Deutschland finanziert weiterhin die Nutzung des militärischen Satellitenkommunikationssystems Starshield durch die ukrainischen Streitkräfte. Der bestehende Vertrag läuft bis April 2027 und sah ursprünglich einen Betrieb ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen vor. Nach der Einführung neuer technischer Einschränkungen verlieren jedoch einige Terminals während der Bewegung ihre Verbindung. Die Ukraine fordert deshalb die vollständige Wiederherstellung der bisherigen Betriebsbedingungen, da die Beschränkungen den Einsatz von Abfangdrohnen gegen russische Luftziele erschweren. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu X
Deutschland übernimmt die Kosten für Starshield in der Ukraine
Die Finanzierung des militärischen Satellitenkommunikationssystems Starshield, das von Einheiten der ukrainischen Streitkräfte eingesetzt wird, erfolgt durch Deutschland. Nach Informationen des Journalisten Alex Raufoglu, der sich auf eine Quelle in Kiew beruft, läuft der entsprechende Vertrag bis April 2027.
Bis in die Nacht zum 14. Oktober 2026 funktionierten die Terminals ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Genau diese Betriebsbedingungen waren nach Angaben der Quelle in dem von Berlin finanzierten Vertrag vorgesehen.
Obwohl Deutschland die Kosten für die Bereitstellung des Dienstes übernimmt, entscheidet die Bundesregierung nicht über die technischen Betriebsbedingungen. Die entsprechenden Einschränkungen werden von amerikanischer Seite festgelegt.
SpaceX-Chef Elon Musk erklärte, dass Starshield der US-Regierung unterstehe. Seinen Angaben zufolge werden die Beschränkungen vom amerikanischen Militär festgelegt. Die endgültige Entscheidung liege bei US-Präsident Donald Trump.
Warum Starshield bei höheren Geschwindigkeiten die Verbindung verliert
Am 14. Oktober traten in der Ukraine erhebliche Probleme mit militärischen Starshield-Terminals auf. Nach einer Änderung der technischen Betriebsbedingungen verloren die Geräte bei Überschreitung einer bestimmten Geschwindigkeit ihre Satellitenverbindung.
Die festgelegte Grenze liegt bei 160 km/h. Wird diese Geschwindigkeit überschritten, kann die Verbindung vollständig abbrechen. Einzelne ukrainische Militäreinheiten berichteten allerdings auch von Verbindungsproblemen bei niedrigeren Geschwindigkeiten.
Besonders betroffen sind Geräte, die auf beweglichen Plattformen installiert sind. Erhebliche Auswirkungen haben die Einschränkungen auf Abfangdrohnen, mit denen ukrainische Soldaten russische Angriffsdrohnen bekämpfen.
Eine stabile Satellitenverbindung ist für die Datenübertragung und Steuerung solcher Fluggeräte von großer Bedeutung. Ein plötzlicher Verbindungsabbruch während des Fluges kann die Durchführung militärischer Einsätze erheblich erschweren.
Ukraine fordert vollständige Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung
Die ukrainische Regierung verlangt die Wiederherstellung des bisherigen Starshield-Betriebs ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen. Nach Angaben der Quelle in Kiew geht es ausdrücklich um eine vollständige Aufhebung der Begrenzung und nicht lediglich um eine Anhebung des zulässigen Tempos.
Die derzeitige Grenze von 160 km/h reicht nach ukrainischer Einschätzung nicht aus, um Abfangdrohnen wirksam gegen russische Angriffsdrohnen mit Strahlantrieb einzusetzen.
Solche Luftziele können erheblich höhere Geschwindigkeiten erreichen als herkömmliche Drohnen mit Kolbenmotoren. Die technischen Einschränkungen der Satellitenkommunikation stellen deshalb eine zusätzliche Herausforderung für ukrainische Luftverteidigungseinheiten dar.
Obwohl Deutschland den Dienst finanziert, liegt die Entscheidung über eine mögliche Änderung der technischen Parameter bei den amerikanischen Behörden.
Selenskyj wendet sich nach massivem russischem Angriff an Elon Musk
Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte auf die Probleme mit der militärischen Satellitenkommunikation. Er stellte einen Zusammenhang zwischen den technischen Einschränkungen und den erschwerten Möglichkeiten der ukrainischen Streitkräfte her, russische Luftangriffe abzuwehren.
Nach Angaben des Präsidenten nutzten die russischen Streitkräfte die Situation aus und führten einen der umfangreichsten Angriffe durch, bei dem Hunderte Kampfdrohnen eingesetzt wurden.
Selenskyj wandte sich öffentlich an Elon Musk und forderte ihn auf, die Probleme mit Starshield zu beheben. Der ukrainische Präsident warnte davor, dass technische Beschränkungen Menschenleben kosten könnten, weil sie die Verteidigung ukrainischer Städte und kritischer Infrastruktur beeinträchtigen.
Angesichts der Verbindungsprobleme bemüht sich Kiew weiterhin um die vollständige Wiederherstellung der militärischen Satellitenkommunikation. Der von Deutschland finanzierte Starshield-Vertrag läuft nach den vorliegenden Informationen bis April 2027.