Startseite AktuellesFlorian Lipowitz bricht sich bei einem Sturz auf der 16. Tour-Etappe das Schlüsselbein und scheidet aus. Remco Evenepoel gewinnt das Zeitfahren.

Florian Lipowitz bricht sich bei einem Sturz auf der 16. Tour-Etappe das Schlüsselbein und scheidet aus. Remco Evenepoel gewinnt das Zeitfahren.

von Johanna Richter
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Florian Lipowitz bricht sich bei einem Sturz auf der 16. Tour-Etappe das Schlüsselbein und scheidet aus. Remco Evenepoel gewinnt das Zeitfahren.

Ein schwerer Sturz von Florian Lipowitz hat den Sieg von Remco Evenepoel auf der 16. Etappe der Tour de France überschattet. Der deutsche Fahrer vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe prallte mit der Schulter gegen einen Bordstein, brach sich das rechte Schlüsselbein und konnte das Rennen nicht fortsetzen. Evenepoel gewann unterdessen das Einzelzeitfahren souverän und distanzierte Tadej Pogačar um 28 Sekunden. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu sportschau.

Lipowitz lag bis zum Unfall auf Kurs zu einem starken Ergebnis

Für Red Bull-Bora-hansgrohe verlief ein Großteil der 16. Etappe zunächst nach Plan. Florian Lipowitz, der im Vorjahr überraschend den dritten Platz in der Gesamtwertung der Tour de France belegt hatte, fuhr ein hohes Tempo und lag an den beiden letzten Zwischenzeitnahmen in Führung.

Der Deutsche gehörte damit zu den Anwärtern auf eine Spitzenplatzierung im 26,1 Kilometer langen Zeitfahren. Hinter ihm befand sich sein später gestarteter Teamkollege Remco Evenepoel auf dem Weg zum Tagessieg.

Rund sechs Kilometer vor dem Ziel änderte sich die Situation schlagartig. In einer Rechtskurve verlor Lipowitz die Kontrolle über sein Fahrrad, stürzte und schlug mit der rechten Schulter heftig gegen einen Bordstein.

Sanitäter versorgten den 26-Jährigen direkt an der Strecke. Nach dem Sturz konnte er nicht mehr auf sein Rad steigen und musste die Etappe vorzeitig beenden.

Bei Lipowitz wurde ein Bruch des rechten Schlüsselbeins festgestellt

Red Bull-Bora-hansgrohe bestätigte später, dass sich Lipowitz das rechte Schlüsselbein gebrochen hatte. Nach der Erstversorgung wurde der Fahrer in die mobile medizinische Einrichtung im Zielbereich von Thonon-les-Bains gebracht.

Anschließend kam der Deutsche für weitere Untersuchungen und die Behandlung in ein Krankenhaus. Wegen der Verletzung musste er die Tour de France endgültig verlassen.

Der Unfall ereignete sich an einer Stelle, die auch Tadej Pogačar als gefährlich bezeichnete. Der Slowene erklärte nach dem Zieleinlauf, dass er in derselben Kurve selbst beinahe gestürzt wäre.

„Ich wäre in dieser Kurve selbst fast zu Fall gekommen. Ich hoffe, dass es Lipo gut geht“, sagte Pogačar.

Teamchef Ralph Denk betonte, dass der Ausfall von Lipowitz nicht nur sportliche Folgen für die Mannschaft habe. Das Team werde den Deutschen sowohl als Fahrer als auch als Menschen vermissen.

Evenepoel gewinnt das Einzelzeitfahren vor Pogačar

Remco Evenepoel, der im Regenbogentrikot des Zeitfahrweltmeisters an den Start ging, absolvierte die Strecke nahezu fehlerfrei. Der Belgier startete zwei Minuten vor Tadej Pogačar und setzte bereits an der ersten Zwischenzeit die Bestmarke.

Pogačar konnte Evenepoels Zeit nicht unterbieten und lag nach den ersten Kilometern des Anstiegs sieben Sekunden zurück. Im weiteren Verlauf baute der Belgier seinen Vorsprung weiter aus.

Evenepoel erreichte das Ziel mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 48,4 Kilometern pro Stunde. Er absolvierte auch den letzten Streckenabschnitt mit hohem Tempo und gewann die 16. Etappe.

Pogačar wurde Zweiter und verlor 28 Sekunden auf den Sieger. Den dritten Platz belegte der Däne Mattias Skjelmose mit einem Rückstand von 1:04 Minuten.

Für Evenepoel wurde der Sieg zur „bitteren Pille“

Erst nach seinem Zieleinlauf erfuhr Evenepoel von der Verletzung seines Teamkollegen. Im Interview nach der Etappe erklärte der Belgier, dass die Nachricht über den Sturz seinen Sieg überschattet habe.

„Mir wurde gerade gesagt, dass mein Teamkollege Lipowitz gestürzt ist. Das ist eine bittere Pille. Ich wünsche ihm alles Gute und hoffe, dass es nicht allzu schlimm ist“, sagte Evenepoel.

Für Red Bull-Bora-hansgrohe lagen Freude und Schock an diesem Tag nur wenige Minuten auseinander: Während Evenepoel seinen Etappensieg feierte, wurde Lipowitz bereits medizinisch untersucht.

Pogačar verteidigte nach der 16. Etappe das Gelbe Trikot. Sein Vorsprung auf Evenepoel in der Gesamtwertung beträgt nun 4:32 Minuten.

Die Strecke führte entlang des Genfersees

Das Einzelzeitfahren verlief von Évian-les-Bains nach Thonon-les-Bains. Die Strecke war 26,1 Kilometer lang.

Die ersten rund zehn Kilometer führten überwiegend bergauf. Danach folgte eine nahezu durchgehende Abfahrt zurück in Richtung Genfersee. Insgesamt mussten die Fahrer etwa 500 Höhenmeter bewältigen.

Die durchschnittliche Steigung betrug 4,3 Prozent. Dadurch kam die Strecke nicht nur leichten Bergfahrern, sondern auch schwereren und leistungsstarken Zeitfahrspezialisten entgegen.

Eine der ersten ernst zu nehmenden Bestzeiten setzte Joshua Tarling. Der 22-jährige Brite, der 2025 das Einzelzeitfahren beim Giro d’Italia gewonnen hatte, überzeugte besonders auf dem Schlussabschnitt.

Tarling erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 45,6 Kilometern pro Stunde und führte das Zwischenklassement lange Zeit an.

Tarling hielt die Bestzeit fast zwei Stunden

Die Zeit des Briten blieb etwa eine Stunde und 40 Minuten lang unangetastet. Dann war der Franzose Bruno Armirail sieben Sekunden schneller.

Wenig später übernahm Mattia Cattaneo die Führung. Die großen Favoriten hatten zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht einmal ihre Fahrt begonnen. Nach dem Zieleinlauf aller Teilnehmer belegte Cattaneo den sechsten Platz.

Armirail wurde Achter, Tarling landete auf Rang zehn. Die Spitzenplätze gingen schließlich an Fahrer, die erst am Ende des Zeitfahrens gestartet waren.

Arensman verpasst seinen Startzeitpunkt

Für einen ungewöhnlichen Zwischenfall sorgte der Niederländer Thymen Arensman, der vor der Etappe auf dem 29. Platz der Gesamtwertung gelegen hatte.

Als der Ineos-Fahrer erst auf die Startrampe rollte, lief seine Zeit bereits. Arensman musste überstürzt losfahren und verlor dadurch schätzungsweise zehn bis 15 Sekunden.

Trotz des verspäteten Starts erhöhte der 26-Jährige sein Tempo auf der Strecke und beendete das Einzelzeitfahren auf dem siebten Platz. Damit ließ er mehrere Spezialisten hinter sich, die ohne Probleme gestartet waren.

Steinhauser und Politt sparen Kräfte für die Alpen

Nicht alle Teilnehmer kämpften auf der 16. Etappe um einen Platz unter den besten Zehn. Einige Fahrer nutzten das Zeitfahren, um sich vor den entscheidenden Alpenetappen zu schonen.

Für sie ging es vor allem darum, innerhalb des Zeitlimits zu bleiben und möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Diese Strategie wählte auch Georg Steinhauser.

„Ich bin heute völlig entspannt an den Start gegangen. Ich wusste, dass diese Strecke nichts für mich ist. Deshalb wollte ich den Tag zur Erholung nutzen und meinen Beinen etwas Ruhe gönnen“, sagte er.

Ähnlich ging Nils Politt vor, der als Helfer von Pogačar eingesetzt wird. Bereits vor dem Start hatte der Deutsche auf die außergewöhnlich schwere Woche hingewiesen, die dem Team noch bevorsteht.

„Selbst wenn ich alles gegeben hätte, wäre ich nicht unter die besten Zehn gekommen“, erklärte Politt.

Nach dem Ziel sagte der deutsche Zeitfahrmeister zudem, dass der Kurs aufgrund des für seine Statur zu anspruchsvollen Anstiegs nicht zu ihm gepasst habe.

Die 17. Etappe könnte zur Chance für Ausreißer werden

Am Mittwoch führt die Tour de France über 174,7 Kilometer von Chambéry nach Voiron. Dem Streckenprofil nach handelt es sich um die leichteste der bevorstehenden Alpenetappen.

Die ersten 50 Kilometer verlaufen überwiegend bergauf. Die letzten 90 Kilometer weisen dagegen deutlich weniger Schwierigkeiten auf als die darauffolgenden Bergetappen.

Das Profil könnte Fahrern entgegenkommen, die früh in eine Ausreißergruppe gehen. Auch die Mannschaften der Sprinter könnten versuchen, das Rennen zu kontrollieren.

Die Anwärter auf den Gesamtsieg dürften ihre Kräfte dagegen für die drei folgenden Etappen mit Bergankünften sparen.

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