Die Hotelkette Revo Hospitality Group, die Anfang 2026 Insolvenz angemeldet hatte, hat in Deutschland rund 500 Beschäftigte entlassen. Die Kündigungen erfolgten trotz der Vereinbarung über den Verkauf eines Teils der Unternehmenswerte an die indische Prism Group. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu t-online.
Über die massiven Stellenstreichungen informierte am 4. August die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).
Nach der angekündigten Übernahme begannen die Entlassungen
Die Revo Hospitality Group hatte Anfang 2026 einen Insolvenzantrag gestellt. Während des Insolvenzverfahrens liefen die Hotelbetriebe weiter, während Geschäftsführung und Insolvenzverwaltung nach Investoren suchten, um das Unternehmen zu erhalten.
Zuletzt kündigte der indische Mischkonzern Prism Group an, 24 Hotels der insolventen Gruppe übernehmen zu wollen. Die Transaktion galt als Möglichkeit, einen großen Teil des Hotelnetzes und zahlreiche Arbeitsplätze zu sichern.
Nach Bekanntwerden des geplanten Eigentümerwechsels erhielten jedoch Hunderte Beschäftigte ihre Kündigung. Nach Angaben der NGG sind etwa 500 Mitarbeiter in verschiedenen Revo-Hotels in Deutschland betroffen.
Gewerkschaft fordert mehr Transparenz vom neuen Eigentümer
Mark Baumeister, Leiter des Bereichs Gastgewerbe bei der NGG, kritisierte den Umgang des Unternehmens mit den betroffenen Beschäftigten.
Seinen Angaben zufolge müssen die Mitarbeiter rechtzeitig und umfassend darüber informiert werden, wie es mit den einzelnen Hotels weitergeht, ob sich die Arbeitsbedingungen ändern und ob weitere Stellenstreichungen geplant sind.
Die Gewerkschaft kündigte an, die Entwicklung in den betroffenen Betrieben genau zu verfolgen. Zudem wolle die NGG die entlassenen Beschäftigten dabei unterstützen, ihre arbeitsrechtlichen Ansprüche durchzusetzen.
Eine detaillierte Liste der betroffenen Hotels und Stellen hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht.
Revo betrieb Hotels international bekannter Marken
Vor Beginn des Insolvenzverfahrens galt die Revo Hospitality Group als einer der größeren Hotelbetreiber in Europa.
Das Unternehmen führte Stadthotels, Ferienanlagen und Apartmenthäuser unter Marken wie H-Hotels, Holiday Inn, Ibis, Intercity, Mövenpick und Steigenberger. Ein Teil der Häuser wurde auf Grundlage von Management- oder Franchiseverträgen betrieben.
Auch nach dem Insolvenzantrag blieben die meisten Hotels geöffnet. Insgesamt beschäftigte die Gruppe mehr als 5000 Menschen.
Im Zuge des Insolvenzverfahrens versuchte die Verwaltung, wirtschaftlich tragfähige Standorte an Investoren zu verkaufen und den Hotelbetrieb in einer neuen Struktur fortzuführen.
Prism will 24 Hotels der Gruppe übernehmen
Die indische Prism Group erklärte, 24 Hotels der Revo Hospitality Group erwerben zu wollen. Der Kaufpreis, die genauen Vertragsbedingungen und die vollständige Liste der betroffenen Häuser wurden bislang nicht veröffentlicht.
Prism ist in den Bereichen Tourismus, Hotellerie und Immobilienmanagement tätig. Nach Unternehmensangaben verwalten verbundene Gesellschaften ein großes Netz an Hotel- und Ferienobjekten in mehreren Ländern.
Zu den bedeutenden Anteilseignern der Gruppe gehört der japanische Technologiekonzern SoftBank Group. Auf dem deutschen Markt war Prism bislang vor allem im Bereich Ferienwohnungen vertreten, unter anderem über das übernommene Unternehmen DanCenter.
Nach Abschluss der Transaktion muss der Investor über das künftige Betriebskonzept, die Personalstruktur und die Beschäftigungsbedingungen in den übernommenen Hotels entscheiden.
Insolvenzen im Einzelhandel und im Hotelgewerbe setzen sich fort
Die Stellenstreichungen bei Revo erfolgen vor dem Hintergrund weiterer Insolvenzen und Restrukturierungen in Deutschland. Im Jahr 2026 meldeten auch die Handelsketten Depot und Mäc-Geiz Filialschließungen und Entlassungen.
Unternehmen begründen ihre finanziellen Schwierigkeiten unter anderem mit steigenden Kosten für Personal, Mieten, Energie und Warenbeschaffung sowie mit einer schwachen Konsumnachfrage.
Im Hotelgewerbe kommen hohe Betriebskosten, Personalmangel und erhebliche Schulden hinzu, die sich bei einigen Betreibern seit der Corona-Pandemie aufgebaut haben.
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