Die Handelskette Kaufland hat in Deutschland einen erneuten Rückruf bestimmter Chargen von BEBA-Säuglingsnahrung und Spezialnahrung angekündigt. Die betroffenen Produkte waren bereits im Februar 2026 vom Hersteller Nestlé zurückgerufen worden, gelangten jedoch in einigen Filialen erneut in den Verkauf. Hintergrund sind mögliche Gesundheitsrisiken durch das Toxin Cereulid. Der Rückruf gilt bundesweit für bestimmte Produktionschargen. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu swr.de.
Warum Kaufland BEBA-Babynahrung erneut zurückruft
Der erneute Rückruf wurde notwendig, weil zuvor beanstandete Produkte offenbar nicht vollständig aus dem Verkauf genommen worden waren. Trotz der ursprünglichen Rückrufmaßnahmen blieben einzelne Packungen in bestimmten Kaufland-Filialen erhältlich.
Nestlé hatte die betroffenen Chargen bereits Anfang Februar 2026 zurückgerufen. Später stellte sich jedoch heraus, dass einige Packungen der Säuglingsmilch und Spezialnahrung wieder in den Verkaufsregalen aufgetaucht waren.
Die aktuelle Rückrufaktion betrifft Kaufland-Filialen in ganz Deutschland. Allerdings sind nicht sämtliche BEBA-Produkte betroffen, sondern ausschließlich bestimmte Chargen, die in der offiziellen Rückrufübersicht aufgeführt werden.
Verbraucher sollten deshalb die Chargennummer und weitere Produktangaben auf der Verpackung mit den veröffentlichten Rückrufinformationen vergleichen.
Wie gefährlich ist das Toxin Cereulid in Babymilch?
Grund für den Rückruf sind aktualisierte Empfehlungen zu Grenzwerten beziehungsweise gesundheitlichen Richtwerten für Cereulid in Lebensmitteln. Dabei handelt es sich um ein hitzestabiles Toxin, das von bestimmten Stämmen des Bakteriums Bacillus cereus gebildet wird.
Die Aufnahme von Cereulid über Lebensmittel kann akute Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Bei Säuglingen ist besondere Vorsicht geboten, da sie empfindlicher auf Flüssigkeitsverluste und Verdauungsstörungen reagieren können.
Zu den möglichen Beschwerden gehören:
- plötzlich auftretende Übelkeit;
- wiederholtes Erbrechen;
- Bauchbeschwerden;
- Schwäche und Anzeichen einer Dehydrierung bei stärkeren Beschwerden.
Erste Symptome können bereits etwa 30 Minuten nach dem Verzehr eines belasteten Produkts auftreten. Die Beschwerden können bis zu sechs Stunden anhalten.
Wenn ein Säugling nach dem Trinken der Milchnahrung erbricht, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Besonders dringend ist eine medizinische Untersuchung, wenn das Kind kaum trinkt, ungewöhnlich schläfrig wirkt oder Anzeichen von Flüssigkeitsmangel zeigt.
BEBA-Rückruf bei Kaufland: So erhalten Kunden ihr Geld zurück
Kaufland ermöglicht die Rückgabe betroffener Babynahrungsprodukte in jeder Filiale in Deutschland. Kunden müssen die Ware nicht unbedingt in dem Geschäft zurückgeben, in dem sie ursprünglich gekauft wurde.
Die Handelskette hat eine vereinfachte Rückgabe vorgesehen. Der Kaufpreis wird auch ohne Vorlage eines Kassenbons vollständig erstattet.
Vor der Rückgabe sollten Verbraucher die Angaben auf der Verpackung mit der offiziellen Liste der betroffenen Chargen vergleichen. Entscheidend ist insbesondere die Chargennummer, da andere Packungen derselben Marke nicht zwangsläufig vom Rückruf betroffen sind.
Zurückgerufene Produkte dürfen weder an Säuglinge noch an Tiere verfüttert werden. Die Verwendung sollte sofort eingestellt werden, selbst wenn das Milchpulver unauffällig aussieht und keinen ungewöhnlichen Geruch aufweist.
Kaufland hatte zuvor bereits Aptamil und Milumil erneut zurückgerufen
Der aktuelle Fall mit BEBA-Produkten folgt nur wenige Tage nach einer ähnlichen Rückrufmeldung zu Babynahrung eines anderen Herstellers.
Zuvor hatte Kaufland bestimmte Chargen der Säuglingsmilchprodukte Aptamil und Milumil erneut zurückgerufen. Diese werden vom Lebensmittelkonzern Danone hergestellt und waren ebenfalls bereits Anfang Februar 2026 Gegenstand einer Rückrufaktion.
Ein Kaufland-Sprecher erklärte, dass der ursprüngliche Rückruf durchgeführt worden sei. Dennoch seien einige Packungen aus den betroffenen Chargen später wieder in den Verkaufsregalen aufgetaucht.
Damit wurde Kaufland im Oktober innerhalb kurzer Zeit mehrfach mit dem erneuten Verkauf bereits zurückgerufener Babynahrung konfrontiert. In beiden Fällen betreffen die Rückrufe bestimmte Produktionschargen und nicht das gesamte Sortiment der jeweiligen Marken.
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