Startseite AktuellesDie ehemalige Olympiateilnehmerin Marina Piller spricht erstmals über den Tod ihrer Tochter, erhebt Vorwürfe wegen eines Behandlungsfehlers und erhielt 800.000 Euro Entschädigung.

Die ehemalige Olympiateilnehmerin Marina Piller spricht erstmals über den Tod ihrer Tochter, erhebt Vorwürfe wegen eines Behandlungsfehlers und erhielt 800.000 Euro Entschädigung.

von Johanna Richter
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Die ehemalige Olympiateilnehmerin Marina Piller spricht erstmals über den Tod ihrer Tochter, erhebt Vorwürfe wegen eines Behandlungsfehlers und erhielt 800.000 Euro Entschädigung.

Die ehemalige italienische Skilangläuferin Marina Piller hat sieben Jahre nach dem Tod ihrer neugeborenen Tochter erstmals ausführlich über die Tragödie gesprochen. Die frühere Spitzensportlerin wirft den behandelnden Ärzten einen Behandlungsfehler vor und sagt, dass sich bis heute niemand aus dem Krankenhaus bei ihrer Familie entschuldigt habe. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu sportbild.bild.

Tochter der Sportlerin starb kurz nach der Geburt

Die Tragödie ereignete sich am 10. Juli 2019 im Krankenhaus von Tolmezzo in der italienischen Provinz Udine. Marina Piller und ihr Ehemann waren dort zur Geburt ihrer Tochter Viola.

Nach Angaben der ehemaligen Sportlerin verlief die Entbindung zunächst ohne erkennbare Komplikationen. Kurz nach der Geburt brachten die Ärzte das Neugeborene jedoch in einen anderen Raum, ohne den Eltern den Grund dafür zu erklären.

Piller berichtet, dass sie und ihr Mann allein im Kreißsaal zurückblieben und nicht wussten, was geschah. Wenig später kehrten die Ärzte zurück und teilten ihnen mit, dass ihre Tochter gestorben sei.

Nach ihren Aussagen verließen die Mediziner anschließend den Raum, ohne der Familie eine ausführliche Erklärung für den Tod des Kindes zu geben.

Marina Piller erhebt Vorwürfe wegen eines Behandlungsfehlers

In einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sera erklärte Marina Piller, sie habe ihre Tochter aufgrund eines ärztlichen Fehlers verloren.

Nach den Unterlagen des Gerichtsverfahrens soll ein akuter Sauerstoffmangel zum Tod des Neugeborenen geführt haben. Dieser sei mutmaßlich durch eine Abklemmung der Nabelschnur während der Geburt verursacht worden.

Die Familie zog vor Gericht, um die Umstände des Todes ihrer Tochter aufklären zu lassen und die Verantwortung des Krankenhauses feststellen zu lassen. Nach Abschluss des Zivilverfahrens sprach das zuständige Gericht in Friaul-Julisch Venetien der Familie Schadenersatz zu.

Die Gesundheitsbehörde Azienda Sanitaria Universitaria Friuli Centrale wurde verpflichtet, der Familie mehr als 800.000 Euro Entschädigung zu zahlen.

„Nichts wird uns Viola zurückbringen“

Marina Piller betonte, dass keine Geldsumme den Verlust ihrer Tochter ausgleichen könne. Ihre Tochter habe das Recht gehabt zu leben, und die Familie habe das Recht gehabt, sie aufwachsen zu sehen.

Die ehemalige Olympiateilnehmerin erklärte außerdem, dass sich bis heute kein Mitarbeiter des Krankenhauses bei ihr oder ihrem Ehemann entschuldigt habe.

Die zugesprochene Entschädigung wolle die Familie für wohltätige Zwecke einsetzen. Das Geld solle Menschen in schwierigen Lebenssituationen zugutekommen, damit der Tod von Viola zumindest anderen helfen könne.

Zugleich äußerte Piller die Hoffnung, dass keine andere Familie jemals eine ähnliche Tragödie erleben müsse.

Die ehemalige Spitzensportlerin sieht sich als Mutter von vier Kindern

Zum Zeitpunkt von Violas Tod hatte Marina Piller bereits eine Tochter. Später bekam die Familie noch zwei weitere Kinder.

Dennoch sagt die ehemalige Skilangläuferin, sie fühle sich bis heute als Mutter von vier Kindern. Der Verlust von Viola sei weiterhin ein fester Bestandteil ihres Lebens.

Marina Piller beendete ihre sportliche Karriere drei Jahre vor der Geburt ihrer Kinder. Die Italienerin gehörte über viele Jahre zur internationalen Spitze im Skilanglauf und nahm dreimal an Olympischen Winterspielen teil.

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