Startseite AktuellesDie Jagd auf den Goldenen Adler: Das deutsche Skisprung-Team vor der Vierschanzentournee

Die Jagd auf den Goldenen Adler: Das deutsche Skisprung-Team vor der Vierschanzentournee

Die Vierschanzentournee steht bevor und die Hoffnung auf einen ersten deutschen Gesamtsieg seit 2002 ist groß. Wir analysieren die Formkurven der DSV-Adler um Andreas Wellinger und die Hürden auf dem Weg zum "Goldenen Adler".

von Wolfgang Baumer
0 Kommentare
Die Jagd auf den Goldenen Adler: Das deutsche Skisprung-Team vor der Vierschanzentournee

Es ist die jährlich wiederkehrende Frage im deutschen Wintersport, die mittlerweile eine historische Dimension erreicht hat: Wann gewinnt wieder ein deutscher Skispringer die Vierschanzentournee? Seit dem legendären Vierfach-Triumph von Sven Hannawald im Jahr 2002 wartet der Deutsche Skiverband (DSV) auf diesen prestigeträchtigen Gesamtsieg. 23 Jahre sind eine lange Zeit, doch in diesem Winter scheint die Konstellation vielversprechend, wenn auch herausfordernd. Die Redaktion von das Unternehmer wissen blickt auf die Formkurven der deutschen Hoffnungsträger und die starke internationale Konkurrenz, die sich bei den Springen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen messen wird.

Andreas Wellinger: Die Speerspitze des DSV

In der aktuellen Saison hat sich Andreas Wellinger klar als die Nummer eins im deutschen Team etabliert. Der Olympiasieger zeigt sich seit Wochen in einer bestechenden Verfassung und gilt als der aussichtsreichste Kandidat des DSV, um die lange Durststrecke zu beenden. Bundestrainer Stefan Horngacher attestiert seinem Schützling eine „brutale Stabilität“, sowohl physisch als auch mental.

Wellinger selbst betont, dass das Gesamtpaket derzeit stimme. Die Abstimmung des Materials passt, und das Selbstvertrauen ist durch konstante Top-Platzierungen im Weltcup gewachsen. Er geht als einer der absoluten Top-Favoriten in die Tournee, eine Rolle, die er aufgrund seiner Erfahrung und seiner aktuellen mentalen Stärke anzunehmen scheint.

Die internen Herausforderer: Raimund, Geiger und Rückkehrer Eisenbichler

Neben Wellinger verfügt das deutsche Team über weitere Athleten mit Potenzial, auch wenn deren Ausgangslage unterschiedlicher kaum sein könnte. Philipp Raimund hat sich in dieser Saison als feste Größe etabliert. Er gilt als emotionaler und dynamischer Springer, der an guten Tagen jeden schlagen kann. Experten wie Sven Hannawald sehen in ihm sogar einen Geheimfavoriten, sofern er seine Energie konstant auf die Schanze bringt.

Karl Geiger, der in der Vergangenheit oft die deutsche Haupt hoffnung war, sucht hingegen noch nach seiner besten Form. Der Oberstdorfer kämpft aktuell mit der Abstimmung und der nötigen Lockerheit, besitzt aber unbestritten die Klasse, im entscheidenden Moment Topleistungen abzurufen. Ergänzt wird das Team durch den erfahrenen Markus Eisenbichler, der sich über den Continental Cup zurück ins Weltcup-Team gekämpft hat und aufgrund seiner Routine eine wichtige Stütze sein kann.

Die internationale Übermacht: Stefan Kraft als Maßstab

Bei aller nationalen Zuversicht darf die internationale Konkurrenz nicht außer Acht gelassen werden. Über allem schwebt derzeit der Österreicher Stefan Kraft. Er dominiert den bisherigen Winter nach Belieben und ist der erklärte Top-Favorit auf den „Goldenen Adler“. Seine Konstanz auf höchstem Niveau ist die Benchmark, an der sich Wellinger und Co. messen lassen müssen.

Zudem ist immer mit Ryōyū Kobayashi zu rechnen. Der Japaner, der die Tournee bereits mehrfach gewinnen konnte, gilt als „Tournee-Monster“, das pünktlich zum Saisonhöhepunkt seine beste Leistung abruft, auch wenn der bisherige Saisonverlauf eher durchwachsen war. Die Aufgabe für das deutsche Team ist folglich immens: Um die 23-jährige Wartezeit zu beenden, muss nicht nur die eigene Leistung auf den Punkt stimmen, sondern auch die internationale Elite, allen voran Stefan Kraft, bezwungen werden.

Informationen basieren auf Berichten von BR24 Sport

Das könnte dir auch gefallen