Nach einer Phase intensiver Hitze verschlechtert sich das Wetter in Aachen und anderen Teilen Nordrhein-Westfalens deutlich. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor schweren Gewittern, Starkregen, Hagel und gefährlichen Windböen. Innerhalb kurzer Zeit können örtlich mehr als 30 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fallen. Wo die stärksten Unwetterzellen auftreten, lässt sich jedoch weiterhin nicht genau vorhersagen. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu t-online.
Gewitter können mehr als 30 Liter Regen bringen
Neue Gewitterzellen werden in Nordrhein-Westfalen am Abend des 4. August sowie in der Nacht zum Mittwoch, dem 5. August, erwartet. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes können die Unwetter von heftigem Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen begleitet werden.
In einzelnen Regionen könnten innerhalb sehr kurzer Zeit mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Solche Niederschlagsmengen können dazu führen, dass sich Wasser schnell auf Straßen, in Unterführungen und in tiefer gelegenen Bereichen sammelt.
Die amtlichen Warnungen des DWD weisen außerdem auf die Gefahr lokaler schwerer Gewitter mit Hagel und gefährlichen Windgeschwindigkeiten hin. In besonders starken Gewitterzellen können die Böen Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde erreichen.
Unwetterfront zieht aus Westen heran
Nach der Prognose der Meteorologen erreicht eine neue Zone mit instabiler Wetterlage Nordrhein-Westfalen aus westlicher Richtung. Erste kräftige Gewitter können bereits am späten Abend entstehen und anschließend über das Bundesland hinwegziehen.
In der DWD-Vorhersage für die Region ist von einzelnen Gewittern mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen die Rede. Lokal können die Niederschläge die Schwelle zu einem schweren Unwetter erreichen.
Die größte Unsicherheit besteht darin, dass sich Gewitterzellen sehr ungleichmäßig bilden. Während in einer Stadt möglicherweise nur ein kurzer Schauer niedergeht, können wenige Kilometer entfernt innerhalb einer Stunde große Regenmengen fallen.
Im Verlauf der Nacht sollen die Gewitter weiter in Richtung Nordosten ziehen. Bis zum Mittwochmorgen dürfte ihre Intensität allmählich abnehmen. Einzelne Gewitter sind jedoch auch im weiteren Tagesverlauf nicht ausgeschlossen.
In Aachen drohen örtlich heftige Regenfälle
Die Wettermodelle bewerten die erwarteten Niederschlagsmengen im Raum Aachen unterschiedlich. Das Schweizer Modell Super-HD hält in der Umgebung innerhalb weniger Stunden bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter für möglich.
Direkt in Aachen könnten die berechneten Mengen niedriger ausfallen und bei etwa zehn Litern pro Quadratmeter liegen. Die tatsächlich gemessenen Werte hängen jedoch davon ab, wie schnell und auf welcher Route sich die einzelnen Gewitterzellen bewegen.
Ein weiteres Schweizer Wettermodell verlagert den Schwerpunkt der Niederschläge in den Norden Nordrhein-Westfalens. Auch dort werden örtlich bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter nicht ausgeschlossen.
Das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage ECMWF rechnet dagegen mit geringeren Mengen von maximal etwa 15 Litern pro Quadratmeter. Das deutsche ICON-Modell zeigt in einzelnen Berechnungen bis Mittwochabend nahezu keinen Niederschlag.
Die erheblichen Unterschiede zwischen den Modellen verdeutlichen die Unsicherheit der Vorhersage. Wo sich ein besonders starkes Gewitter entwickelt, kann häufig erst kurzfristig bestimmt werden.
Vor den Gewittern stiegen die Temperaturen auf 34 Grad
Der Wetterumschwung wurde von einem weiteren heißen Tag eingeleitet. Am Dienstag, dem 4. August, galt in Nordrhein-Westfalen weiterhin eine amtliche Warnung vor starker Wärmebelastung.
In Aachen und anderen Städten des Bundeslandes konnten die Temperaturen bis auf 34 Grad steigen. In höheren Lagen wurden Werte von etwa 29 bis 30 Grad erwartet.
In mehreren Regionen Deutschlands näherte sich die Temperatur der Marke von 38 Grad. In Hessen und in Teilen Süddeutschlands wurde die Warnstufe örtlich sogar auf extreme Hitze angehoben.
Das Zusammentreffen heißer, feuchter Luft mit einer heranziehenden kühleren Luftmasse schuf günstige Bedingungen für die Bildung mächtiger Gewitterwolken. Solche Wetterlagen können plötzlich auftretenden Starkregen, größeren Hagel und schwere Sturmböen auslösen.
Frühere Gewitter brachten mehr als 40 Liter Regen
Bereits zu Beginn der Woche waren einzelne Regionen Nordrhein-Westfalens von intensiven Regenfällen betroffen. Am Montag registrierten einige Wetterstationen mehr als 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb nur einer Stunde.
Ähnliche Werte wurden auch im Bergischen Land gemessen. Keines der führenden Wettermodelle hatte zuvor derart große Regenmengen in so kurzer Zeit vorhergesagt.
Die Unwetter führten zu lokalen Überschwemmungen, umgestürzten Bäumen und Verkehrsunfällen. Besonders schwierig war die Lage im Raum Aachen, wo Schäden an der Infrastruktur den Bahnverkehr erheblich beeinträchtigten.
Gemeldet wurden unter anderem umgestürzte Bäume, beschädigte Oberleitungen und zeitweise gesperrte Bahnstrecken. Fahrgäste mussten mit Verspätungen, Zugausfällen und geänderten Streckenführungen rechnen.
Anfang Juli fielen regional fast 60 Liter Regen
Eine vergleichbare Wetterlage hatte Nordrhein-Westfalen bereits Anfang Juli erlebt. Damals zogen nach einer Phase hoher Temperaturen kräftige Gewitter über einzelne Städte und Landkreise hinweg.
In manchen Regionen fielen innerhalb weniger Stunden fast 60 Liter Regen pro Quadratmeter. Straßen und Keller wurden überflutet, während starker Wind Äste abbrach und Bäume entwurzelte.
Meteorologen weisen darauf hin, dass Wettermodelle keine exakte Vorhersage für einzelne Straßen oder Orte liefern. Sie zeigen lediglich mögliche Entwicklungen der Atmosphäre über größeren Gebieten.
Besonders lokale Sommergewitter sind schwer vorherzusagen. Sie können sich über einem kleinen Gebiet rasch verstärken und kurz darauf wieder abschwächen oder ihre Zugrichtung ändern.
Diese Gefahren können die Unwetter begleiten
Während der stärksten Gewitter sind in Nordrhein-Westfalen mehrere gefährliche Wettererscheinungen möglich:
- örtlicher Starkregen mit großen Niederschlagsmengen innerhalb kurzer Zeit;
- überflutete Straßen, Tunnel, Keller und tiefer gelegene Bereiche;
- Hagel, der Fahrzeuge, Dächer und Pflanzen beschädigen kann;
- umstürzende Bäume und herabfallende größere Äste;
- Windböen mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde;
- eingeschränkte Sicht und Aquaplaning auf Straßen;
- Verspätungen oder Ausfälle im Bahnverkehr.
Die amtliche Warnkarte des DWD wird laufend an die tatsächliche Entwicklung und Zugrichtung der Gewitterzellen angepasst. Die Warnstufe für Aachen und andere Städte kann sich innerhalb weniger Stunden ändern. Aktuelle Informationen sollten daher unmittelbar vor Fahrten oder Aufenthalten im Freien geprüft werden.