Startseite AktuellesEine Falcon-9-Stufe ist vermutlich nahe dem Einstein-Krater auf dem Mond eingeschlagen. Sichtbar war der Aufprall nicht, nun werden Aufnahmen von Danuri und NASA erwartet.

Eine Falcon-9-Stufe ist vermutlich nahe dem Einstein-Krater auf dem Mond eingeschlagen. Sichtbar war der Aufprall nicht, nun werden Aufnahmen von Danuri und NASA erwartet.

von Johanna Richter
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Eine Falcon-9-Stufe ist vermutlich nahe dem Einstein-Krater auf dem Mond eingeschlagen. Sichtbar war der Aufprall nicht, nun werden Aufnahmen von Danuri und NASA erwartet.

Die ausgediente Oberstufe einer Falcon-9-Rakete ist vermutlich am Morgen des 5. August auf der Mondoberfläche eingeschlagen. Berechnungen zufolge sollte die Kollision gegen 06:35 Uhr koordinierter Weltzeit erfolgen. Eine direkte visuelle Bestätigung liegt bislang jedoch nicht vor. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu heise.

Astronomen hatten gehofft, einen Lichtblitz oder eine über der Oberfläche aufsteigende Staubwolke beobachten zu können. Die Beobachtungen erfolgten mit professionellen und privaten Teleskopen. In Livestreams und ersten Berichten waren allerdings keine eindeutigen Hinweise auf einen Einschlag zu erkennen.

Einschlag der Falcon 9 war von der Erde aus nicht sichtbar

Die vermutete Absturzstelle befand sich in der Nähe des Einstein-Kraters, unweit des Randes der sichtbaren Mondscheibe. Diese Lage erschwerte die Beobachtung: Das Gebiet war von der Sonne beleuchtet, während der erwartete Lichtblitz vor dem hellen Hintergrund möglicherweise zu schwach und zu kurz war.

Nach vorläufigen Berechnungen bewegte sich die Raketenstufe mit einer Geschwindigkeit von etwa 2,4 Kilometern pro Sekunde beziehungsweise rund 8.700 Kilometern pro Stunde. Die Masse des Objekts wurde auf ungefähr vier Tonnen geschätzt.

Durch den Aufprall könnte ein neuer Krater mit einem Durchmesser von mehreren Dutzend Metern entstanden sein. Zudem könnten Mondstaub und Gesteinsfragmente in größere Höhen geschleudert worden sein.

Trotz der hohen Erwartungen tauchten weder in öffentlich zugänglichen Videoübertragungen noch in Berichten von Beobachtern überzeugende Aufnahmen einer Staubwolke auf. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass der Einschlag ausgeblieben ist.

Um ein schwaches Signal zu erkennen, müssen Fachleute zunächst die Daten großer Observatorien auswerten. Besonders relevant sind Anlagen in Nord- und Südamerika, da dort zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Aufpralls teilweise noch geeignete Beobachtungsbedingungen herrschten.

Die Analyse archivierter Aufzeichnungen kann mehrere Tage oder sogar Wochen dauern. Selbst wenn eine Aufnahme des Lichtblitzes existiert, muss sie zunächst von atmosphärischen Störungen, Kamerarauschen und natürlichen Helligkeitsschwankungen der Mondoberfläche unterschieden werden.

Was der südkoreanische Orbiter Danuri beobachtet haben könnte

Zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Einschlags befand sich keine aktive Mondsonde direkt über der berechneten Absturzstelle. Der südkoreanische Orbiter Danuri kam dem betreffenden Gebiet jedoch am nächsten.

Fachleute wollten die Kameras des Orbiters nutzen, um die Region in der Nähe des Einstein-Kraters zu untersuchen und mögliche Veränderungen der Oberfläche zu dokumentieren. Danuri musste dabei nicht zwingend den eigentlichen Moment des Einschlags erfassen.

Entscheidend sind vor allem Vergleichsaufnahmen. Durch den Abgleich neuer Bilder mit älteren Daten könnten Forscher einen neu entstandenen Krater oder Spuren ausgeworfenen Mondgesteins identifizieren.

Das Korea Aerospace Research Institute hatte bereits im Vorfeld angekündigt, mögliche Beobachtungsdaten erst nach einer gründlichen Prüfung und Auswertung zu veröffentlichen. Ein konkreter Veröffentlichungstermin wurde nicht genannt.

NASA-Orbiter soll die vermutete Absturzstelle fotografieren

Weitere Informationen werden vom Lunar Reconnaissance Orbiter der US-Raumfahrtbehörde NASA erwartet. Die Sonde soll das mutmaßliche Einschlagsgebiet überfliegen und hochauflösende Aufnahmen der Oberfläche erstellen.

Zur Bestätigung des Aufpralls werden Fachleute die neuen Bilder mit älteren Fotografien der Region zwischen den Kratern Bell und Einstein vergleichen. Auf den Aufnahmen könnte ein frischer Krater zu erkennen sein, der von hellerem Material aus tieferen Bodenschichten umgeben ist.

Die genaue Position der Einschlagstelle beruht weiterhin auf Berechnungen. Die Flugbahn der unkontrollierten Raketenstufe wurde über rund eineinhalb Jahre von der Gravitation der Erde, des Mondes und der Sonne sowie vom Druck der Sonnenstrahlung beeinflusst.

Die tatsächliche Absturzstelle könnte daher von den zuvor berechneten Koordinaten abweichen.

Raketenstufe blieb nach dem Start zweier Mondlander im All

Bei dem Objekt handelt es sich um die zweite Stufe einer Falcon-9-Rakete von SpaceX mit der Bezeichnung 2025-010D. Sie wurde am 15. Januar 2025 für den Start zweier kommerzieller Mondmissionen eingesetzt.

An Bord befanden sich der Mondlander Blue Ghost des US-Unternehmens Firefly Aerospace und die Sonde Resilience des japanischen Raumfahrtunternehmens ispace. Resilience war Teil der Mission Hakuto-R Mission 2.

Nach dem Aussetzen der Nutzlast trat die Raketenstufe nicht wieder in die Erdatmosphäre ein. Stattdessen blieb sie auf einer instabilen Umlaufbahn im erdnahen Raum.

Blue Ghost erreichte später erfolgreich die Mondoberfläche und absolvierte sein wissenschaftliches Programm. Der japanische Lander Resilience konnte seine Landung dagegen nicht erfolgreich abschließen und ging beim Landeversuch verloren.

Weitere Bahnberechnungen zeigten, dass sich die im All verbliebene Raketenstufe allmählich auf eine Kollisionsbahn mit dem Mond bewegte. Endgültig bestätigen lässt sich der Einschlag erst durch ausgewertete Beobachtungsdaten und neue Aufnahmen von Mondorbitern.

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