Startseite WirtschaftDomo Collection meldet Insolvenz an. Rund 270 Beschäftigte in Deutschland und Polen sind betroffen, die Möbelproduktion läuft vorerst weiter.

Domo Collection meldet Insolvenz an. Rund 270 Beschäftigte in Deutschland und Polen sind betroffen, die Möbelproduktion läuft vorerst weiter.

von Johanna Richter
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Domo Collection meldet Insolvenz an. Rund 270 Beschäftigte in Deutschland und Polen sind betroffen, die Möbelproduktion läuft vorerst weiter.

Der deutsche Polstermöbelhersteller Domo Collection steckt in finanziellen Schwierigkeiten und hat ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Das Unternehmen aus Hude in Niedersachsen setzt seinen Geschäftsbetrieb zunächst fort und prüft gleichzeitig Möglichkeiten für eine Sanierung. Von der Krise ist nicht nur die deutsche Gesellschaft betroffen, sondern auch der Produktionsstandort in Polen mit rund 245 Beschäftigten. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu t-online.

Gericht leitet vorläufiges Insolvenzverfahren ein

Das Amtsgericht Oldenburg eröffnete am 3. August das vorläufige Insolvenzverfahren über die Domo Collection GmbH. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Christian Kaufmann von der Kanzlei Pluta Rechtsanwalts GmbH bestellt.

Der Geschäftsbetrieb wird zunächst fortgeführt. Gemeinsam mit der Unternehmensleitung prüft der Insolvenzverwalter derzeit die wirtschaftliche Lage sowie die Voraussetzungen für eine Fortführung des Unternehmens.

Im Mittelpunkt steht zunächst die Stabilisierung des laufenden Geschäfts. Bereits eingegangene Aufträge sollen zuverlässig abgewickelt werden. Parallel dazu führt das Unternehmen Gespräche mit wichtigen Geschäftspartnern.

Liquiditätsprobleme führten zur Insolvenz

Domo Collection begründet den Insolvenzantrag mit Liquiditätsproblemen und einer schwierigen Entwicklung auf dem Möbelmarkt. Geschäftsführer Ulf Witor erklärte, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert hätten.

Die Umsätze blieben hinter den Erwartungen zurück. Zusätzlich belastete das traditionell schwächere Sommergeschäft das Unternehmen. Während saisonale Umsatzrückgänge in früheren Jahren teilweise durch spezielle Produktlinien ausgeglichen werden konnten, gelang dies 2026 offenbar nicht in ausreichendem Umfang.

Als weiteren Belastungsfaktor nennt das Unternehmen die weiterhin zurückhaltende Konsumstimmung in Deutschland. Gerade größere Anschaffungen wie Möbel werden von vielen Verbrauchern derzeit aufgeschoben.

24 Beschäftigte in Deutschland betroffen

Bei Domo Collection in Deutschland arbeiten 24 Beschäftigte. Die Belegschaft wurde bereits auf einer Mitarbeiterversammlung über das Insolvenzverfahren informiert.

Nach Angaben des Unternehmens sind die Löhne und Gehälter der Beschäftigten bis Ende September über das Insolvenzgeld abgesichert.

Trotz der finanziellen Probleme soll der Geschäftsbetrieb weiterlaufen. Bestehende Aufträge sollen erfüllt und die Zusammenarbeit mit Handelspartnern möglichst uneingeschränkt fortgesetzt werden.

Auch polnischer Produktionsstandort insolvent

Die Krise betrifft auch die polnische Produktionsgesellschaft der Gruppe. Die Polstermöbel von Domo Collection werden dort von der Tochtergesellschaft Oflor Sp. z o.o. gefertigt. Rund 245 Menschen arbeiten an dem Standort.

Auch für das polnische Unternehmen wurde ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Am 6. August bestellte das Amtsgericht Oldenburg Christian Kaufmann ebenfalls zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Die Beschäftigten in Polen wurden über die Situation informiert. Die Produktion soll vorerst weiterlaufen.

Damit sind von den Insolvenzverfahren in Deutschland und Polen insgesamt rund 269 Beschäftigte unmittelbar betroffen – 24 in Deutschland und etwa 245 am polnischen Produktionsstandort.

Domo Collection will Aufträge weiter erfüllen

In den kommenden Wochen wollen Unternehmensleitung und Insolvenzverwaltung den laufenden Betrieb stabilisieren. Dabei geht es vor allem darum, Produktionsabläufe zu sichern und bestehende Vertriebsstrukturen aufrechtzuerhalten.

Produkte von Domo Collection werden unter anderem über große Handelspartner und Onlineplattformen vertrieben. Das Unternehmen will die Zusammenarbeit mit diesen Partnern fortsetzen und laufende Bestellungen weiterhin bearbeiten.

Christian Kaufmann erklärte, dass derzeit intensive Gespräche mit allen wichtigen Geschäftspartnern geführt würden.

Investorensuche soll Zukunft sichern

Parallel zum laufenden Betrieb werden verschiedene Sanierungsoptionen für Domo Collection geprüft. Ein wichtiger nächster Schritt soll die Suche nach potenziellen Investoren sein.

Frisches Kapital könnte dazu beitragen, das Unternehmen und seine Produktionsstrukturen langfristig zu erhalten. Konkrete Details zu möglichen Investoren oder zum Umfang der geplanten Restrukturierung wurden bislang nicht genannt.

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