Der Deutsche Bundestag hat gesetzliche Änderungen beschlossen, die die Ausstellung und Nutzung von Personalausweisen und Reisepässen betreffen. Eine der wichtigsten Neuerungen ist die digitale Identität in Deutschland, die ab Januar 2027 über eine spezielle Smartphone-App verfügbar sein soll. Bürger können damit ihre Identität künftig online nachweisen und digitale Dokumente auf ihrem Mobiltelefon speichern. Darüber hinaus sind Erleichterungen für ältere Menschen sowie neue Regelungen für Reisepassinhaber vorgesehen. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu welt.
Digitale Identität in Deutschland: Die App d-you kommt 2027
Der Bundestag hat die rechtlichen Grundlagen für die Einführung einer digitalen Brieftasche geschaffen. Mit der Anwendung namens d-you sollen Bürger ihre Identität künftig einfacher gegenüber Behörden und privaten Unternehmen nachweisen können.
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) kündigte an, dass die digitale Brieftasche am 2. Januar 2027 starten soll. Die Anwendung soll insbesondere bei der Nutzung staatlicher Online-Dienstleistungen und beim Abschluss digitaler Verträge eingesetzt werden können.
Zunächst steht die elektronische Identifizierung im Internet im Mittelpunkt. Langfristig soll die digitale Identität auch im Alltag außerhalb des Internets genutzt werden können.
Das Ziel besteht darin, dass Bürger ihren Personalausweis künftig nicht mehr ständig als Plastikkarte mitführen müssen. Wann die digitale Version den physischen Ausweis im Alltag vollständig ersetzen kann, ist allerdings noch offen.
Welche Dokumente lassen sich künftig in d-you speichern?
Die neue Anwendung ist Teil einer europäischen Initiative zur digitalen Identifizierung. Mit der Einführung setzt Deutschland Vorgaben der Europäischen Union um, nach denen die Mitgliedstaaten ihren Bürgern eine digitale Identitätslösung bereitstellen müssen.
Im Mittelpunkt steht zunächst der elektronische Identitätsnachweis. Weitere Funktionen und Dokumente sollen schrittweise integriert werden.
Geplant sind unter anderem folgende Möglichkeiten:
- Speicherung digitaler Identitätsnachweise auf dem Smartphone
- Identitätsbestätigung bei staatlichen Online-Dienstleistungen
- Elektronische Identifizierung gegenüber Behörden
- Nutzung digitaler Nachweise beim Abschluss von Verträgen
- Schrittweise Integration weiterer Dokumente, darunter Führerscheine
Die Erweiterung des Funktionsumfangs soll in mehreren Etappen erfolgen. Konkrete Termine für die Integration des digitalen Führerscheins wurden bislang nicht genannt.
Personalausweis ab 70 Jahren: Neue Regelung zur Gültigkeit
Eine weitere Änderung betrifft ältere Bürger in Deutschland. Der Bundestag hat eine Regelung beschlossen, mit der die regelmäßige Erneuerung des Personalausweises für bestimmte Altersgruppen entfallen soll.
Nach den vorgesehenen Bestimmungen sollen Personalausweise, die im Alter von mindestens 70 Jahren ausgestellt wurden, unbefristet gültig bleiben.
Bislang beträgt die reguläre Gültigkeitsdauer eines deutschen Personalausweises für Erwachsene zehn Jahre. Nach Ablauf dieser Frist muss grundsätzlich ein neues Dokument beantragt werden.
Die geplante Neuregelung soll ältere Menschen von wiederkehrenden Behördenterminen entlasten. Entscheidend ist dabei das Alter zum Zeitpunkt der Ausstellung des Personalausweises.
Wer seinen Ausweis beispielsweise mit 69 Jahren erhalten hat und später 70 wird, fällt nicht automatisch unter die neue Regelung. Voraussetzung ist, dass die betreffende Person bereits bei der Ausstellung mindestens 70 Jahre alt war.
Reisepass nach Umzug: Adressänderung soll entfallen
Auch für Inhaber deutscher Reisepässe sieht das Gesetz eine bürokratische Erleichterung vor. Wer innerhalb Deutschlands umzieht, soll künftig nicht mehr eigens eine Behörde aufsuchen müssen, um die Wohnortangabe im Reisepass aktualisieren zu lassen.
Der Reisepass bleibt weiterhin gültig, auch wenn darin noch der bisherige Wohnort eingetragen ist. Ein zusätzlicher Behördentermin ausschließlich zur Änderung dieser Angabe soll damit entfallen.
Die Neuregelung betrifft jedoch nur die Angaben im Reisepass. Die gesetzliche Pflicht zur Anmeldung beziehungsweise Ummeldung des Wohnsitzes bleibt bestehen.
Wer eine neue Wohnung bezieht, muss seinen Wohnsitz daher weiterhin innerhalb der vorgeschriebenen Fristen bei der zuständigen Meldebehörde anmelden.
Wann treten die neuen Regeln für Ausweise und Reisepässe in Kraft?
Obwohl der Bundestag die Änderungen bereits beschlossen hat, ist das Gesetzgebungsverfahren noch nicht vollständig abgeschlossen. Der Bundesrat muss sich ebenfalls mit dem Gesetz befassen.
Wann die neuen Bestimmungen für unbefristete Personalausweise und die vereinfachte Handhabung von Wohnortangaben in Reisepässen tatsächlich in Kraft treten, steht deshalb noch nicht fest.
Für die digitale Identitäts-App d-you ist der Start am 2. Januar 2027 vorgesehen. Welche Funktionen unmittelbar zum Start verfügbar sein werden, hängt von der technischen Umsetzung und dem weiteren Einführungsprozess ab.
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