Ein Omegahoch hat Deutschland Anfang Mai 2026 Temperaturen von bis zu 28,4 °C beschert – gemessen in Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) am 2. Mai. Doch die sommerliche Phase endet bereits am Wochenende. Ein Tiefdruckausläufer zwischen England und Frankreich kippt das Wetter und bringt ab Sonntag, dem 3. Mai, kräftige Schauer und Gewitter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Starkregen bis 40 l/m², Sturmböen bis 85 km/h und örtlichem Hagel.
Der Temperatursturz fällt drastisch aus: Statt sommerlicher 25 bis 28 Grad drohen ab Mitte der kommenden Woche stellenweise unter 10 °C. Die Wetterprognose für den Mai stand zwar seit Tagen auf Umbruch – die Geschwindigkeit des Wechsels überrascht dennoch.
Die Omegastruktur: Motor des Kurzzeit-Sommers
Das Hochdruckgebiet, das Deutschland seit Ende April dominiert, formte über Mitteleuropa eine klassische Omega-Struktur (Ω). In dieser Formation wird das Hoch links und rechts von kleinräumigen Tiefdruckgebieten flankiert, was extrem stabile Verhältnisse schafft. Die Luftmasse kam zur Ruhe, füllte sich von oben mit ungewöhnlich warmen Schichten auf und drückte die Temperaturen zwischen dem 1. und 2. Mai flächendeckend auf frühsommerliche 20 bis 25 Grad – im Osten und Südwesten sogar darüber.
Die Temperaturanomalie lag dabei bei +5 bis +8 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert (1961–1990). Ein Blick auf die aktuelle Klimabilanz des DWD zeigt: Die Durchschnittstemperatur für die ersten beiden Maitage 2026 betrug 14,9 °C – ein Wert, der 2,8 °C über dem Klimamittel der Referenzperiode liegt. Auch die Sonnenscheindauer verfehlte keinen Rekord, bei null Regentagen und praktisch wolkenlosem Himmel. Die steigende Waldbrandgefahr im Süden Deutschlands erreichte mit einem Gefahrenindex von 4 bis 5 die höchste Stufe.
Der Kipppunkt: Wie das Tief von England nach Deutschland greift
Am 2. Mai verlagerte das Omegahoch seinen Schwerpunkt nach Osten. Das öffnete eine Lücke für einen Tiefdruckausläufer, der sich über England eindrehte. Auf seiner Vorderseite schob er feucht-warme und instabil geschichtete Luftmassen aus Süden nach Deutschland. Bereits am Samstagnachmittag bildeten sich westlich der Linie Bodensee–Berlin erste Quellwolken. Über dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen entluden sich die ersten Gewitter.

Am Sonntag, dem 3. Mai, zieht sich das Tief weiter nach Deutschland und dreht sich zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ein. Die wirtschaftlichen Folgen solcher Wetterextreme dürften dabei nicht nur meteorologisch relevant sein.
DWD-Warnlage: Starkregen, Hagel und Sturmböen
Der DWD hat seine Wochenvorhersage für Wettergefahren entsprechend aktualisiert. Die Warnung gilt gestaffelt:
- Montag, 4. Mai: Über der nördlichen Mitte einzelne Gewitter mit Starkregen bis 20 l/m² pro Stunde, steife bis stürmische Böen (60–70 km/h, Bft 7–8)
- Dienstag, 5. Mai: Über der Südosthälfte Gewitter mit Sturmböen bis 85 km/h (Bft 9), lokalem Hagel und mehrstündigem Starkregen mit 20 bis 30 l/m²
- Mittwoch, 6. Mai: In der Südhälfte teils kräftige Gewitter, über dem Westen unwetterartige Regenfälle bis 40 l/m²
- Donnerstag, 7. Mai: Südlich der Donau einzelne Gewitter, vom Bodensee bis zur Lausitz lokal mehrstündiger Starkregen
Die Hauptgefahr verlagert sich also von Westen nach Osten und von Norden nach Süden. Besonders der Dienstag und Mittwoch könnten über Baden-Württemberg und Bayern lokal unwetterartige Niederschlagssummen bringen. Der Umgang mit Extremwetter bleibt eine dauerhafte Herausforderung für Unternehmen und Kommunen.
Temperatursturz Mai 2026
Von Sommerhitze zum Kälteeinbruch in 5 Tagen
Quelle: DWD, wetterprognose-wettervorhersage.de · Stand: 03.05.2026
Temperatursturz: Von 28 auf unter 10 Grad
Die Temperaturentwicklung folgt einem klaren Muster:
| Zeitraum | Region | Temperaturbereich |
|---|---|---|
| 1.–2. Mai | Gesamt-DE | +20 bis +28 °C |
| 3. Mai | West/Mitte | +17 bis +23 °C |
| 4.–5. Mai | Gesamt-DE | +15 bis +20 °C |
| 6.–7. Mai | Gesamt-DE | +10 bis +15 °C |
| Bei Dauerregen | Regional | unter +10 °C |
Der Rückgang um bis zu 18 Grad innerhalb von fünf Tagen ist meteorologisch bemerkenswert, aber nicht untypisch für Mai-Wetterlagen mit meridionalem Strömungsmuster. Das Zusammentreffen warmer Festlandsluft mit noch kühler Polarluft aus Nordeuropa erzeugt genau jene Kontraste, die kräftige Tiefdrucksysteme antreiben.
Blick voraus: Eisheilige und Super-El-Niño
Die Schauer- und Gewitterphase dauert voraussichtlich bis zum 7. Mai. Ab Donnerstag löst sich der Tiefdruckausläufer allmählich auf, Wolkenlücken werden größer, der Niederschlag klingt ab. Die Temperaturen erholen sich dann langsam auf 10 bis 18 Grad.
Die entscheidende Frage lautet: Wie positioniert sich das Blockadehoch auf dem Atlantik in der zweiten Mai-Hälfte? Davon hängt ab, ob die Eisheiligen (11.–15. Mai) dieses Jahr ihren Ruf wahrmachen. Aktuelle Modelle des ECMWF rechnen für die Eisheiligen-Woche mit bis zu 3 Grad über dem Durchschnitt – frostige Nächte gelten derzeit als unwahrscheinlich. Der DWD gibt für die Woche vom 11. bis 17. Mai eine 41-prozentige Wahrscheinlichkeit für normale Temperaturen an.
Ein weiterer Faktor: Mehrere Wettermodelle prognostizieren für Mai 2026 eine rund 70-prozentige Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittlich viele Gewitter. Der noch kühle Nordatlantik und die fast hochsommerliche Sonneneinstrahlung verstärken das Energiepotenzial in der Atmosphäre. Zudem diskutieren Meteorologen einen möglichen Super-El-Niño und dessen Auswirkungen auf Sommer und Winter in Europa.

⚠️ DWD-Warnmatrix: 4.–7. Mai 2026
Gefahrenübersicht nach Tagen und Phänomenen
Quelle: DWD Wochenvorhersage Wettergefahren · Stand: 03.05.2026
FAQ: Die wichtigsten Fragen zum Wetterwechsel
Wie lange dauert die Gewitterphase?
Nach aktuellem Stand vom 4. bis 7. Mai. Ab Donnerstag entspannt sich die Lage voraussichtlich. Ab dem Wochenende ist erneut mehr Sonnenschein zu erwarten.
Gibt es eine Unwetterwarnung?
Der DWD warnt vor Starkregen bis 40 l/m², Sturmböen bis 85 km/h (Bft 9) und lokalem Hagel. Besonders betroffen sind ab Dienstag Baden-Württemberg und Bayern.
Sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt?
Nein. Frost ist in der ersten Maiwoche nicht zu erwarten. Die Tiefstwerte liegen auch nachts bei +5 bis +8 Grad.
Werden die Eisheiligen 2026 kalt?
Aktuelle Prognosen deuten auf milde bis normale Temperaturen hin. Klimatologen sehen das Frostrisiko im Mai mittlerweile als gering an. Lediglich jedes fünfte Jahr tritt Frost Mitte Mai noch auf.
Wie sieht die Langfristprognose für den Mai aus?
Die Kontrollläufe favorisieren eine leicht wechselhafte Südwestwetterlage mit frühsommerlichen Temperaturen. Stabile Hochdrucklagen über Mitteleuropa sind weniger wahrscheinlich.
Steigt die Unwettergefahr im weiteren Mai-Verlauf?
Ja. Wettermodelle beziffern die Wahrscheinlichkeit für einen überdurchschnittlich gewittrigen Mai auf 70 Prozent. Kritisch wird es insbesondere bis Mitte Mai.