Berlin – Die deutsche Kulturlandschaft hat eine ihrer markantesten Persönlichkeiten verloren. Wie nun bekannt wurde, ist der Schauspieler, Regisseur und Musiker Peter Sattmann verstorben. Der Charakterdarsteller, der über Jahrzehnte hinweg sowohl auf den Theaterbühnen als auch im Fernsehen präsent war, starb im Alter von 77 Jahren. Die Redaktion von das Unternehmer wissen blickt auf das Lebenswerk eines Mannes zurück, der sich nie in eine einzige Schublade stecken ließ.
Tod am ersten Weihnachtsfeiertag
Peter Sattmann verstarb bereits am 25. Dezember, dem ersten Weihnachtsfeiertag, in seinem Haus in Brandenburg. Dies bestätigte seine Agentur unter Berufung auf den engsten Familienkreis. Der Tod ereignete sich nur einen Tag vor seinem 78. Geburtstag. Berichten zufolge erlag der Schauspieler einer langen, schweren Krankheit. Er verbrachte seine letzten Stunden im Kreise seiner Familie. Die Nachricht von seinem Ableben löste in der Branche und beim Publikum große Bestürzung aus. Kollegen und Weggefährten würdigten ihn als einen „großen Exzentriker“ und einen Künstler, der seine Rollen stets mit einer unverwechselbaren Mischung aus Ernsthaftigkeit und Ironie füllte.
Eine Karriere voller Facetten
Sattmanns Karriere war geprägt von einer beeindruckenden Vielseitigkeit. Geboren 1947 in Zwickau, zog es ihn früh zur Kunst. Seine ersten großen Erfolge feierte er am Theater, insbesondere während seiner Zeit am Staatstheater Stuttgart und am Schauspielhaus Bochum unter der Intendanz von Claus Peymann. In den Jahren 1975 und 1977 wurde er von der Kritik zum „Schauspieler des Jahres“ gewählt – eine Auszeichnung, die seinen Stellenwert in der Theaterszene jener Zeit unterstreicht.
Doch dem breiten Publikum wurde Sattmann vor allem durch seine unzähligen Fernsehrollen bekannt. Er wirkte in über 200 Produktionen mit, darunter in Krimi-Klassikern wie „Tatort“, „Polizeiruf 110“ und „Derrick“. Auch in populären Formaten wie „Das Traumschiff“ oder der Krankenhausserie „Charité“ war er zu sehen. Oft verkörperte er Figuren, die etwas Verschrobenes, Kauziges oder Intellektuelles an sich hatten. Er scheute sich nicht vor der leichten Muse, verlieh aber auch seichten Stoffen stets eine gewisse Tiefe.
Der Musiker und der Privatmensch
Neben der Schauspielerei galt seine große Leidenschaft der Musik. Sattmann komponierte Bühnenmusik, schrieb Opernlibretti und verstand sich selbst oft als „Multidilettant“, wie er es augenzwinkernd in seiner Autobiografie „Mein Leben ist kein Drehbuch“ (2019) beschrieb. In diesem Buch gab er offene Einblicke in sein Leben, das von Höhen und Tiefen, von Exzessen und der Suche nach künstlerischem Ausdruck geprägt war.
Privat war Peter Sattmann lange Zeit mit der Schauspielerin Katja Riemann liiert. Die beiden galten in den 1990er Jahren als eines der Glamour-Paare des deutschen Films. Aus ihrer Beziehung, die von 1990 bis 1998 andauerte, stammt die gemeinsame Tochter Paula Riemann, die heute selbst als Filmemacherin und Schauspielerin tätig ist. Trotz der Trennung blieben Sattmann und Riemann einander freundschaftlich verbunden und standen auch später noch gemeinsam vor der Kamera.