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SPF 50 schützt nicht den ganzen Tag: Wie viel Sonnencreme nötig ist, wann nachgecremt werden muss und wie sich Sonnenbrand vermeiden lässt.

von Johanna Richter
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SPF 50 schützt nicht den ganzen Tag: Wie viel Sonnencreme nötig ist, wann nachgecremt werden muss und wie sich Sonnenbrand vermeiden lässt.

Ein hoher Lichtschutzfaktor allein garantiert keinen zuverlässigen Schutz vor Sonnenbrand. Selbst ein Produkt mit SPF 50 kann kaum wirksam sein, wenn es zu dünn aufgetragen, nach dem Baden nicht erneuert oder die Haut zu lange der Sonne ausgesetzt wird. Experten des Centrums für Reisemedizin weisen darauf hin, dass wirksamer Sonnenschutz aus mehreren Maßnahmen besteht: ausreichend Sonnencreme, bedeckende Kleidung, Kopfbedeckung und möglichst wenig direkte Sonneneinstrahlung. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu reisereporter.

Viele Urlauber tragen morgens Sonnencreme auf und gehen davon aus, dass der Schutz bis zum Abend anhält. Besonders am Strand, bei Ausflügen, Bergwanderungen oder Wassersport wird das Nachcremen häufig vergessen. Dadurch erhält die Haut eine deutlich höhere Dosis ultravioletter Strahlung, als Betroffene vermuten.

Wird die natürliche Eigenschutzzeit der Haut überschritten, drohen nicht nur Rötungen und Schmerzen. Schwere Sonnenbrände können mit großen Blasen, Entzündungen, Fieber und allgemeinem Unwohlsein einhergehen. Wiederholte UV-Schäden erhöhen zudem das Risiko für Hautkrebs.

Wo die UV-Strahlung besonders gefährlich ist

Die Intensität der Sonnenstrahlung wird bei kühlem, bewölktem oder windigem Wetter häufig unterschätzt. Frische Luft vermittelt schnell den Eindruck, dass die Sonne weniger stark sei. Die Lufttemperatur sagt jedoch wenig über die tatsächliche UV-Belastung aus.

Selbst bei dichter Bewölkung erreicht ein großer Teil der UV-Strahlung die Erdoberfläche. Nach Angaben von Fachleuten können bis zu 90 Prozent der Strahlung durch die Wolkendecke dringen. Deshalb ist ein Sonnenbrand auch an Tagen möglich, an denen der Himmel vollständig bedeckt ist.

Besonders hoch ist die Belastung im Gebirge. Pro 1.000 Höhenmeter steigt die Intensität der UV-Strahlung um etwa 10 bis 12 Prozent. Schnee, Wasser und helle Oberflächen reflektieren zusätzlich Sonnenlicht und verstärken die Einwirkung auf die Haut.

Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin, warnt davor, Wind und niedrige Temperaturen mit schwacher Sonneneinstrahlung gleichzusetzen. Für Strandaufenthalte, Reisen in südliche Länder und Bergtouren empfiehlt er Produkte mit mindestens Lichtschutzfaktor 50.

Was SPF tatsächlich bedeutet

Der Lichtschutzfaktor gibt an, um welchen Faktor ein Sonnenschutzmittel theoretisch die Zeit verlängern kann, bis die Haut einen Sonnenbrand entwickelt. Die Berechnung hängt von der individuellen Empfindlichkeit ab und setzt voraus, dass das Produkt in ausreichender Menge aufgetragen wird.

Beginnt sich die Haut ohne Schutz beispielsweise nach zehn Minuten zu röten, könnte SPF 30 diese Zeit theoretisch um das Dreißigfache verlängern. Rechnerisch wären das 300 Minuten. Diese Zahl darf jedoch nicht als Erlaubnis verstanden werden, fünf Stunden in direkter Sonne zu bleiben.

Bei Labortests werden Sonnenschutzmittel in einer genau festgelegten Schichtdicke aufgetragen. Im Alltag verwenden die meisten Menschen deutlich weniger. Außerdem wird ein Teil des Mittels durch Kleidung, Handtücher, Sand, Schweiß oder Wasser entfernt.

Wie schnell ein Sonnenbrand entsteht, hängt zusätzlich vom Hauttyp ab. Menschen mit heller Haut verfügen meist über eine deutlich kürzere Eigenschutzzeit. Doch auch SPF 50 gleicht eine zu geringe Menge, lange Aufenthalte in der Sonne oder fehlendes Nachcremen nicht aus.

Wie viel Sonnencreme erforderlich ist

Um den angegebenen Schutz zu erreichen, empfehlen Fachleute etwa zwei Milligramm Sonnenschutzmittel pro Quadratzentimeter Haut. Für den gesamten Körper eines Erwachsenen entspricht das ungefähr 30 bis 40 Gramm.

Diese Menge entspricht etwa drei bis vier vollen Esslöffeln. Große oder kräftig gebaute Menschen benötigen entsprechend mehr. Viele tragen in der Praxis nur die Hälfte oder sogar ein Drittel der notwendigen Menge auf. Dadurch sinkt der tatsächliche Schutz deutlich.

Besonders häufig vergessen werden Ohren, Nacken, Schultern, Fußrücken, Hände, Haaransatz und Lippen. Für die Lippen empfiehlt sich ein eigenes Produkt mit Lichtschutzfaktor.

Die Sonnencreme sollte gleichmäßig etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien aufgetragen werden. Das ist vor allem bei Produkten wichtig, die einige Zeit benötigen, um einen stabilen Schutzfilm zu bilden.

Wie oft nachgecremt werden muss

Sonnenschutzmittel sollten ungefähr alle zwei Stunden erneut aufgetragen werden. Zusätzlich ist Nachcremen nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen, Abtrocknen oder längerem Kontakt mit Kleidung und Sand erforderlich.

Das erneute Auftragen setzt die Schutzzeit jedoch nicht vollständig zurück. Es verlängert den Aufenthalt in der Sonne nicht unbegrenzt, sondern stellt lediglich die Schutzschicht wieder her, die teilweise abgewaschen oder abgerieben wurde.

Auch die Kennzeichnung „wasserfest“ bedeutet nicht, dass das Mittel den ganzen Tag auf der Haut bleibt. Ein wasserfestes Produkt muss nach zwei jeweils 20-minütigen Aufenthalten im Wasser noch mindestens die Hälfte des ursprünglichen Schutzes bieten.

Bei der Angabe „extra wasserfest“ gilt dies nach vier jeweils 20-minütigen Badephasen. Dennoch sollte das Produkt auch in diesem Fall nach dem Schwimmen erneut aufgetragen werden.

Warum Sonnencreme allein nicht ausreicht

Sonnenschutzmittel sind wichtig, stellen aber nur einen Teil eines umfassenden UV-Schutzes dar. Am wirksamsten ist eine Kombination mehrerer Maßnahmen.

Während der stärksten Sonnenstunden sollte möglichst Schatten aufgesucht werden. Empfehlenswert sind außerdem breitkrempige Hüte, Sonnenbrillen und bedeckende Kleidung. Besonders in heißen Ländern und am Strand sollten längere Aufenthalte in direkter Mittagssonne vermieden werden.

Wie gut Kleidung schützt, hängt von Dichte, Farbe und Struktur des Stoffes ab. Je dichter und dunkler das Material ist, desto weniger UV-Strahlung erreicht die Haut. Nasse oder stark gedehnte Stoffe können weniger Schutz bieten.

Für Kinder werden spezielle UV-Shirts, Badeanzüge und Kopfbedeckungen empfohlen. Kinderhaut ist dünner und empfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Sonnenbrände können daher schneller entstehen und schwerer verlaufen.

Kann Sonnencreme vom Vorjahr noch verwendet werden?

Ein geöffnetes Produkt aus der vergangenen Saison kann weniger Schutz bieten als auf der Verpackung angegeben. Die Wirksamkeit hängt von Lagerung, Verpackung und Haltbarkeit nach dem Öffnen ab.

Hohe Temperaturen, direkte Sonneneinstrahlung und eine lange Lagerung im Auto oder in der Strandtasche können die Stabilität der Inhaltsstoffe beeinträchtigen. Veränderungen bei Geruch, Farbe oder Konsistenz können ebenfalls darauf hindeuten, dass das Produkt nicht mehr verwendet werden sollte.

Verbraucher sollten auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und das Symbol eines geöffneten Tiegels achten. Dieses zeigt, wie viele Monate das Produkt nach dem Öffnen verwendet werden kann. Ist diese Zeit abgelaufen oder wurde die Creme großer Hitze ausgesetzt, sollte sie ersetzt werden.

Wie Sonnencreme und Insektenschutz kombiniert werden

In tropischen Regionen müssen Reisende häufig gleichzeitig auf Sonnen- und Insektenschutz achten. Beide Produkte können miteinander kombiniert werden, allerdings ist die Reihenfolge entscheidend.

Zuerst sollte die Sonnencreme aufgetragen werden. Anschließend sollte sie 15 bis 20 Minuten einziehen. Erst danach wird das Mittel gegen Mücken und andere Insekten verwendet.

Wer beide Produkte gleichzeitig oder zuerst das Repellent aufträgt, kann die Wirkung des Sonnenschutzes beeinträchtigen. Wirkstoffe wie DEET oder Icaridin können die Schutzleistung reduzieren. Im Tagesverlauf müssen beide Mittel entsprechend der jeweiligen Anleitung erneuert werden.

Welche Einschränkungen in Urlaubsländern gelten

Vor einer Reise sollten Urlauber prüfen, ob am Zielort bestimmte Inhaltsstoffe eingeschränkt sind. In einigen Regionen gelten Verbote für einzelne chemische UV-Filter, da diese möglicherweise marine Ökosysteme schädigen können.

Solche Regelungen gibt es unter anderem auf Hawaii und in Palau. Reisende sollten sich vorab über die lokalen Vorschriften informieren und Produkte auswählen, die am jeweiligen Reiseziel erlaubt sind.

Ein hoher Lichtschutzfaktor sollte beim Kauf nicht das einzige Kriterium sein. Wichtig sind außerdem ein Schutz vor UVA- und UVB-Strahlung, Wasserfestigkeit, Haltbarkeit und die Möglichkeit, das Produkt regelmäßig in ausreichender Menge aufzutragen.

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