Startseite AktuellesDiehl Defense prüft die Produktion der ukrainischen Rakete FP-5 „Flamingo“ in Deutschland. Gespräche mit Fire Point über eine mögliche Partnerschaft laufen bereits.

Diehl Defense prüft die Produktion der ukrainischen Rakete FP-5 „Flamingo“ in Deutschland. Gespräche mit Fire Point über eine mögliche Partnerschaft laufen bereits.

von Johanna Richter
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Diehl Defense prüft die Produktion der ukrainischen Rakete FP-5 „Flamingo“ in Deutschland. Gespräche mit Fire Point über eine mögliche Partnerschaft laufen bereits.

Der deutsche Rüstungskonzern Diehl Defense prüft die Möglichkeit, die ukrainische Marschflugkörperrakete FP-5 „Flamingo“ künftig in Deutschland zu produzieren. Das erklärte Unternehmenschef Helmut Rauch. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu united24media.

Nach seinen Angaben bewertet Diehl Defense die Perspektiven einer Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Entwickler Fire Point positiv. In den kommenden Wochen sollen offizielle Gespräche über die Einzelheiten einer möglichen Partnerschaft stattfinden.

Rauch erklärte, dass die Verlagerung der Produktion neuer Verteidigungssysteme nach Deutschland oder in andere europäische Staaten ein realistisches Szenario sei, sobald das Projekt in die Phase der Serienfertigung übergeht.

Europa sucht nach Alternativen für weitreichende Präzisionsschläge

Das Interesse an der ukrainischen Entwicklung wächst vor dem Hintergrund der Suche europäischer Staaten nach neuen Langstreckenwaffen. Der Bedarf an solchen Systemen hat zugenommen, nachdem die Pläne zur Stationierung amerikanischer Tomahawk-Raketen in Deutschland vorerst ausgesetzt wurden.

Unter diesen Umständen gilt die FP-5 „Flamingo“ als möglicher Kandidat zur Stärkung der europäischen Fähigkeiten für Angriffe über große Entfernungen.

Gemeinsame Projekte gehen über Marschflugkörper hinaus

Die Zusammenarbeit von Fire Point und Diehl Defense beschränkt sich nicht allein auf das Programm „Flamingo“. Kürzlich testete das ukrainische Unternehmen erfolgreich den Abfangflugkörper Freya, der zur Bekämpfung ballistischer Bedrohungen entwickelt wird und künftig eine Alternative zu bestimmten westlichen Luftverteidigungssystemen darstellen könnte.

Die Entwicklung von Freya erfolgt mit einem Infrarot-Suchkopf und in enger Kooperation mit dem deutschen Partner.

Gleichzeitig bleibt der Bedarf an neuen Verteidigungslösungen hoch. Ukrainische Stellen berichten weiterhin über Engpässe bei Abfangraketen für die Systeme Patriot, NASAMS und IRIS-T. In mehreren Fällen mussten Einheiten aufgrund begrenzter Bestände zusätzliche Munitionslieferungen anfordern.

Rakete „Flamingo“ bereits gegen Ziele in Russland eingesetzt

Am 10. Juni wurde die Rakete FP-5 „Flamingo“ bei einem Angriff auf das Elektronikunternehmen VNIIR-Progress in der russischen Stadt Tscheboksary eingesetzt, rund 1.000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Das Werk produziert Navigations- und Antennensysteme für verschiedene russische Waffensysteme, darunter Shahed-Drohnen und Kalibr-Marschflugkörper. Nach dem Angriff wurden Schäden im Bereich des Hauptproduktionsgebäudes gemeldet.

NATO fordert beschleunigte Aufrüstung

Vor dem Hintergrund wachsender Sicherheitsrisiken kamen die NATO-Verbündeten zu der Einschätzung, dass Russland bis 2029 die militärischen Fähigkeiten entwickeln könnte, um ein Mitgliedsland des Bündnisses anzugreifen.

Der Generalleutnant Christian Freuding erklärte während der Luftfahrtmesse ILA in Berlin, diese Bewertung stütze sich auf abgestimmte Geheimdienstinformationen aller NATO-Mitgliedstaaten. Deutschland müsse die Beschaffung von Rüstungsgütern beschleunigen, um bestehende Fähigkeitslücken kurzfristig zu schließen.

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