Der hochbudgetierte Actionfilm „Mutiny“ mit Jason Statham war bereits vor seinem offiziellen Kinostart auf Prime Video verfügbar. Amazon stellte den Film offenbar versehentlich auf seiner Plattform bereit. Nach wenigen Stunden wurde er wieder entfernt. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich jedoch bereits Kopien im Internet verbreitet. Internationale Verleiher und Kinobetreiber reagierten verärgert. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu deadline.
Film erschien zu früh auf Prime Video
Nach Angaben von Deadline wurde „Mutiny“ Anfang der Woche auf der Prime-Video-Seite des Films veröffentlicht. An dieser Stelle werden normalerweise Trailer und andere Werbeinhalte angezeigt. Einige Abonnenten konnten jedoch stattdessen den kompletten Film ansehen.
In sozialen Netzwerken berichteten Nutzer überrascht darüber, dass der neue Jason-Statham-Film bereits kostenlos verfügbar war, obwohl der Kinostart erst wenige Tage später geplant war.
Amazon entfernte den Film nach einigen Stunden wieder. Offenbar reichte dieser Zeitraum jedoch aus, damit digitale Kopien außerhalb der Plattform verbreitet wurden.
Raubkopien verbreiteten sich in mehreren Ländern
Quellen aus dem Umfeld des Projekts zufolge tauchte „Mutiny“ nach der Panne auf verschiedenen Piraterie-Plattformen auf. Besonders problematisch ist das für internationale Verleiher, die die Rechte an dem Film erworben und ihre Kinostarts nach eigenen Zeitplänen vorbereitet hatten.
In einigen Regionen war der Film bereits regulär angelaufen. Nach Informationen von Deadline erzielte „Mutiny“ in Frankreich und im Nahen Osten zunächst gute Ergebnisse, bevor das Ausmaß der vorzeitigen Veröffentlichung bekannt wurde.
In anderen Ländern steht der offizielle Kinostart dagegen noch bevor. Dort könnte eine hochwertige illegale Kopie die Ticketverkäufe beeinträchtigen.
Verleiher sprechen von einem Millionenschaden
Internationale Vertriebsunternehmen haben erhebliche Summen in die Rechte, die Vermarktung und den Kinostart von „Mutiny“ investiert.
Nach Angaben aus Branchenkreisen liegt der Wert der internationalen Verkäufe des Films bei mehr als 50 Millionen Dollar. Lionsgate soll selbst einen achtstelligen Betrag für das Projekt gezahlt haben.
Ein internationaler Einkäufer bezeichnete den Vorfall gegenüber Deadline als beispiellos. Die betroffenen Partner erwarteten demnach, dass Amazon sich finanziell an der Bewältigung der Folgen beteiligt.
Auch andere Beteiligte rechnen mit erheblichen Auswirkungen auf die Verleiher, insbesondere in Märkten, in denen der Film noch nicht gestartet ist.
Lionsgate versucht, die Verbreitung einzudämmen
Das Anti-Piraterie-Team von Lionsgate arbeitet inzwischen daran, illegale Kopien des Films aus dem Netz entfernen zu lassen.
Gleichzeitig versuchen internationale Rechteinhaber, eine gemeinsame Position zu entwickeln und eine offizielle Mitteilung an Amazon vorzubereiten. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und in welcher Form der Konzern mögliche finanzielle Verluste seiner Partner ausgleichen wird.
Amazon und Lionsgate haben bislang keine detaillierte öffentliche Erklärung zur Ursache der Panne abgegeben.
Darum geht es in „Mutiny“
Regie bei dem Actionthriller führte Jean-François Richet. Jason Statham übernimmt die Hauptrolle und war gemeinsam mit Marc Butan auch als Produzent beteiligt.
Stathams Figur wird im Film beschuldigt, seinen Arbeitgeber, einen milliardenschweren Industriellen, ermordet zu haben. Auf der Flucht versucht er, seine Unschuld zu beweisen und stößt dabei auf eine internationale Verschwörung.
In den USA wird „Mutiny“ von Lionsgate in die Kinos gebracht.
Streamingdienste hatten bereits ähnliche Sicherheitsprobleme
Der Vorfall um „Mutiny“ ist nicht der erste Fall, bei dem ein noch unveröffentlichter Film aufgrund von Sicherheits- oder Organisationsproblemen vorzeitig zugänglich wurde.
Zuletzt wurde Netflix mit einer Klage über 105 Millionen Dollar konfrontiert, nachdem eine Festplatte mit einer noch nicht veröffentlichten Produktion mit Nicolas Cage aus einem Unternehmensbüro verschwunden war. Die Kläger warfen Netflix unzureichende Sicherheitsmaßnahmen vor. Das Unternehmen wies die Verantwortung zurück.
Bei „Mutiny“ handelt es sich allerdings nicht um den Diebstahl eines Datenträgers, sondern um die vorzeitige Bereitstellung des vollständigen Films auf einer offiziellen Streamingplattform.
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