Startseite AktuellesDer Ebola-Ausbruch im Osten des Kongo wird durch Misstrauen, Angriffe auf Gesundheitshelfer und schlechte Hygienebedingungen in Flüchtlingslagern erschwert.

Der Ebola-Ausbruch im Osten des Kongo wird durch Misstrauen, Angriffe auf Gesundheitshelfer und schlechte Hygienebedingungen in Flüchtlingslagern erschwert.

von Johanna Richter
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Der Ebola-Ausbruch im Osten des Kongo wird durch Misstrauen, Angriffe auf Gesundheitshelfer und schlechte Hygienebedingungen in Flüchtlingslagern erschwert.

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo stehen Gesundheitsbehörden bei der Bekämpfung eines neuen Ebola-Ausbruchs vor erheblichen Herausforderungen. Besonders besorgniserregend ist die Lage im Vertriebenenlager Kpangba, wo mehrere Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit registriert wurden. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu Reuters.

Nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörden begannen Einsatzkräfte nach dem Tod zweier Frauen Ende Mai und Anfang Juni mit der Suche nach Personen, die Kontakt zu den Infizierten hatten. Die Nachverfolgung von Kontaktpersonen gilt als eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Umsetzung gestaltet sich jedoch äußerst schwierig.

Bewohner behindern die Arbeit von Gesundheitsdiensten

Der Leiter der Gesundheitszone Nizi, Jean-Claude Lonzama, erklärte, dass Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums der Provinz sowie Vertreter humanitärer Organisationen und internationaler Einrichtungen das Lager verlassen mussten, nachdem sie auf Widerstand und Feindseligkeit von Teilen der Bevölkerung gestoßen waren.

Einige Bewohner weigern sich anzuerkennen, dass Ebola die Todesursache war, und misstrauen offiziellen Informationen von Behörden und medizinischem Personal. Dadurch konnten die Gesundheitsbehörden bislang nicht alle Personen identifizieren, die möglicherweise mit den Verstorbenen in Kontakt standen.

Laut Lonzama arbeiten die Gesundheitsdienste derzeit weitgehend ohne verlässliche Informationen über mögliche Infektionsketten.

Mehr als 80.000 Vertriebene gelten als gefährdet

Das Lager Kpangba ist nur eines von zahlreichen Vertriebenenlagern in der Region. Innerhalb der Gesundheitszone Nizi existieren insgesamt 22 Lager mit mehr als 81.000 Bewohnern, die vor ethnischer Gewalt und bewaffneten Konflikten geflohen sind.

Viele von ihnen leben unter schwierigen Bedingungen mit eingeschränktem Zugang zu medizinischer Versorgung. Präventionsmaßnahmen beschränken sich häufig auf Aufklärungskampagnen, wodurch das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus hoch bleibt.

Schlechte Hygienebedingungen erhöhen das Risiko

Hilfsorganisationen warnen, dass die Überfüllung der Lager die Verbreitung von Ebola erheblich beschleunigen könnte. In manchen Siedlungen teilen sich Hunderte Menschen eine einzige Toilette, während fehlende sanitäre Einrichtungen zu weit verbreiteten hygienischen Problemen führen.

Nach Einschätzung von Experten schaffen diese Bedingungen ein ideales Umfeld für neue Infektionsketten und erschweren gleichzeitig die Umsetzung wirksamer Schutzmaßnahmen.

Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen erschweren den Kampf gegen Ebola

Seit Bekanntwerden des Ausbruchs wurden mehrere medizinische Einrichtungen Ziel von Angriffen. Ein Teil der Bevölkerung zeigt sich verärgert über die strengen Bestattungsregeln für Ebola-Opfer, die eingeführt wurden, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Gesundheitsexperten sehen Parallelen zur schweren Ebola-Epidemie von 2018 bis 2020 im Osten des Landes. Damals behinderten Angriffe auf Behandlungszentren und Hilfsorganisationen die Eindämmung der Krankheit erheblich, zahlreiche Gesundheitshelfer kamen dabei ums Leben.

Ebola-Patientin mit bestätigter Infektion verschwand aus Quarantäne

Laut Dokumenten des kongolesischen Gesundheitsministeriums erhielt eine 60-jährige Bewohnerin des Lagers Kpangba bereits am 30. Mai ein positives Testergebnis auf Ebola.

Noch vor Abschluss ihrer Isolation verließ sie jedoch die Quarantäneeinrichtung. Ihr Aufenthaltsort konnte anschließend nicht mehr ermittelt werden. Der Vorfall erschwerte die Arbeit der Gesundheitsbehörden zusätzlich und verstärkte die Sorge vor einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus.

Konflikte und Ressourcenmangel verschärfen die Lage

Fachleute betonen, dass die Eindämmung des Ausbruchs durch mangelnde Ausrüstung, eine anhaltende humanitäre Krise und bewaffnete Konflikte in den betroffenen Regionen zusätzlich erschwert wird.

In den Provinzen Ituri, Süd-Kivu und Nord-Kivu, in denen Ebola-Fälle registriert wurden, leben mehr als fünf Millionen Binnenvertriebene. Diese Regionen zählen weiterhin zu den verwundbarsten Gebieten des Landes und stehen im Mittelpunkt der Bemühungen zur Eindämmung des Virus.

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