Startseite WirtschaftNach der Insolvenz von Hellweg könnten Bauhaus, Obi und Hornbach zahlreiche Filialen übernehmen. Die Baumarktkette wird voraussichtlich aufgeteilt.

Nach der Insolvenz von Hellweg könnten Bauhaus, Obi und Hornbach zahlreiche Filialen übernehmen. Die Baumarktkette wird voraussichtlich aufgeteilt.

von Johanna Richter
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Nach der Insolvenz von Hellweg könnten Bauhaus, Obi und Hornbach zahlreiche Filialen übernehmen. Die Baumarktkette wird voraussichtlich aufgeteilt.

Die deutsche Baumarktkette Hellweg, die Mitte Juni 2026 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet hat, steht vor einer umfassenden Neuordnung. Für einen großen Teil der Standorte liegen inzwischen konkrete Übernahmeangebote vor. Einen Investor für das gesamte Unternehmen gibt es jedoch nicht. Stattdessen dürften einzelne Märkte oder regionale Filialpakete an verschiedene Betreiber verkauft werden. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu t-online.

Hellweg könnte unter mehreren Konkurrenten aufgeteilt werden

Die Gespräche mit potenziellen Käufern befinden sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Betroffen sind nicht nur die Hellweg Profi-Bau- & Garten-Märkte, sondern auch die zur Gruppe gehörenden BayWa Bau- & Garten-Märkte.

Nach Informationen aus dem Branchenumfeld interessieren sich mehrere große Baumarktketten für einzelne Standorte. Als mögliche Käufer werden unter anderem Bauhaus, Obi, Hornbach, Globus Baumarkt sowie Partner der Hagebau-Kooperation genannt.

Keines der Unternehmen soll derzeit eine vollständige Übernahme von Hellweg anstreben. Wahrscheinlicher ist, dass einzelne Märkte oder mehrere Standorte gemeinsam an unterschiedliche Betreiber verkauft werden.

Die geplanten Transaktionen müssen noch von den Gläubigerausschüssen genehmigt werden. In etwa zwei Wochen soll bekanntgegeben werden, welche Standorte an welche Unternehmen gehen. Für Filialen, für die bislang kein Angebot vorliegt, läuft die Investorensuche noch bis Ende August.

Die Marke Hellweg könnte weitgehend verschwinden

Durch den Verkauf einzelner Märkte könnte ein erheblicher Teil der Standorte erhalten bleiben. Die Zukunft der Marke Hellweg selbst ist jedoch offen.

Nach einer Übernahme können die neuen Eigentümer entscheiden, unter welchem Namen die jeweiligen Märkte künftig betrieben werden. Eine Fortführung des bisherigen Hellweg-Filialnetzes unter einem einzigen Eigentümer gilt deshalb derzeit als unwahrscheinlich.

Auch für die Beschäftigten hängt die weitere Entwicklung davon ab, ob ihr Standort von einem neuen Betreiber übernommen wird und welche Vereinbarungen dieser trifft.

Restrukturierungschef Karl-Friedrich Kurtze erklärte, dem Unternehmen sei bewusst, dass die Situation für die Mitarbeiter mit erheblicher Unsicherheit verbunden sei.

Hellweg schließt Zentralen in Dortmund und Garching

Von der Restrukturierung sind auch die Verwaltungsstandorte betroffen. Die Unternehmenszentralen in Dortmund und Garching bei München sollen geschlossen werden.

Nach der Übergabe der Märkte an verschiedene Betreiber wird eine gemeinsame Konzernverwaltung in ihrer bisherigen Form nicht mehr benötigt.

Von der Schließung der Zentralen sind rund 340 Beschäftigte betroffen. Nach Angaben des Unternehmens sind die Gehälter für Mitarbeiter der Zentralen sowie für Beschäftigte jener Filialen, für die noch keine Übernahmelösung gefunden wurde, bis Ende November 2026 gesichert.

Insolvenzverfahren begann im Juni

Hellweg hatte Mitte Juni 2026 beim Amtsgericht Essen ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Zu diesem Zeitpunkt blieben alle 68 Hellweg-Baumärkte sowie der Onlineshop geöffnet.

Bei Hellweg selbst arbeiten rund 2.900 Menschen. Zur Unternehmensgruppe gehören außerdem 46 BayWa Bau- & Garten-Märkte in Süddeutschland. Insgesamt betrifft die Restrukturierung damit rund 4.200 Arbeitsplätze.

Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nannte das Unternehmen unter anderem die schwache Konsumlaune, steigende Mieten, höhere Betriebskosten und die Folgen der Inflation.

Hinzu kommt eine veränderte Marktlage im Heimwerkersektor. Während der Corona-Pandemie war die Nachfrage nach Baustoffen, Gartenartikeln und Produkten für Renovierungen stark gestiegen. In den Jahren danach ging sie deutlich zurück.

Hellweg wurde 1971 in Dortmund gegründet und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer bundesweit bekannten Baumarktkette.

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