transport russischen Öls in Verbindung gestanden.

Lesen Sie auch: Die Ukraine meldet Drohnenangriffe auf russische Tanker im Asowschen Meer. Auf der Krim kommt es zu Treibstoffengpässen, Putin kündigt Subventionen an.

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